Schriesheim: Zauberei, Clownerie und Akrobatik
Von Volker Knab
Schriesheim. Mit dem Einsatz weniger Elemente zauberhafte Momente erschaffen: Ist es nicht das, was die Menschen am Zirkus fasziniert? Den am Zirkus-Projekt "Circus Bambini Inclusioni" beteiligten Kindern gelang dies am Sonntag in der Schriesheimer Mehrzweckhalle auf wunderbare Weise. Am Ende wurden die 14 Akteure im Alter von sechs bis 14 Jahren begeistert beklatscht.
Das Publikum bestand naturgemäß vornehmlich aus Angehörigen, aber auch einige neugierige Besucher wollten sich die Ergebnisse des Zirkus-Projekts mit Kindern nicht entgehen lassen. Die Kinder hatten so viel gelernt, dass ein Programm von mehr als einer halben Stunde herauskam.
Mehr interessierte Kinder als freie Plätze
Und was die Akteure auf der Bühne in ihrem kleinen Programm aufführten, konnte sich durchaus sehen lassen. Im Verlauf des Workshops, der am vergangenen Sonntagmorgen um 11 Uhr begonnen hatte, waren unter der Anleitung professioneller Trainer vom Team des "Kinder- und Jugendzirkus Paletti" aus Mannheim gleich mehrere Nummern entstanden.
Die Teilnahme an dem Workshop war ausdrücklich für Kinder mit und ohne Handicap möglich gewesen. Am Ende waren die beiden Gruppen mit sechs zu acht teilnehmenden Mädchen und Jungen fast gleich groß. Eine ausgezeichnete musikalische Begleitung und Improvisationskunst am Klavier steuerte der Komponist und Chorleiter Bernhard Bentgens bei. Er leitet den "Circus Inclusioni" des Heidelberger Beschwerdechors.
Zu Beginn forderte Schriesheims Integrationsbeauftragte Karin Reichel das Publikum noch einmal zu einem kräftigen Applaus auf und gab "die Manege frei". Dann ging es Schlag auf Schlag, mit jeder Menge Zauberei und Clownerie. Nachdem man die Manege mit schützenden Gummimatten ausgelegt hatte, folgten beherzte Akrobatikeinlagen auf Gymnastikbällen sowie am Seil.
"Pyramiden gibt’s nicht nur in Ägypten, sondern auch hier", erklärten die siebenjährige Emma und die achtjährige Isabella und kündigten damit die letzten Nummern an. Die beiden führten - fast frei von Lampenfieber - durch das Programm.
Sie ließen sich kaum aus der Ruhe bringen, wenn sich das Mikro bei ihren Ansagen einmal nicht anschaltete: "Ihr müsst dann einfach laut rufen", riet Trainer Dino Lampe vom Bühnenrand aus - und das funktionierte auch. Das Team vom "Kinder- und Jugendzirkus Paletti", das die Betreuung der Kinder übernommen hatte, bestand aus drei Trainern.
Nach der Verabschiedung und dem Programmende erhielt Integrationsbeauftragte Reichel aus den Reihen des Circus und auch aus dem Publikum Rückmeldungen. Viele Zuschauer äußerten den Wunsch nach einer Neuauflage eines solchen Angebots. Das Interesse an dem Workshop war riesengroß gewesen, das wusste Reichel bereits. Denn: "Ich musste über 25 Kindern eine Absage erteilen." Sie wolle sehen, ob und in welcher Form eine Wiederholung möglich ist. Jetzt hat sich die Mitarbeiterin der Stadt aber erst einmal eine Verschnaufpause verdient. War sie doch für die beiden Inklusions-Veranstaltungen - die Auftritte des Beschwerdechors und der Kinder - das ganze Wochenende im Einsatz. Sie sprang sogar bei der Lichttechnik ein.
Freuen kann sich auch die Grüne Liste Schriesheim. Die Lokalpolitiker hatten als Beiträge zu ihrem Kulturherbst sowohl den "Circus Inklusioni" des Heidelberger Beschwerdechors als auch die Veranstaltung für Kinder in die Stadt geholt und sich um passende Kooperationspartner gekümmert.