Bike der Woche powered by bike-components: Stanton Sedona von IBC-User The Trail Nomad
Mit dem Stanton Sedona hat sich „The Trail Nomad“ ein schickes Trail-Hardtail getreu dem Motto „UK meets Germany“ aufgebaut. Der schlichte, blaue Stahlrahmen wurde mit allerlei edlen Komponenten ergänzt. Viel Spaß mit diesem Bike der Woche!
Dank bike-components als Sponsor gibt’s auch für dieses Bike der Woche einen Gutschein für bike-components.de im Wert von 50 €. Viel Spaß damit! Außerdem qualifiziert sich jedes Bike der Woche für den großen Jahresgewinn am Ende der Saison.
Bike der Woche powered by bike-components
Stanton Sedona, The Trail Nomad
MTB-News.de: Hallo The Trail Nomad, dein Bike hat es direkt unter die beliebtesten Fotos der Woche im Fotoalbum geschafft. Wie ist es zu deinem Bike gekommen, das wir heute als Bike der Woche vorstellen?
Ich habe schon sehr viele Räder selbst aufgebaut, aber bei der Konzeption noch nie so lange gebraucht wie bei diesem. Am 01. Mai diesen Jahres war es endlich fertig, die erste Mail, die ich Dan von Stanton Bikes schrieb ging ziemlich genau ein Jahr vorher raus.
Ursprünglich war es nur eine von vielen Anfragen an britische Firmen, die ich im Rahmen meiner geplanten UK-Tour besuchen und interviewen wollte. Irgendwann entstand dann die Idee, ein Bike aufzubauen, das dazu passt – und es dann auf genau dieser Tour im April fahren zu können.
Dass das nicht geklappt hat, sieht man am Datum der Fertigstellung des Rades. Hier lief einiges nicht so wie geplant, was zum Teil an den Hunderten Mails, die zwischen Dan und mir hin- und hergingen lag. Kurz vor meiner Abreise war alles da – bis auf den Rahmen. Wir hatten dann abgesprochen, dass ich ihn bei meinem Firmenbesuch direkt mitnehme. Als ich auf der Fähre nach England saß, bekam ich eine UPS Tracking Nachricht, die mich über einen Versand der Firma Stanton informierte. Murphy’s Law at its best. :) Naja… nicht ganz. Meine Eltern waren zu dieser Zeit gerade bei mir daheim und passten auf meine Kinder auf*, sodass sie den Rahmen entgegennehmen konnten und er nicht wieder retour ging.
*Meine Frau war als Kamerafrau mit dabei und hat die Firmenbesuche hinter der Kamera begleitet.
In UK bzw. davor lief es auch nicht besonders rosig. Viele Firmen hatten ihr Interesse bekundet und am Ende waren es dann „nur“ Stanton und Hope, denen ich einen Besuch abstatten konnte. Das waren dann aber auch richtige Highlights und wie man am Rad sehen kann, wurden auch viele Teile von Hope verbaut.
Hope ist im Vereinigten Königreich quasi das, was der Golf bei uns ist: allgegenwärtig. Das überrascht zwar nicht, hat mich aber trotzdem irgendwie erstaunt. Auf den Golfie Trails in Schottland sah man an fast jedem Bike die Tech3V4 oder die neueren T4V4-Bremsen. Insofern ist es nur passend, dass das Stanton mit so vielen Hope Teilen ausgestattet ist.
Kurze Zwischenfrage: Wann genau ist das Rad fertig geworden?
Wer jetzt auf noch den 01. Mai im Kopf hat, liegt zwar richtig aber auch irgendwie falsch. An diesem Tag bin ich genau ein Mal auf der Straße vor meinem Haus gerollt und beim Ziehen des Rades in den Manual fühlte es sich sehr komisch an, irgendwie sperrig und gar nicht so, wie die Beschreibung auf der Homepage beschrieben – IT’S PART BMX, PART TRIALS BIKE, AND PART MTB BIKE.
Ich habe dann den Zollstock rausgeholt und das Steuerrohr gemessen. 140 mm! NEIN! Ich hatte die falsche Größe bekommen. Wo lag also der Fehler? Wir erinnern uns an die hundert Mails? Am Anfang hatte ich die Geowerte mit denen meines Kavenz verglichen und mich für den 18“ Rahmen entschieden. Mit meinen 1,80 m bin ich immer irgendwie zwischen M und L und nach längerer Zeit auf kleineren Rahmen (Kenevo SL in S3, Last Glen in 175) wollte ich nicht zu klein gehen und orientierte mich am Kavenz. Dabei wusste ich aber nicht, dass sich Hardtails etwas anders verhalten und die 480 mm Reach nicht vom SAG eines Dämpfers verkürzt werden. Das heißt, irgendwann hatte ich Dan dann geschrieben, dass ich doch auf die kleineren 16.5″ gehen würde. Leider ist diese Mail dann untergegangen.
