Adler Mannheim gegen Schwenningen: Spät angekommen, aber beim 4:1 Punkte mitgenommen
Von Rainer Kundel
Schwenningen. In einem hitzigen Landesderby bringen die Adler Mannheim trotz heftiger Gegenwehr des Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings mit dem 4:1 (2:0, 0:1, 2:0)-Sieg hart erkämpfte Punkte mit nach Hause und bilden zusammen mit dem ECH München und den Grizzlys Wolfsburg punktgleich die Tabellenspitze in der Deutschen Eishockey-Liga.
Hektik kam bereits lange vor dem geplanten Spielbeginn auf, weil der Mannschaftsbus der Adler trotz frühzeitiger Abreise aufgrund der Verkehrslage erst um 18.53 Uhr vor der Helios-Arena einfuhr. Eine Erfahrung, die die Schwarzwälder auch auf umgekehrten Weg schon zweimal gemacht haben. Das Eröffnungs-Bully wurde deshalb um 45 Minuten auf 20.15 Uhr verschoben. Bei den Adlern mit dabei war überraschend Nico Krämmer. Der Stürmer meldete sich früher als prognostiziert nach einer Schulterprellung zurück und wurde als Center zwischen Rendulic und Bergmann aufgeboten.
Der Tabellenletzte schwor sich vor dem Landesderby mit Hilfe des am Mittwoch verpflichteten Mentaltrainers Chris Hamilton auf einen Sieg ein und begann stürmisch, Brückmann war gegen die Spink-Zwillinge Tyler und Tyson zweimal gefordert. Offensiv zeigte sich die Mannschaft von Pavel Gross effektiv und nutzte beide Überzahlspiele des ersten Drittels durch Matthias Plachta (13./Pass Szwarz) und Borna Rendulic (18./Direktschuss in die kurze Ecke) zur 2:0-Führung.
Zu Beginn des Mittelabschnitts hatten die Adler gleich dreimal den dritten Treffer auf dem Schläger, so traf Eisenschmid den Pfosten. Statt 0:3 hieß es dagegen 1:2, weil Szwarz und Akdag zeitgleich eine Strafe erhielten und der Gegentreffer durch Bassen (24.) nicht zu verteidigen war. Das verlieh den "wilden Schwänen" Flügel, sie drängten in der hitzigen Partie auf den Ausgleich, verteidigten zugleich auch zweimal ein Powerplay der Adler.
Jason Bast eröffnete die letzten 20 Minuten mit einem Pfostenschuss, doch nur kurz darauf traf der Deutsch-Kanadier unter die Latte nach einem raumöffnenden Pass von Melart zum 1:3 (45.). Als die Schwarzwälder alles auf eine Karte setzten und bei einer Strafe gegen Melart zusätzlich Torhüter Eriksson zogen, traf Korbinian Holzer (59.) zum 1:4 ins leere Gehäuse.
Kein Losglück hatten Adler indes bei der Auslosung des Achtelfinales der Hockey-Champions-League (CHL). Sie zogen für den 16./23. November mit Frölunda Göteborg, vierfacher CHL-Gewinner und aktuell Zweiter der höchsten schwedischen Liga, ein Hammerlos. "Das ist seit Jahren eine der besten europäischen Mannschaften, härter hätte es uns kaum treffen können", kommentierte Adler-Sportmanager Axel Alavaara.
Schwenninger Wild Wings – Adler Mannheim 1:4 (0:2, 1:0, 0:2); Tore: 0:1 Plachta (13.), 0:2 Rendulic (18.), 1:2 Bassen (24.), 1:3 Bast (45.), 1:4 Holzer (59.); Schiedsrichter: Kopitz (Iserlohn), Reneau (Kanada); Strafminuten: 12/14; Zuschauer: 4 474.