Ladenburg: Satteldiebe schlugen bei Turnier zu
Von Axel Sturm
Ladenburg. Beim bisher größten Springturnier, das in Ladenburg veranstaltet wurde, hätte man eigentlich nur zufriedene Gesichter sehen müssen. Sportlich war alles auf hohem Niveau, die vier Turniertage wurden erstklassig organisiert, das Besucheraufkommen war erfreulich. Und trotzdem waren die Organisatoren vom Pferdesportverein Heidelberg/Ladenburg am Sonntagmorgen wütend. Diebe waren in der Nacht zuvor in ein Stallzelt eingedrungen und hatten zahlreiche Pferdesättel geklaut. Der Schaden geht in die Tausende.
"Das waren Profis", meinte der Zweite Vorsitzende Andreas Huben, der sich zum einen über den finanziellen Schaden ärgerte, den die betroffenen Turnierteilnehmer hatten. Ein hochwertiger Pferdesattel kostet leicht um die 10.000 Euro. Bitter war aber auch, dass die Geschädigten beim Turnier nicht reiten konnten. "Das ist eine ganz ärgerliche Geschichte", sagte Huben.
Von Mittwoch bis Sonntag ritten auf der Reitanlage im Kirchfeld 1800 Starter in den Parcours. 1200 Pferde mussten an den vier Veranstaltungstagen versorgt werden, sodass die rund 120 Helfer viel Arbeit zu erledigen hatten. "Natürlich könnten wir mehr Helfer gebrauchen, aber trotzdem hat alles gut funktioniert", zog Turnierleiter Peter Werdan am Sonntagabend eine positive Bilanz. Bernd Zingraf, der pensionierte Feuerwehrmann, half beim Turnier gerne aus. Doch auch er war am Sonntag geschafft. "Man merkt das Alter. Die Beine schmerzen nach vier Tagen schon sehr", erzählte Zingraf, der zusammen mit Klaus Österreicher für die Parkplatzbelegung zuständig war. "Ich bin wirklich fertig", ergänzte Österreicher, der auch beim Tennisclub ehrenamtlich engagiert ist. Viel Lob hörten Christine Menge und ihr Küchenteam, aber auch für Platzwart Michael Lehrian gab es Anerkennung.
Die Plätze im Kirchfeld sind in einem hervorragenden Zustand. Dies sei mit ein Grund, warum auch Profireiter gerne nach Ladenburg kommen. Richter Manfred Beier von der RG Mannheim-Neckarau konnte das bestätigen. "Die Profireiter tragen schließlich Verantwortung für die Gesundheit der Pferde. Sie müssen bei den Besitzern Rechenschaft ablegen, wenn sich ein Pferd verletzt." Diese Gefahr besteht in Ladenburg nicht.
Auch Parcours-Designer Ralf Hollenbach aus Heidelberg leistete beim Turnier ganze Arbeit. Er ist ein gefragter Mann in der Reitsportszene und kennt die Verhältnisse in Ladenburg bestens. Auf dem Flug von Kiew nach Frankfurt hat Hollenbach vor ein paar Wochen die Parcours-Pläne entworfen. Pferd und Reiter sollen beim Wettbewerb gefordert, aber nicht überfordert werden. Ladenburg sei schon deshalb eine gestalterische Herausforderung, weil es hier viele Ablenkungsmöglichkeiten gibt.
In einem Reitstadion sehen die Pferde meist nur die Tribünen. In Ladenburg gibt es hingehen viel zu sehen, und dadurch können die Pferde ihre Konzentration verlieren. Dementsprechend lässt Hollenbach die Hindernisse aufbauen. Das Turnier mag er wegen seiner besonderen, familiären Atmosphäre. "Ich komme gerne hierher, denn der Veranstalter ist mit Herzblut bei der Sache", lobte Hollenbach, dessen Ideen schon bei Europa- und Weltmeisterschaften auf den Parcours umgesetzt wurden.
Auch Turniersprecher Roland Kern lobte die Entwicklung der Veranstaltung in den höchsten Tönen. Der Fachjournalist "adelt" Ladenburg nach dem Mannheimer Maimarkt-Turnier als wichtigstes Reitsport-Turnier in der Kurpfalz. "Die Entwicklung habe ich vorausgesagt, denn hier ist etwas zusammengewachsen. Ladenburg hat sich zum Mekka des Turniersports entwickelt", sagte Kern. Für Peter Werdan ist dies Motivation genug, um auch in den kommenden Jahren Reitsport der Spitzenklasse bieten zu können.