Neidenstein: "Spaziergänger" waren auch im Burgdorf
Neidenstein. (bju) Kuhglockengeläut begleitete eine rund 35-köpfige Gruppe am Donnerstagabend bei ihrem "Spaziergang" durch das Burgdorf. Teilnehmende bei diesem Protestmarsch waren Impf-Skeptiker, Corona-Leugner oder diejenigen, die sich mit den Corona-Maßnahmen ihrer Freiheit beraubt fühlen.
Die Reaktion in den sozialen Medien ließ nicht lange auf sich warten. Während die einen belustigt von einem "Almabtrieb" sprachen, unterstützten andere das Recht auf Meinungsfreiheit in einer Demokratie und warfen "Teile der älteren Generation" vor, "immer schön mit dem Strom mit zu schwimmen". Nach RNZ-Informationen war dieser "Spaziergang", zu dem mit Info-Zetteln in Briefkästen und auch wohl über Messenger-Dienste eingeladen worden war, nicht der erste seiner Art in Neidenstein.
Bereits vergangene Woche hat sich ein Tross durch den Altort des 1750-Seelendorfes bewegt. Die Polizei sei beim Start von der Von-Venningen-Halle vor Ort gewesen, hatte Bürgermeister Frank Gobernatz in Erfahrung gebracht, der sich am Freitagvormittag mit dem Thema erstmals auseinandersetzte. "Aber bei uns im Rathaus war dieser ,Spaziergang‘ nicht angemeldet worden. Ich muss mich jetzt selbst mal über die Rechtslage informieren." Der Abstand und die Maskenpflicht wurden laut verschiedenen Aussagen von Beobachtern nicht eingehalten.
In vielen deutschen Städten versammeln sich immer wieder regelmäßig Menschen, um gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Teilweise werden die Treffen als Versammlung oder Kundgebung angemeldet, oft aber auch nicht. In der Regel werden sie auch nicht angekündigt und beworben. Mit dem Etikett "Spaziergang" hoffen die Organisatoren wohl, geltende Regelungen für Versammlungen und somit mögliche entsprechende Auflagen umgehen zu können, so ist unter anderem auch die Vermutung von Florian Zangl, Sinsheims Ordnungsamtsleiter. In der Stadt gab es mehrere solcher "Spaziergänge".