Regenfälle und Sturmfluten führen zu Überschwemmungen
Sturm und Überflutungen machen der Hamburger Feuerwehr weiter zu schaffen. Das Wasser kommt nicht nur aus der Nordsee in die Stadt, sondern auch aus dem Hinterland. Das bekommt ein Bezirk besonders zu spüren.
Nach dem Durchzug des Sturmtiefs «Antonia» haben die kräftigen Regenfälle der Hamburger Feuerwehr viel Arbeit beschert. Am Montag seien Helfer bis zum Nachmittag 120 Mal alarmiert worden, sagte ein Sprecher. Es habe zahlreiche Überflutungen und vollgelaufene Keller gegeben. Zudem drohten Bäume umzustürzen. Über Stunden musste die Feuerwehr ein Wellblechdach in der Hamburger Altstadt sichern. Besonders schwierig war die Lage in Bergedorf, wie ein Sprecher des Bezirksamtes erläuterte. Die Binnengewässer hätten einen sehr hohen Pegelstand erreicht. Das Wasser könne aber nicht mehr in die Dove-Elbe ablaufen, weil die Sturmfluten dort ebenfalls für einen hohen Wasserstand gesorgt hätten.
Das Technische Hilfswerk und die Freiwillige Feuerwehr pumpten das Wasser bereits seit Sonntag in die Dove-Elbe. Dadurch sei der Wasserstand der Binnengewässer bereits etwas gesunken. Der Einsatz von zehn großen Pumpturbinen, die die Hafenverwaltung HPA aus Bremen heranschaffte, sollten ab Montagabend für weitere Entspannung sorgen. Ohne das Abpumpen wären die Bergedorfer Innenstadt und die Vier- und Marschlande von Überschwemmungen bedroht, sagte der Sprecher des Bezirksamts.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte für die deutsche Nordseeküste erneut vor der Gefahr einer Sturmflut am Montagabend. An der ostfriesischen Küste werde das Hochwasser bis zu 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser ausfallen, teilte das BSH mit. An der Nordsee-Küste und im Weser- und Elbegebiet, und damit auch in Hamburg, soll das Hochwasser 1,5 bis 2 Meter höher sein als normal. Die Sturmflutgefahr besteht bis etwa 20.30 Uhr. Das ist den Angaben zufolge die elfte Sturmflut in Hamburg in diesem Jahr. Für Dienstagmorgen wird eine weitere erwartet, wie eine Sprecherin des Bundesamtes sagte.
Bahnreisende mussten am Montag weiterhin viel Geduld haben. Im Tagesverlauf entspannte sich die Lage allerdings etwas. Im Vergleich zu seinen Vorgängern «Ylenia» und «Zeynep» habe der Sturm «Antonia» weniger stark gewütet, hieß es. ICE-Züge von Hamburg nach Hannover wurden laut Deutscher Bahn südwärts über Bremen umgeleitet. Allein bei Uelzen muss die beschädigte Oberleitungskonstruktion auf einer Länge von 600 Metern komplett neu aufgebaut werden. Eine Streckensperrung zwischen Hamburg-Wandsbek und Rahlstedt behinderte den Regionalverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck. «Die Aufräum- und Reparaturarbeiten laufen unvermindert fort, um auch hier schnellstmöglich alle Züge wieder fahren zu können», teilte die Bahn mit.