Machtfantasie | Phallus Atombombe: Über den Sexismus der atomaren Abschreckung
Zugegeben: Als Frau die Potenzpoesie der nuklearen Abschreckung zu persiflieren, wirkt fast zu bequem – und harmlos. Die Deutung der Bombe als Phallusersatz gehört längst zum Standardrepertoire der Kulturkritik: Lustobjekt, sublimiertes Begehren, Freud light; ein feministischer Reflex aus dem verstaubten psychoanalytischen Baukasten. Lässt man aber die wollüstigen Bilder, die auch durch deutsche Medien geistern, an sich vorbeiziehen – vertikal erigierte Raketen hier, schäumend aufsteigende Pilzwolken da –, springt einem die sexuelle Metaphorik des Atomzeitalters geradezu ins Gesicht.
Moskau, Pjöngjang und Beijing liefern die Drohkulisse samt Raketenballett frei Haus. Es gehört zur nuklearen Machtdemonstration dazu, dass ihre triebgesteuer
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