System | No one’s Darling? Der Künstler Jesse Darling ist schwer zu fassen
Wenn sich in Jesse Darlings installativen Arbeiten die Absperrgitter auf zerbrechlichen Beinen durchs Leben schleifen und sich Gehhilfen biegen und abknicken, als hätten sie keine Kraft mehr, sich der Schwerkraft entgegenzustrecken, wenn die Fahnenmasten ihre Köpfe hängen lassen, sich mit ihnen der Union Jack matt vor der Erde verneigt, dann werden die Objekte zu lebendigen Wesen, zu fühlenden Kreaturen: „Auch die Dinge haben ihre Tränen und Menschliches rührt das Herz“, sagt Aeneas in Virgils Epos auf der Reise nach Karthago, als er am Tempel des Jupiters Szenen aus dem Trojanischen Krieg erblickt.
Betrachtet man die Installationen des 1981 in Oxford geborenen Künstlers, ist es zunächst kein Krieg, der sichtbar wird. Doch können eini
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