Dan war erstaunlich gelassen, eine angenehme Eigenschaft, die ich schon beim Firmenbesuch wahrgenommen hatte. Er schrieb mir dann, dass ich einen neuen Rahmen in der richtigen Rahmengröße bekommen würde und den zu Großen auf Insta verlosen solle.
Am selben Tag habe ich das Rad wieder auseinandergebaut und die Teile in Kisten verstaut. Am 31. Mai war es dann aber endlich soweit. Der neue Rahmen wurde aufgebaut und ich konnte das erste Mal wirklich damit fahren.
Worauf hast du beim Aufbau deines Bikes besonders geachtet?
Wichtig war mir, dass außer der Farbe des Rahmens keine weitere Farbe am Rad verbaut wird. Also silber/schwarz. Bei der Farbe war ich eigentlich schon auf Candy Apple Red eingestellt, da ich das schon immer mal an einem Rad haben wollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Dangerholm dann sein Scott Spark RC Visione in eben dieser Farbe präsentiert und das gefiel mir absolut nicht. So bin ich auf das Blau umgeschwenkt.
Des weiteren wollte ich eine Art „UK meets Germany“ Projekt bauen (was im Endeffekt nur „England meets Germany“ wurde) und es sollten nur Teile deutscher und englischer Firmen verbaut werden.
Viele Teile kamen wie schon gesagt von Hope. Beim Vorbau bin ich auf den HxR gegangen, der mir sehr gut gefällt und auch wenn die Firma nicht aus Deutschland kommt, wird der Vorbau bei RadoxX gefräst, die ich ja auch im Rahmen meiner Germany’s Finest Tour besucht hatte. Die 612 Pedale, auch dort gefertigt, waren dann auch im Paket.
Beim Laufradsatz war es etwas schwieriger. Ich wollte unbedingt silberne Felgen haben und da gibt es nicht so viele. Ich hatte dann aber noch im Hinterkopf, dass Newmen für ihre Teamfahrer silberne Felgen anboten. Da Newmen auch auf meiner Besuchsliste stand, habe ich dort angefragt und bekam die wundervolle Nachricht, dass ich für diesen Aufbau die silbernen Felgen bekommen könne (normal sind diese nicht im Handel erhältlich). Beim Besuch wurden sie dann mit schwarzen Newmen Fade Naben aufgebaut.
Dazu bekam ich dann noch den Newmen Advanced VGS Lenker, dessen Lenkerbreite sich von 760 bis 810 mm einstellen lässt. Ein Feature, das ich sehr begrüßte, denn mittlerweile bin ich von meinen üblichen 800 mm am Kavenz auf 760 mm beim Stanton gegangen, was auch super zum Rad und dessen Einsatzzweck passt.
Beim Sattel hätte ich eigentlich auf SQlab gehen müssen, mit denen ich an meinen anderen beiden Rädern sehr zufrieden bin. Auf der Bespoked 2024 war ich aber sehr lange am Stand der tschechischen Firma Posedla, die Custom Sättel im 3D Druck erstellen. Ich hatte bisher kaum Probleme mit irgendwelchen Sätteln (und bin darüber auch super glücklich), wollte aber dennoch einmal so etwas ausprobieren. So befand sich mein Allerwertester im Dezember 24 auf einem Smiling Butt Kit und 8 Wochen später war der Sattel bei mir.
Verbunden wurde er mit einer BikeYoke Revive LTD in 185 mm. Ich hätte hier auch mit einer Vecnum Nivo gehen können, da ich aber bisher mit meinen BikeYokes super zufrieden war, wollte ich hier auf die sichere Bank setzen (ohne Vecnum jetzt schlecht machen zu wollen). Beim Dropperhebel bin ich dann aber doch auf etwas anderes gegangen. Der Gravity Components Eject Button (3D-Druck aus Titan) war bei der Bespoked an einem Crossworx verbaut und ich fand den richtig gut. Der musste es also sein.
Bei der Schaltung war ich lange hin- und hergerissen, denn da gibt es nichts aus Deutschland, zumindest keine Kettenschaltung. Mit SRAM (in Schweinfurt) war ich aber näher dran und so wurde es eine X01 Kassette. Die Kette, eine Connex 12SE, kam von Variolube mit deren Werksschmierung. Schaltwerk und Shifter in silber gibt es meines Wissens nur von einer Firma, die dann auch verbaut wurde. Das Vivo Schaltwerk + Shifter kamen direkt von MTB-News, wo sie vorher zum Test verbaut waren.
