Mosbach-Neckarelz: Dieser "Wescher" verstärkt den Fuhpark der Feuerwehr
Von Frank Heuß
Mosbach-Neckarelz. Anders als in Großstädten ist die Feuerwehr in der Großen Kreisstadt Mosbach nach wie vor ehrenamtlich organisiert. Angesichts steigender Anforderungen an die Rettungsdienste ist es da naheliegend, den freiwilligen Feuerwehrleuten bestmögliche Einsatzmittel an die Hand zu geben. So wurde am Sonntagvormittag ein neues Wechselladerfahrzeug an die Abteilung Neckarelz-Diedesheim übergeben. Rund um die Ankunft des besonderen Wagens, dem ersten seiner Art im ganzen Kreis, hatte man extra einen Tag der offenen Tür organisiert.
"En‘ Wescher!" - so beantwortete Oberbürgermeister Michael Jann spontan die Frage des Diedesheimer Abteilungskommandanten Marcus Reißfelder, was ihm beim ersten Blick auf das Fahrzeug in den Sinn gekommen sei. Jann erfasste in pfälzischer Mundart die wuchtige Erscheinung des Mercedes-Benz "Arocs", der mit seinen 26 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, Allradantrieb bei 480 Pferdestärken je nach Bedarf unterschiedliche Module aufnehmen kann und damit vielseitig einsetzbar ist.
"Brauchen wir das?", stellte Reißfelder, der auch namens seines Neckarelzer Mitkommandanten Michael Hertel sprach, eine weitere Frage in den Raum. Er beantwortete sie selbst anhand vieler Beispiele von sich verändernden Einsatzfeldern der Feuerwehr, die nicht zuletzt durch den Straßenverkehr einschließlich dem Transport immer anderer Gefahrengüter entstehen. "Darauf sollten wir mit den besten Mitteln gewappnet sein", rief er in die Fahrzeughalle des erst 2017 eingeweihten, neuen Gerätehauses in der Eichendorffstraße, wo sich zahlreiche Gäste eingefunden hatten. Beifall erhielt er für die Feststellung, dass nicht die Feuerwehr als Institution, sondern alle Bürger(innen) damit ein Fahrzeug bekommen, das ihre Sicherheit erhöht.
Rathauschef Michael Jann, der auch für "Feuerwehrbürgermeister" Michael Keilbach sowie Gesamtkommandant Detlev Ackermann sprach, würdigte die Leistung der Rettungsdienste. Unter den Gästen hieß er den Präsidenten des DRK Mosbach und Oberbürgermeister a.D., Gerhard Lauth, Polizeidienststellenleiter Achim Küller sowie Vertreter der hiesigen DLRG und vom Technischen Hilfswerk willkommen. Das neue Einsatzfahrzeug sei "multifunktional und sein Geld wert", stellte Jann gleich eingangs heraus. Die rund 277.000 Euro teure Investition stehe in der Kontinuität von an die 2,5 Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren in den Fuhrpark der Feuerwehr geflossen seien.
Dafür galt sein Dank für die Mittelbereitstellung dem Gemeinderat, aus dem einige Stadträte unter den Gästen waren, sowie dem Landkreis für die Bezuschussung. Und damit sei man längst nicht am Ende: "Es stehen noch einige Investitionen vor uns", stellte Jann mit Verweis auf die Liste geplanter Ersatzbeschaffungen fest. Einige dieser Fahrzeuge der Abteilungen aller Stadtteile stammen noch aus den 1980er-Jahren.
Landrat Dr. Achim Brötel, der auch für den als Stellvertreter des verhinderten Kreisbrandmeisters Jörg Kirschenlohr gekommenen Bernd Häring sprach, lobte das "besondere Engagement der Großen Kreisstadt" als "absolut bemerkenswert". Der neue "Vieles-Könner unter den Einsatzfahrzeugen" schlage sich finanziell zu fast drei Vierteln auf städtischer Rechnung nieder, was "ein Wort" sei. Das "hervorragende Miteinander von Stadt und Feuerwehr" gehe auf eine "lange und schöne Tradition" zurück, die es so nicht überall gebe.
Nach der Fahrzeugweihe durch Diakon Erich Luffer durften die Abteilungskommandanten Michael Hertel und Marcus Reißfelder aus den Händen von Oberbürgermeister Michael Jann den symbolischen Fahrzeugschlüssel entgegennehmen - den richtigen hatten sie bereits im Vorfeld durch Christoph Keller vom Autohaus Gramling erhalten.
Zum "Tag der offenen Tür" kamen trotz regnerischen Wetters zahlreiche Besucher. Von den Feuerwehrkameraden wurden sie zünftig bewirtet und konnten das Gerätehaus mit Schulungsraum im Obergeschoss sowie den Fuhrpark besichtigen.