L600 zwischen Leimen und Gaiberg: "Gestrandeter" Laster ist kein Einzelfall
Gaiberg/Leimen. (bmi) Staub, Dreck, ja manchmal sogar Kummer - Regen wird des Öfteren eine reinigende Kraft nachgesagt. Was die Landesstraße L600 zwischen Gaiberg und Lingental angeht, so hat der Niederschlag der vergangenen Wochen keine Spuren verwischt, sondern vielmehr ein Problem zum Vorschein gebracht, das offenbar schon länger besteht. Immer wieder geraten Fahrzeuge auf der Strecke zwischen dem Manfred-Lautenschläger-Kreisel und dem Landgut Lingental von der Fahrbahn ab, touchieren das an vielen Stellen unbefestigte und direkt ans Erdreich angrenzende Straßenbankett.
"Es gibt fast keine Stelle, an denen nicht Fahr- und Matschspuren zu sehen sind", sagt Volker Pfeiffer. Er ist einer der Leser, die sich nach dem Bericht über den stecken gebliebenen Laster gemeldet haben. Ihre Beobachtungen: Der "gestrandete" Lkw ist der spektakulärste, aber bei Weitem nicht der einzige Vorfall auf der Strecke gewesen. Das bestätigen auch die Angaben von Ralph Adameit, Pressesprecher des Rhein-Neckar-Kreises: "Unsere Straßenmeisterei musste nach der Sanierung schon ein paar Mal ausrücken, um die Straße von Dreck zu säubern." Das Straßenbauamt habe das für die L600 zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe bereits auf die Problematik hingewiesen.
Eine Problematik, die mit der Sanierung der Straße zu tun hat. Denn die L600 wurde bis Ende Oktober erneuert, zuletzt eben der Abschnitt zwischen Gaiberg und Lingental. "Als im November der Regen einsetzte, wurde schnell deutlich, dass ziemlich viele Fahrzeuge ins Bankett abdriften, um Gegenverkehr auszuweichen", meint Pfeiffer. Vor der Sanierung war das nicht so aufgefallen, weil der Straßenrand damals dicht mit Rasen bewachsen und das Bankett über viele Jahre gesenkt und gefestigt war. "Jetzt wird aber auch nicht schlechter gefahren als vorher", mutmaßt Pfeiffer. Dass bei der Erneuerung die Straße nicht verbreitert wurde, sieht er als vertane Chance für die Sicherheit.
Dem widerspricht Uwe Herzel. Der Pressesprecher des Regierungspräsidium erklärt: "Wir können im Rahmen solcher Deckungssanierungen die Straße nicht einfach breiter machen." Die L600 grenze an vielen Stellen direkt an Grundstücke privater Eigentümer. Dies wäre mit einem "umfangreichen Verfahren" verbunden gewesen. Die Polizei sieht die Strecke indes nicht als Unfallschwerpunkt.