Bei der Gabel habe ich mich sehr schwer getan. Zu diesem Zeitpunkt gab es eine Pike Ultimate in silber für 500 € und die hätte wunderbar in das Rad gepasst. Dann gingen aber wieder einmal die Pferde mit mir durch und ich kontaktiere Intend mit der Frage, ob sie noch eine silberne Ebonite hätten und da ist sie. Ich konnte sogar die einzelnen Komponenten bestimmen. Das heißt schwarze Ausfallenden, silberne Lowers und schwarze Krone.
Jetzt fragt sich bestimmt der ein oder andere, warum ich keine USD genommen habe: Wenn Intend, dann USD. Da ich mit dem Rad aber auch wieder meine Trial Zeit aufleben lassen wollte, wollte ich dann doch eine RSU haben, denn beim Sidehop auf eine Mauer zerkratzt man des Öfteren auch die Lowers.
Mit diesem Hintergrund ist auch die T4V4 mit 203/203 ans Rad gewandert, auch wenn ich hier auch eine silberne Hope XCR hätte verbauen können.
Der Kettenstrebenschutz von Raliproducts ist auch ein cooles Teil. Der hat so einen Magneten, der die Kette in den schweren Gängen festhält und so für weniger Klappern auf der Abfahrt sorgen soll. Leider hatte ich nur einen davon, der am zu großen Rahmen verbaut ist. So beim Fallenlassen des Hinterrades daheim hat das super funktioniert. Auf dem Trail konnte ich es leider nicht testen.
Wie geht es mit deinem Bike weiter?
Ich habe den Bericht in Retrospektive geschrieben, denn es ist schon weitergegangen mit dem Rad. Zum einen habe ich einen Pi Rope Laufradsatz verbaut, den ich gegen einen Newmen Phase 30 Trail Vonoa vergleichen werde. Zum anderen sind jetzt passendere Hope XCR Pro in Smoke (ein dunkleres Gunmetal Grey) verbaut.
Dadurch ist das Rad gleich mal 800 g leichter geworden und der leichte Laufradsatz macht sich im Antritt und auch in der Agilität sehr bemerkbar. Ich bin gespannt, wie sich die Carbonspeichen in diesem Rad verhalten.
Außerdem habe ich die silberne Bikeyoke gegen eine schwarze getauscht, weil mir das Silber dann doch nicht so gut gefiel. Außerdem hat die Stütze jetzt 213 mm Hub.
Das Vivo Schaltwerk und Shifter musste ich leider auch wieder zurückgeben und so habe ich ein SRAM X01 und den passenden Shifter montiert. Das Schaltwerk musste aber trotzdem noch etwas silber enthalten und so habe ich den Käfig von Ratiotechnology verbaut, die übrigens auch in England produzieren, passend zum Motto des Rades.
Beim derzeit verbauten Kettenstrebenschutz von STFU muss ich wohl noch einmal ran. An einem anderen Rad hat der wunderbar gehalten, hier hat er sich aber wieder gelöst. Das liegt vielleicht an dem kleinen Durchmesser der Kettenstreben aus Stahl.
Welchen Einsatzbereich hat das Bike?
Gemäßigte Trails, Pumptrack, Trial-Spielereien.
Was wiegt das Bike?
15 kg.
Was ist dein persönliches Highlight an deinem Bike der Woche?
Schwierig. Eigentlich jedes Teil, denn ich kenne bis auf SRAM und BikeYoke die Hersteller der Komponenten persönlich und verbinde mit jedem Teil schöne Bekanntschaften und interessante Unterhaltungen.
Eigentlich ist es das Rad als solches. Als es fertig war, saßen mein Sohn und ich im Garten und schauten es uns an. Er meinte dann plötzlich, dass er auch mit dem Mountainbike-Fahren anfangen möchte. Er bekam sein eigenes Rad und seitdem fahren wir regelmäßig zusammen.
Wie fährt sich das Rad?
Auf den Trails, die ich normalerweise hier fahre ist das Rad unbequem, wenn ich versuche die Geschwindigkeit des Kavenz zu erreichen. Ich hatte irgendwann 2019 einmal gesagt, dass ich nie wieder ein Hardtail-Mountainbike fahren werde. Ich musste mir dann erstmal geeignete Trails suchen und da geht es dann auch wunderbar.
Es ist schnell, sehr schnell im Antritt, auch wenn die Komponenten sehr stabil ausgelegt sind, ist es total verspielt. Das Gute an diesem Rad ist, dass ich es auch dann nutze, wenn ich mit meinem Sohn die härteren Trails fahre. Da er noch nicht so schnell ist, kann ich hinter ihm mit dem Hardtail spielen und langweile mich nicht mit meinem Kavenz.
