Waibstadt: In vielen Fällen wäre der Führerschein der Raser weg
Waibstadt-Daisbach. (wig) Dass auf der Daisbachtalstraße zu schnell gefahren wird, ist eine viel beklagte und schon oft diskutierte Tatsache. In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats wurde sie erneut "amtlich" bestätigt. Hauptamtsleiter Marc Fischer stellte das Ergebnis der Auswertungen des Geschwindigkeitsmessgeräts vor, das am nördlichen Ortseingang die aus dem Dorf hinaus, in Richtung Waibstadt fahrenden Fahrzeuge aufgezeichnet hat.
Demnach fuhren im Zeitraum von Mittwoch, 18. Juli, bis Mittwoch, 7. November, insgesamt 206.523 Fahrzeuge, also durchschnittlich 1844 täglich, am Messgerät vorbei. Es herrscht hier eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Kilometer pro Stunde. Doch 74 Prozent fuhren zwischen 30 und 55 km/h schnell, so das Ergebnis. "Bei über 50 km/h ist der Führerschein fort", stellte Fischer fest. Der Schnellste war mit 97 km/h unterwegs, und das an einem Montag im August um 18.40 Uhr, wenn noch Kinder unterwegs sein können. Weil das Gerät auch das nach der ersten Messung gefahrene Tempo noch festhält, ist zu sehen, dass der Raser auch nach dem roten "traurigen Gesicht" der Messstelle sein Tempo nicht gedrosselt hat. Eine zweite Messperiode, vom 7. November bis 14. Januar ergab ähnliche Ergebnisse.
Ortsvorsteher Winfried Glasbrenner stellte fest, dass nach den ins Dorf hinein- nun auch die hinausfahrenden Fahrzeuge gemessen wurden und jetzt verlässliche Daten dokumentiert sind. Es müsse nun dringend gehandelt werden. Christian Kaufmann verwies auf die Gefahren für Schüler, da an dieser Stelle der Schulweg kreuzt und zwei Bushaltestellen eingerichtet sind. "Wir brauchen einen Blitzer", befand Thomas Schmutz. Marcus Moser regte an, die Zahlen dem Landratsamt zu melden, denn "wir brauchen eine Verkehrsberuhigung".
Im abschließenden Beschluss nahm das Gremium die Zahlen "mit Sorge zur Kenntnis" und bat die Verwaltung, diese dem Landratsamt weiterzuleiten - mit der Bitte, geeignete Maßnahmen zu treffen.