Bösewichte, Schurken, zwielichtige Gestalten: Mit Arthur Brauss verliert Deutschland einen großen TV-Star. Der Schauspieler ist mit 89 Jahren gestorben. Mit dem "Großstadtrevier" wurde er einst populär. Mehr als 50 Jahre stand Arthur Brauss vor der Kamera, die Rolle des Polizisten Richard Block gehört zu seinen bekanntesten. Jetzt ist der TV-Star tot, wie seine Ehefrau Marie Poccolin-Braus der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. "Er ist ganz friedlich eingeschlafen. Das ist mein einziger Trost: dass er sich nicht quälen musste", sagte die Schauspielerin der dpa. Zuletzt sei er sehr geschwächt gewesen und rund um die Uhr gepflegt worden. Ihr Mann soll in München beerdigt werden. Arthur Brauss gehörte zu den meistbeschäftigten Schauspielern in Deutschland – und zu jenen, deren Gesicht der Zuschauer zwar kennt, dessen Namen er aber nicht gleich parat hat. Denn auf den roten Teppichen des Landes machte er sich rar und aus den bunten Illustrierten hielt er sich raus. Der Münchner mit schwäbischen Wurzeln überzeugte lieber vor der Kamera oder auf der Bühne. In fast 200 Produktionen hatte er mitgewirkt. Es gibt kaum eine Serie, in der nicht eine Episodenrolle übernommen hatte: "Der Alte", "Derrick", "Tatort", "Soko 5113", "Polizeiruf 110", "Balko", "Münchner Geschichten", "Die Schwarzwaldklinik", "Der Fürst und das Mädchen", "Rote Rosen" und viele andere Erfolgsformate. Bekannt wurde Brauss jedoch zwischen 1986 und 1991 mit der ARD-Vorabendserie "Großstadtrevier". In dem Format spielte er die Rolle des Polizeihauptmeisters Richard Block. Seine Figur zeichnete sich durch ein Herz am rechten Fleck aus und sorgte für Recht und Ordnung im 14. Polizeirevier in Hamburg-St. Pauli. Nach fünf Staffeln verließ er die Serie. Neben vielen Auftritten in Serien spielte Brauss in Fernseh- und Kinofilmen im In- und Ausland. Seine zweite Rolle hatte er 1964 in der internationalen Produktion "Der Zug" an der Seite von Jeanne Moreau und Burt Lancaster. In "Die Revolte" war er 1969 neben Hans Brenner und Hanna Schygulla zu sehen. 1972 stand er in dem Film von Wim Wenders "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" vor der Kamera. In den vergangenen Jahren war Brauss unter anderem in der Märchenverfilmung "König Drosselbart", in dem ARD-Krimi "Commissario Laurenti" sowie in dem Familienfilm "Tulpen aus Amsterdam" auf dem Bildschirm zu sehen. Bei den Burgfestspielen Jagsthausen stand er als Götz von Berlichingen auf der Bühne. Zur Schauspielerei kam Brauss erst über Umwege. In seiner Heimatstadt Augsburg machte er in seiner Jugend zunächst als Leichtathlet auf sich aufmerksam, wurde deutscher Jugendmeister im Stabhochsprung. Nach einer kaufmännischen Lehre erhielt er ein Stipendium für die Universität von Wyoming in den USA . Während des Studiums dort sammelte er erste Erfahrung auf der Studentenbühne. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gab Brauss 1963 sein Schauspieldebüt in dem Film "Verspätung in Marienborn" über die deutsche Teilung und den Kalten Krieg. Es war der Auftakt einer langen und erfolgreichen Karriere. Jetzt ist der TV-Star mit 89 Jahren gestorben. Arthur Brauss hinterlässt seine Ehefrau Marie Poccolin-Brauss. Sie ist ebenfalls Schauspielerin. Die beiden waren 50 Jahre ein Paar gewesen und hatten im vergangenen Jahr "ganz still" geheiratet, so Maria Poccolin-Brauss.