Das Wetter spielte doch noch mit: In Washington zeigte die US-Armee eine Reise durch ihre Geschichte – am 79. Geburtstag von Donald Trump. US-Präsident Donald Trump hat am Samstag die von ihm gewünschte Militärparade zum 250. Jahrestag der Gründung der US-Armee eröffnet. Trump betrat in Begleitung seiner Frau Melania eine riesige Bühne vor dem Weißen Haus. Anschließend wurden Salutschüsse abgefeuert und die US-Nationalhymne erklang, Trump salutierte. Vize-Präsident JD Vance saß am anderen Ende der Tribüne, die vor dem Weißen Haus aufgebaut war. Rund 6.000 Soldaten, 50 Hubschrauber und 150 Panzer nahmen an dem in den USA unüblichen Spektakel teil. Das Datum der Parade fällt mit Trumps 79. Geburtstag zusammen. Mehrere Tausend Menschen säumten die Straßen entlang der Parade. Sicherheitsbehörden hatten Teile der Stadt gesperrt, auch ein Flughafen musste den vorübergehend den Dienst einstellen. Weil man Regen fürchtete, begann die Parade 30 Minuten früher als geplant. Viele Zuschauer kamen vor allem, um die US-Armee zu feiern. "Ich finde es toll, dass wir unsere Einigkeit zeigen", sagt Loren Stephenson, die sich das Spektakel anschaute, und schob wenig später nach: "Uns fehlt es hier in den Vereinigten Staaten ein wenig daran". Stephenson lief schon am Nachmittag in Richtung der National Mall, wo sich eine lange Schlange gebildet hatte. Viele der anstehenden Menschen hielten US-Flaggen in der Hand, einige tragen rote Maga-Kappen. Maga steht für "Make America Great Again", eine Bewegung, die hinter US-Präsident Donald Trump steht. Um auf das Gelände rund um das Washington Monument zu kommen, mussten sie zunächst die Sicherheitskontrollen passieren. Zeitreise durch die Armee-Geschichte Die Veranstaltung war nicht nur eine Machtdemonstration, sondern auch eine Zeitreise durch die militärische Entwicklung der Vereinigten Staaten – von der Revolution bis in die Gegenwart. Den Auftakt machten Einheiten, die an die Ursprünge der US-Armee erinnerten. Dazu gehörten die traditionsreiche Commander-in-Chief’s Guard , die dem ersten Präsidenten George Washington unterstellt war, sowie das Old Guard Fife and Drum Corps , das mit historischen Trommeln und Flöten für authentische Klänge sorgte. Auch das 3rd Infantry Regiment , bekannt als "The Old Guard", marschierte mit – die älteste aktive Einheit der US-Armee. Bürgerkrieg und frühe Konflikte Aus der Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs und der darauffolgenden Konflikte war unter anderem die 4th Infantry Division vertreten. Sie stand stellvertretend für die lange Tradition bodengebundener Kampfeinsätze der USA. Weltkriege Für den Ersten Weltkrieg stand die 42nd Infantry Division , auch bekannt als "Rainbow Division". Besonders prominent vertreten waren jedoch die Veteranenverbände des Zweiten Weltkriegs: Die 82nd Airborne Division ("All American") und die 101st Airborne Division ("Screaming Eagles") symbolisierten den erfolgreichen Luftlande- und Bewegungskrieg der USA in Europa. Korea- und Vietnamkrieg Die 2nd und 3rd Infantry Division erinnerten an die Kämpfe im Koreakrieg. Die 1st Cavalry Division und die 25th Infantry Division standen für die verlustreichen Einsätze in Vietnam . Golfkrieg und jüngere Einsätze Mit der 1st Infantry Division („Big Red One“) und der 1st Armored Division marschierten zwei zentrale Einheiten des Golfkriegs mit. Sie verkörperten die moderne, gepanzerte Kriegsführung der 1990er-Jahre. Kampf gegen den Terror Einheiten wie die 10th Mountain Division , das 160th Special Operations Aviation Regiment und die Army Rangers repräsentierten die militärischen Operationen im Rahmen des "War on Terror" nach den Anschlägen von 2001. Sie standen für hochmobile, oft verdeckt operierende Spezialkräfte. Moderne Streitkräfte und Zukunft Auch jüngere oder reaktivierte Einheiten wie die 11th Airborne Division und die 7th Infantry Division nahmen teil. Sie spiegelten die Weiterentwicklung der Streitkräfte im 21. Jahrhundert wider. Reservisten und Nachwuchs Neben aktiven Einheiten waren auch Reservistengruppen, Kadetten der Militärakademie West Point sowie Teilnehmer militärischer Ausbildungsprogramme vertreten. Neue Rekrutinnen und Rekruten legten öffentlich ihren Eid ab – ein symbolischer Ausblick auf die Zukunft der Armee. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit den Wunsch nach einer großen Militärparade geäußert, nachdem er in Paris die Parade zum französischen Nationalfeiertag verfolgt hatte. Im Vorfeld der Veranstaltung sagte er, die USA könnten dabei "ein bisschen angeben". Demonstranten drohte Trump mit "sehr hartem Vorgehen", falls sie versuchen, die Veranstaltung zu stören.