Auf dem Pumptrack oder im Dirtpark macht es auch eine super Figur, da muss ich dann aber schon mit ordentlich Druck in den Reifen und Gabel fahren, dass es passt. Ist aber auch schnell gemacht.
Trialaktionen habe ich noch nicht so viele gemacht, da ich derzeit noch mit Klickpedalen fahre und noch keinen Bashguard montiert habe. Da der Rahmen dafür keine Aufnahme hat, muss ich auf andere Konzepte ausweichen, wozu ich bisher aber noch nicht die Muße hatte.
Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?
2017 ging die Reise los. Vorher war ich in der Großstadt und bin vorrangig Streettrial und Rennrad gefahren. Mit dem Umzug in den Harz konnte ich Trial nicht mehr fahren, denn es gibt hier in der Umgebung keine geeigneten Spots oder sie sind mit einem Singlespeed in mini-Übersetzung nicht gut zu erreichen.
So habe ich mir 2017 ein Canyon Spectral gekauft und die Mountainbike-Reise ging los. Ich vermisse die Trial-Spielereien aber trotzdem und so kam auch die Idee des Stanton, mit dem ich die Spots erreichen und dann auch fahren kann. Ich bin mir bewusst, dass man auch mit einem Enduro-Fully solche Sachen machen kann aber das macht mir nicht so viel Spaß.
Mountainbiken als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht.
Ich gebe es zu. Ich bin ein Opfer der Industrie. Mein Haben-wollen-Reflex kommt manchmal schneller als die Hupe eines New Yorker Taxifahrers, wenn die Ampel auf Grün schaltet.
Das heißt, ich habe teilweise meine Rahmen im Halbjahres-Takt gewechselt. Bei meinem Besuch bei Kavenz kam Giacomo auf mich zu und sagte mir, dass ich den VHP 16 Rahmen etwas vergünstigt bekommen könne, aber nur unter der Prämisse, dass ich ihn mindestens ein Jahr fahre. Das war im Juni letzten Jahres und das Rad ist noch da und wird auch noch länger bleiben. Vielleicht habe ich das auch einfach mal gebraucht.
Das Schlupfloch „ich bau mir einfach noch zwei andere Räder auf“ wollen wir lieber nicht weiter ausführen.
Du und die Internet Bike Community – wann und wie bist du zu uns gekommen und was verbindest du mit der IBC?
Ich habe keine Ahnung. Das ist schon so lange her, dass ich mich einfach nicht erinnern kann.
Was verbinde ich mit dem Forum? Nicht nur Gutes. Klar, man kommt in den Austausch und man bekommt auch viele neue Infos gratis. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich hier zum Teil viel Zeit verschwendet habe, die ich auch auf dem Mountainbike hätte verbringen können. Wenn man so öffentlich wie ich agiert und auch so kontrovers, ist Kritik auch an der Tagesordnung. Was dann auch dazu geführt hat, dass ich mich hier etwas zurückgezogen habe. So lebt es sich einfach entspannter.
Technische Daten: Stanton Sedona
- Rahmen
- !!Stanton Sedona 2025 (16.5″)
- Gabel
- !!Intend Ebonite 130 mm
- Steuersatz
- Hope Steuersatz
- Bremsen
- Hope T4V4 !!(203 mm)
- Vorbau
- HxR Vorbau !!(made by RadoxX), !!31.8/50mm/0°
- Lenker
- Newmen Advanced VGS, !!25mm Rise
- Griffe
- Newmen Resia
- Felgen
- Newmen Beskar !!(Team Edition)
- Naben
- Newmen Fade !!Boost
- Reifen
- Schwalbe Albert Radial Trail
- Kurbel + Innenlager
- Hope 170 mm
- Kettenblatt / Kettenblätter
- Hope 28Z
- Schalthebel
- Vivo Cycling Schalthebel
- Schaltwerk
- Vivo Enduro Schaltwerk
- Pedale
- 612 Pedale !!(made by RadoxX)
- Zughüllen
- Jagwire Zughüllen
- Kette
- Connex 12SE !!mit Variolube Werksschmierung
- Kassette
- Sram X01 Kassette
- Sattel
- Posedla Custom
- Sattelstütze
- Bikeyoke Revive
- Sattelklemme
- !!Stanton
Über das Bike der Woche
Ihr habt auch ein Bike, das sich bestens in die ehrenhafte Riege der „Bikes der Woche“ einfügen kann? Dann lest euch die Regeln für folgendes Album durch und ladet ein Bild in selbiges hoch. Viel Erfolg! Die Regeln: So wird dein Bike „Bike der Woche powered by bike-components“
Das Album findet ihr hier: mtb-news.de/s/55943.
Die 20 letzten Bikes der Woche findet ihr hier:
Alle Bikes der Woche? Hier klicken!