MLP Academics: Beste Saisonleistung bringt den Auswärtssieg
Von Michael Wilkening
Nürnberg. Es war eine Partie, die richtungsweisend sein sollte – und die MLP Academics Heidelberg zeigten am Mittwochabend die wohl beste Leistung in der laufenden Saison. Bei den Nürnberg Falcons gewannen die Academics 78:56 (38:23) und kletterten auf den vierten Tabellenplatz. Entscheidend für den siebten Saisonsieg war die Tatsache, dass die Last der Verantwortung auf vielen Schultern verteilt war – in Franken zeigten die Heidelberger eine nahezu perfekte Teamleistung.
Es sagt viel über die Vorstellung der Mannschaft von Branislav Ignjatovic aus, dass Shyron Ely sich das Spiel im gesamten letzten Viertel von der Bank aus ansehen konnte. Der Topscorer der Academics hatte bereits 16 Punkte erzielt, musste sich am Ende aber nicht mehr abmühen. Ohne den US-Amerikaner waren die Heidelberger in der Lage, den hohen Vorsprung souverän zu verwalten. Mit Ruhe und viel Abgeklärtheit kontrollierte das Team ihren Gegner. Am Ende hatte er nur knapp 25 Minuten gespielt und damit so wenig auf dem Feld gestanden wie noch nie in der laufenden Saison.
Ignjatovic hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass er sich mehr Verantwortung bei jedem einzelnen seiner Spieler wünsche und im Moment sieht es so aus, als ob die Heidelberger eine Entwicklung durchgemacht haben, die genau dieses Ergebnis gebracht hat. Wie schon beim klaren Erfolg bei den Kirchheim Knights funktionierte das Zusammenspiel deutlich besser als in den vorausgegangenen Wochen. Es wirkt, als werde der Kader immer harmonischer und kann deshalb sein Potenzial konstanter abrufen. „Das war die beste Defensive Performance in diesem Jahr“, sagte Ignjatovic nach dem Match.
Die Basis für den klaren Sieg legten die Heidelberger in der Defensive. Die Ignjatovic-Schützlinge verteidigten aggressiv und zwangen die Nürnberger zu schweren Würfen. Weil die nicht durch den Ring fielen, gelang es, den Kontrahenten in der ersten Halbzeit bei nur 23 Punkten zu halten – Saisonbestwert.
Im Angriff war die Ausgeglichenheit auffällig, mit der die Heidelberger agierten. Nach 20 Minuten hatten acht Akteure gepunktet, alle lagen zwischen zwei und sechs Punkten. Die Falcons bekamen überhaupt keine Kontrolle, weil sie sich nicht auf alle Spieler der Heidelberger einstellen konnten. Zu Beginn des dritten Viertels sorgten die Academics für die Entscheidung, als sie nicht nur eine Aufholjagd der Nürnberger unterbanden, sondern den Vorsprung ausbauten – spätestens nach dem 65:40 in der 30. Minute konnte der Heidelberger Trainer in den Verwaltungsmodus schalten.
Am Ende hatten zehn verschiedene Academics gepunktet – auch dieser Wert bedeutete eine Saisonbestleistung. Das lag daran, weil in den letzten Minuten David Aichele auf dem Feld stand und mit vier Punkten sein Talent andeutete. Die Vorstellung des 20-jährigen Centers rundete den guten Gesamteindruck ab, den die Heidelberger hinterließen.
Nürnberg Falcons: Oehle 14 Punkte, Kent 11/1 Dreier, Maier 6, Sanders 6, Pongo 5, Wainright 4, Haßfurther 3, Meredith 3, Bauer 2, Merz 2.
MLP Academics Heidelberg: Ely 16/1, Oppland 12, Ney 11, Heyden 8, Palm 8/2, Smith 7/1, Liyanage 6/2, Aichele 4, Würzner 4, Schmitt 2, Brunnenkant.
Spielfilm: 4:13 (6.), 12:22 (10.), 17:30 (15.), 23:38 (Hz.), 40:65 (30.), 48:68 (35.), 56:78 (Endstand); Zuschauer: 550.