Unter Donald Trump verändert sich nicht nur der Politikstil im Weißen Haus. Auch optisch lässt er umgestalten. Sein Gesundheitsminister findet das großartig. Donald Trump räumt auf. Mit der US-Politik, mit der weltweiten Außenpolitik und mit der Handelspolitik sowieso. Kaum ein Politikbereich, den der US-Präsident seit seinem erneuten Amtsantritt nicht auf den Kopf stellt. Gerade erst hat er ein Handelsabkommen mit Südkorea eingetütet und Brasilien mit einem Strafzoll von 40 Prozent belegt. Aber auch sonst liegt dem 79-Jährigen offenbar viel am Großreinemachen. So hat es sich der ehemalige Immobilienmakler zur Aufgabe gemacht, den Amtssitz des US-Präsidenten einem gründlichen Facelifting zu unterziehen. Das Weiße Haus sieht unter Trump anders aus als noch zu Zeiten seiner Vorgänger. Die hatten allenfalls mal geringfügige Änderungen am Dekor vorgenommen. Nicht so Trump. Er will dem Weißen Haus seinen Stempel aufdrücken – mit Präsidialerlassen und mit neuer Einrichtung. Nun hat sich US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. begeistert über das neue Erscheinungsbild des Weißen Hauses gezeigt. Er kenne das Gebäude seit 65 Jahren, aber so gut wie derzeit habe es ihm noch nie gefallen, sagte Kennedy Jr. bei einem gemeinsamen Auftritt mit US-Präsident Donald Trump in Washington . Das Oval Office sei unter der Ägide des Republikaners "vollständig verwandelt" worden, schwärmte der Minister. Beim Betrachten alter Fotos sei ihm aufgefallen, wie "trist" das Büro des Präsidenten früher gewirkt habe – heute sei das Gegenteil der Fall. Sein Onkel, Ex-Präsident John F. Kennedy , und dessen Ehefrau Jackie hätten ein ausgeprägtes Gespür für Design gehabt und verstanden, wie wichtig Schönheit in öffentlichen Gebäuden sei, führte Kennedy Jr. aus. Diese sei "ein Vorbild für Demokratie – für die Entfaltung des menschlichen Geistes durch kreative Freiheiten". Heute sehe das Weiße Haus "außergewöhnlich" aus. USA-Flaggen, Gold und neue Bilder Seit Beginn der zweiten Amtszeit Trumps hat sich das Gebäude in der Tat merklich verändert. Im Außenbereich ließ der Präsident zuletzt zwei neue Fahnenmasten mit großen USA-Flaggen installieren. Das Oval Office dominieren nun vor allem opulente, goldfarbene Dekorationselemente und neue Bilder. Im Eingangsbereich des Büros hängt das – ebenfalls in einem goldfarbenen Rahmen präsentierte – Polizeifoto Trumps, das 2023 in einem Gefängnis im Bundesstaat Georgia aufgenommen wurde. Hintergrund war eine Anklage wegen versuchten Wahlbetrugs im Zuge der Präsidentschaftswahl 2020. Die Begeisterung des Gesundheitsministers dürfte manche überraschen, weil Trump gleich mehrere Relikte aus der Ära von dessen Onkel beseitigen ließ: Eine Efeupflanze, die nach verbreiteter Überlieferung ein Geschenk des irischen Botschafters an den Demokraten gewesen sein soll, ließ Trump vom Kaminsims im Oval Office entfernen. Außerdem ließ er die Rasenfläche in der Mitte des berühmten Rosengartens asphaltieren. Sie war nach Angaben der US-Parkbehörde Anfang der 1960er Jahre im Rahmen einer umfassenden Neugestaltung angelegt worden – auf Initiative Kennedys. In der Mitte des einst grünen Areals befindet sich jetzt eine große Betonfläche. Erst in der vergangenen Woche hatte Trump bei einem Besuch auf einem seiner luxuriösen Golfresorts in Schottland in Gegenwart von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über seine Pläne für eine weitere mögliche Neuerung im Weißen Haus gesprochen. Demnach wolle er einen pompösen Ballsaal in seinem Amtssitz einbauen lassen. Leavitt: "Spektakuläre Vision" "Kein Präsident vor mir wusste, wie man einen Ballsaal baut", sagte Trump, während er mit von der Leyen im Ballsaal seines Golfresorts saß. "Ich könnte also diesen hier nehmen, ihn sofort im Weißen Haus nachbauen lassen – und es wäre einfach wunderschön." Der Ballsaal ist für Trump zu einem der zentralen Renovierungsprojekte an der 1600 Pennsylvania Avenue geworden. Schon im Mai sagte er in der Sendung "Meet The Press" im Sender NBC: "Wir werden einen tollen Ballsaal bauen, seit 100 Jahren versuchen sie schon so einen für das Weiße Haus zu errichten. Wir haben drei oder vier verschiedene Konzepte und arbeiten fantastisch mit den Architekten zusammen." Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt sprach von einer "spektakulären Vision" des Präsidenten. Was die geplanten Bauarbeiten den amerikanischen Steuerzahler kosten werden, wurde bislang nicht bekannt. Trump will nicht in einem Zelt feiern Bereits zu Zeiten der Obama-Administration hatte Trump – damals noch Reality-TV-Star und Immobilieninvestor – die Idee vorgebracht. "Ich habe ihnen vorgeschlagen, einen schönen, sehr schönen Ballsaal zu bauen, für 100 Millionen Dollar", sagte Trump während einer Wahlkampfveranstaltung 2016. Doch der damalige Präsident sah keinen Nutzen für ein solches Projekt. Obama lehnte ab. Nun will Trump Ernst machen. Der größte Raum im Weißen Haus fasst 200 Personen. Trump will einen Raum, der mindestens 1000 Personen beherbergen kann. In seiner Privatresidenz in Mar-a-Lago, Florida , befindet sich bereits ein Ballsaal. Auch in Washington will der US-Präsident demnächst Staatsgäste im opulenten Stil empfangen. "Über die Zeit, wo wir sowas in Zelten gemacht haben, sind wir doch wohl hinaus, oder?", sagte Trump kürzlich.