Bombendrohung in Weinheim: Drohanruf kam aus einer Telefonzelle
Von Günther Grosch
Weinheim. Eine anonyme Bombendrohung gegen das Amtsgericht in der Weinheimer Ehretstraße hat am Dienstagvormittag einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften ausgelöst. Gegen 8.30 Uhr habe die noch unbekannte Person über den Notruf das Lagezentrum im Polizeipräsidium Mannheim angerufen und angekündigt, dass in dem Gebäude "in Kürze eine Bombe detonieren würde", sagte der Weinheimer Revier- und Einsatzleiter Holger Behrendt vor Ort.
Daraufhin wurden die sich zu diesem Zeitpunkt im Amtsgericht aufhaltenenden Menschen sowie zehn Bewohner aus der unmittelbaren Nachbarschaft evakuiert, das Gelände weiträumig abgesperrt, der Verkehr umgeleitet. Die sich einige Hundert Meter weiter befindliche Pestalozzi-Grundschule und der Kindergarten waren von der Räumung hingegen nicht betroffen. Im Gegenteil: In Absprache mit den Schul- und Kindergartenleitungen kam man überein, dass die Kinder während der Unterrichtspausen im Gebäude bleiben sollten. Angesichts des zu diesem Zeitpunkt strömenden Regens fiel dies den Schülern nicht allzu schwer.
In der Zwischenzeit waren insgesamt vier Sprengstoffsuchhunde aus den Polizeipräsidien Karlsruhe und Rheinpfalz (Ludwigshafen) vor Ort eingetroffen, durchstöberten die Räume des Amtsgerichts sowie den Außenbereich. "Ohne Ergebnis", wie die Einsatzkräfte und Betroffene anschließend aufatmeten. Insgesamt waren etwa 25 Beamte und ein Dutzend Rettungskräfte im Einsatz.
Kurz vor Mittag konnten die Absperrmaßnahmen wieder aufgehoben werden. Die Schüler traten nach Schulschluss gefahrlos ihren Heimweg an, und auch die evakuierten Anwohner durften wieder in ihre Häuser zurückkehren. Dass der Schulalltag trotz der Aufregungen draußen vor der Tür weitgehend seinen gewohnten Gang genommen hatte und die Schüler nur wenig oder gar nichts von dem Geschehen mitbekamen, zeigt auch die Tatsache, dass unter anderem im Treppenbereich der Schule während des Einsatzes Klassenfotos gemacht wurden.
Vor der Schule fanden sich eine Handvoll besorgter Mütter ein, die über die Medien von der Bombendrohung erfahren hatten und ihre Kinder bei einer eventuell bevorstehenden Evakuierung abholen wollten. Sie ließen sich ebenfalls schnell beruhigen. Erste Ermittlungen des Kriminalkommissariats Mannheim ergaben, dass der Drohanruf aus einer Telefonzelle, offenbar aus jener unterhalb des Volkshochschulgebäudes in der Bahnhofstraße/Ecke Luisenstraße, abgesetzt worden war. Dort sicherten Spezialisten der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg Spuren. Gleichzeitig wurden Ermittlungen wegen des "Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten" gegen Unbekannt aufgenommen.
Zeugen, denen verdächtige Personen am Dienstagvormittag gegen 8.30 Uhr an der Telefonzelle aufgefallen sind, werden gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst, Tel.: 0621 / 17 44 44 4, oder mit dem Polizeirevier Weinheim, Tel.: 06201 / 10 03 0, in Verbindung zu setzen.