2. Bundesliga: Neuer Start, altes Ziel: HSV beginnt Anlauf zum Aufstieg
Die Pause war kurz, die Ambitionen sind weiter groß: Der HSV will in der 2. Fußball-Bundesliga wieder um den Aufstieg mitspielen. Trainer Tim Walter kann sich der Fan-Unterstützung sicher sein.
"Tim, auf ein Neues" rief ein Anhänger des Hamburger SV, als die Mannschaft von Trainer Tim Walter angeführt durch ein Fan-Spalier zum ersten Training der neuen Saison in der 2. Fußball-Bundesliga ging. Die etwa 300 Zuschauer am Volksparkstadion applaudierten. Der angesprochene Walter lächelte. Der 47-Jährige nahm sich noch die Zeit, um einige Rollstuhlfahrer mit Handschlag zu begrüßen und kurz mit ihnen zu plaudern.
Es war ein harmonischer Start nur dreieinhalb Wochen nach der gescheiterten Bundesliga-Relegation gegen den VfB Stuttgart. Zum sechsten Mal nimmt der HSV Anlauf auf den Aufstieg. Dass der das Ziel ist, bestätigte Sportvorstand Jonas Boldt - wenn auch etwas verklausuliert: "Es ist völlig egal, was ich sage, weil ich glaube jeder, der sich mit dem HSV beschäftigt und jeder, der auch weiß, wie wir ticken, ganz klar weiß, dass das unsere Ambition wiedergibt."
Am ersten gemeinsamen Training nahmen vier Torhüter und 17 Feldspieler teil, darunter auch die Zugänge Immanuel Pherai von Liga-Konkurrent Eintracht Braunschweig und Uwe-Seeler-Enkel Levin Öztunali vom Bundesligisten 1. FC Union Berlin. Der Ex-Bielefelder Guilherme Ramos trainierte zwei Monate nach seiner Schulter-OP noch phasenweise individuell.
Nach seiner Vertragsverlängerung mit dem HSV war der umworbene Torjäger Robert Glatzel beim ersten Training ebenfalls dabei. Der niederländische Leistungsträger Ludovit Reis fehlte wegen der U21-EM. Nach ihren Länderspielen durften Ransford-Yeboah Königsdörffer (Ghana) und Anssi Suhonen (Finnland) ebenfalls noch pausieren.
Noch ist der Kader nicht komplett. In vielen Bereichen habe er "aber schon ein gutes Konstrukt", sagte Boldt. Gesucht werden noch Verstärkungen für die Abwehr und das defensive Mittelfeld als Ergänzung zu Jonas Meffert. Namen wollte Boldt erwartungsgemäß nicht bestätigen. Auch nicht die des Magdeburger Mittelfeldspielers Daniel Elfadli und des georgischen Verteidigers Saba Sazonov, der bei der U21-EM in seinem Heimatland stark spielt.
Wenige Stunden nachdem der Spielplan für die kommende Saison veröffentlicht wurde, äußerte sich Boldt auch zum Auftaktspiel des HSV gegen den Bundesliga-Absteiger FC Schalke 04 am 28. Juli (20.30 Uhr). "Wir freuen uns darüber", sagte der 41-Jährige. Es zeige "auch die Wertschätzung, die der HSV und seine Fans sich erarbeitet haben, dass man natürlich da auf Reichweite geht", betonte er die besondere Attraktivität der Partie. "Das Spiel HSV gegen Schalke wird aber immer geil sein, völlig egal an welchem Spieltag."
Am Sonntag steht das erste Testspiel beim Landesligisten FC Verden 04 (15.00 Uhr) auf dem Programm. Ins Trainingslager geht es vom 6. bis 15. Juli in Kitzbühel. Eines der beiden geplanten Testspiele in dieser Zeit ist gegen den österreichischen Meister RB Salzburg. Das hatte in der HSV-Fanszene zu Kritik geführt, die Boldt aber zurückwies.
"Die Thematik, ein gutes Trainingslager mit guten Gegnern hinzubekommen, die war schon sehr, sehr schwierig aufgrund der Relegation", sagte er. Von daher habe man einen guten Testspielgegner gefunden. "Das ist das, was Priorität hat." Etliche Fans - nicht nur in Hamburg - lehnen die von Red Bull finanzierten Vereine wie in Salzburg und Leipzig ab.
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