Freie Wähler Schriesheim: Aufbruch soll mit jungen Kandidatinnen gelingen
Schriesheim. (mpt) Alles neu macht der Mai: Vor der anstehenden Kommunalwahl herrscht schon jetzt - im kalten Januar - Aufbruchstimmung unter den Freien Wählern. Sechs Sitze belegt die Wählervereinigung aktuell im Gemeinderat. "Diese Sitze wollen wir verteidigen - und vielleicht können wir diesmal sogar ein noch besseres Ergebnis erzielen", legt Vorsitzender Klaus Hartmann bei der Mitgliederversammlung am Freitagabend im "Deutschen Hof" noch eine Schippe drauf. Grund zur Hoffnung geben ihm die vielen neuen Gesichter, die sich auf der Kandidatenliste finden.
Ein Hoffnungsschimmer ist dabei Nadja Lamprecht, die bereits in dieser Wahlperiode das Mandat von Wolfgang Metzger übernahm. "Ohne sie würde die Liste mit Sicherheit anders aussehen", betont auch Stadtrat Bernd Hegmann. Die 36-jährige Grundschullehrerin und Tochter des ehemaligen Fraktionschefs Friedrich Ewald habe mit ihrem Schritt auch anderen jungen Menschen Mut gemacht, den Weg in die Kommunalpolitik zu finden.
Insbesondere jungen Frauen: Auf der am Freitag verabschiedeten Kandidatenliste der Wählervereinigung finden sich zehn Frauen, darunter Weinprinzessin Sofia Hartmann (19) oder Lehrerin Susanne Röger (46). "Ich glaube nicht, dass andere Parteien diese Frauenquote erfüllen", findet Hartmann. Aber auch Abgänge gibt es zu verzeichnen: Mit Fraktionschef Heinz Kimmel und den bereits aus dem Gemeinderat verabschiedeten Wolfgang Metzger und Dieter Knopf werden drei wichtige Führungskräfte nicht mehr kandidieren.
Dafür rückt mit der Steuerfachangestellten Patrizia Yilmaz (38, geborene Metzger) oder Autohaus-Geschäftsführerin Tanja Knopf (47) teilweise die eigene Familie nach. Wie auch im Ortsteil Ursenbach, wo Lehrerin Caterina Papandrea (39) in die Fußstapfen ihres Vaters Leonardo treten möchte, der bis 2017 dem Ortschaftsrat angehörte.
"Wir haben viele Gespräche geführt und interessante Schriesheimer Köpfe gefunden. Es ist eine ausgewogene Mischung aus jungen Leuten und erfahrenen Personen, denen es ein großes Anliegen ist, dass Schriesheim eine attraktive Stadt bleibt", so Hartmann.
Der Altersdurchschnitt liegt bei 43,5 Jahren, angeführt wird die Liste jedoch von den erfahrenen Gemeinderatsmitgliedern Matthias Meffert (50), Jutta Becker (56) und Bernd Hegmann (62). Ein Mix aus Handwerkern, Lehrern, Bankangestellten und Akademikern findet sich unter den Kandidaten. Teil der Verjüngungskur ist auch Zahnarzt und Doktorand Maximilian Zitsch (26), Sohn der Grünen-Stadträtin Barbara Schenk-Zitsch. Die Arbeit seiner Mutter wolle er bei den Freien Wählern fortsetzen, lässt er verlauten.
Dank des eingeleiteten Generationenwechsels wolle man im Wahlkampf auch auf Medien wie Facebook stärker präsent sein. Freizeit, Bildung und Stadtentwicklung haben sich viele der neuen Gesichter auf die Fahne geschrieben. "Unser Herz schlägt für Schriesheim", verkündet Hegmann das Motto. Die Weichen Richtung Zukunft sind also gestellt, und dennoch lässt man auch die Verdienste der langjährigen Politiker nicht außer Acht. "Du warst Schul- und Parteifreund, einfach immer ein guter Begleiter", würdigt Kimmel seinen Kollegen Metzger.
Auf ein Abschiedsessen verzichtete der Geehrte, stattdessen solle das "Haus Schriesheim", ein Hilfsprojekt der Organisation PAORC in Nepal unterstützt werden. "Ein Kinderlächeln ist mehr wert, als eine gemeinsame Feier", erklärt Metzger - und erntet dafür Beifall.