Schmuddelecken-Begehung: Dreckige Fugen in Kirchheim sind Stolperfallen
Von Werner Popanda
Heidelberg-Kirchheim. Mit Lob geradezu überschüttet wurden die Mitarbeiter der städtischen Abfallwirtschaft und Stadtreinigung gleich zum Auftakt der "Schmuddeleckenbegehung" auf dem Kirchheimer Kerweplatz. So bedankte sich beispielsweise CDU-Bezirksbeirätin Ruth Hörner für die "immer ganz toll gepflegten Blumenampeln".
Stadtteilvereinsvorsitzender Jörn Fuchs bestätigte wiederum "allen Beteiligten von der Stadt, dass sich in Kirchheim wirklich viel getan hat". CDU-Altstadtrat Martin Ehrbar sprach davon, dass es in Kirchheim insgesamt deutlich besser geworden sei, und Altstadtrat Karlheinz Rehm (Die Heidelberger) freute sich darüber, dass an den Bäumen am Friedhof tatsächlich ein Rückschnitt vorgenommen wurde.
Also alles gut in Kirchheim? Nicht ganz. Denn es gibt einen ganz bestimmten Knackpunkt, der sich zum Dauerbrenner entwickelt hat: die Gehwegpflasterung in der Schwetzinger Straße. Dieses Dilemma treibt viele Kirchheimer aller Generationen seit dem 9. Dezember 2006 um. Damals absolvierte die Straßenbahn der Linie 26 auf der neu geschaffenen Trasse ihre "Jungfernfahrt" durch Kirchheim. Und weil dieser Tag zugleich der Tag der Fahrplanumstellung war, gab es zu ihm keine Alternative. Das heißt: Die "Bembl", wie die Kirchheimer liebevoll ihre "26" nennen, musste an diesem Samstag definitiv durch Kirchheim rollen.
Besonders ins Auge stach dabei die extrem miserable Verfugung der Granitpflastersteine in der Schwetzinger Straße, die dermaßen übel war, dass es nach dem 9. Dezember 2006 immer wieder zu Stürzen kam. Nun bemängelte "Die Heidelberger"-Neustadträtin Marliese Heldner noch immer vorhandene "Ritzen von fünf Zentimeter Tiefe" und "Stolperfallen nicht nur, aber auch für ältere Menschen".
Überdies sammele sich in den besagten Ritzen Unrat aller Art, weshalb sie wissen wollte, "wie man das überhaupt sauber machen kann". Im Grunde könne man das gar nicht, antwortete ihr Michael Kraft, der bei der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung den Regiebetrieb Reinigung leitet. Denn die Verfugung in der Straße sei "einfach zu breit und zu lose" und die Ritzen seien so tief, dass die städtischen Reinigungsmaschinen an den Dreck gar nicht herankämen. Letztlich bilanzierte Heldner, dass es einerseits nichts zu nutzen scheine, wenn "ständig repariert und ausgebessert wird". Weshalb andererseits gefragt werden müsse: "Wie viel würde eine große Lösung kosten?"
Ein weiteres Kirchheimer Problem brachte der Stadtteilvereinsvorsitzende Jörn Fuchs schließlich ins Spiel: die Fahnenmasten auf dem Kerweplatz. Denn einer dieser drei Masten sei umgefahren worden, was vom Verursacher zwar auch bezahlt werde. Allerdings habe er erfahren, dass es Masten dieser Art gar nicht mehr zu kaufen gebe. Nachdem ihm seitens der Stadtbediensteten dennoch Abhilfe zugesagt worden war, verabschiedeten sich diese mit dem Hinweis, dass sie in zwei Jahren zur nächsten Begehung wiederkommen würden.