Electronic Arts soll von der Börse verschwinden. Eine Gruppe rund um saudische Geldgeber übernimmt den Spielekonzern, auch eine Firma aus dem Trump-Umfeld ist dabei. Der US-amerikanische Spieleentwickler Electronic Arts (EA) wird für rund 55 Milliarden Dollar (knapp 47 Milliarden Euro) privatisiert. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, übernimmt ein Konsortium aus der Beteiligungsfirma Silver Lake, dem saudischen Staatsfonds PIF sowie der Investmentfirma Affinity Partners das Unternehmen – letztere wurde von Jared Kushner gegründet, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump . Electronic Arts ist einer der größten Videospielehersteller der Welt. Bekannt wurde die Firma durch Titel wie "Battlefield", "Die Sims", "Madden NFL" und das Fußballspiel "FIFA", das mittlerweile unter dem Namen "FC" erscheint. Die Firma mit Hauptsitz in Kalifornien hat ihre Wurzeln in den frühen 1980er-Jahren. Damals verstand sich EA als kreativer Verlag für Entwickler, die als "Software-Künstler" gefeiert wurden. "EA Sports FC 2026" im Test : Fußballspaß ohne große Neuerungen Vermögenszuwachs : "Forbes" enthüllt explosives Wachstum im Trump-Imperium Am Montag hatte EA mitgeteilt, einem Kaufangebot über insgesamt 55 Milliarden Dollar (knapp 47 Milliarden Euro) zugestimmt zu haben. Die Übernahme soll voraussichtlich Anfang 2026 abgeschlossen werden und bedarf noch der Zustimmung durch die EA-Aktionäre sowie durch Aufsichtsbehörden. Die Aktionäre erhalten 210 US-Dollar pro Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 25 Prozent gegenüber dem letzten Kurs vor Bekanntwerden der Übernahmeverhandlungen. Saudi-Arabiens Investment-Strategie Ziel der Investoren ist es, EA von der Börse zu nehmen. Nach Ende der Transaktion soll die Börsennotierung im US-Technologieindex Nasdaq aufgehoben werden. Die Mitglieder des Konsortiums bringen dafür rund 36 Milliarden Dollar an Eigenkapital auf, weitere 20 Milliarden Dollar kommen als Fremdkapital von der Bank JPMorgan Chase . Der saudische Staatsfonds PIF wird seinen bestehenden Anteil von 9,9 Prozent an EA beibehalten. Die Übernahme ist Teil einer langfristigen Strategie Saudi-Arabiens, die eigene Wirtschaft unabhängiger vom Öl zu machen. Der Fonds hat bereits zuvor in die Gaming-Branche investiert, unter anderem mit Beteiligungen an Nintendo , dem Spieleunternehmen Scopely und dem Hersteller von Pokémon Go. Die Investoren versprechen sich von dem Kauf offenbar ein Comeback des Herstellers. Die Gaming-Branche hatte nach einem Boom während der Pandemie zuletzt mit Rückgängen zu kämpfen. EA selbst hatte im laufenden Quartal mit einem Umsatzrückgang und einer sinkenden Nachfrage zu kämpfen und warnte vor enttäuschenden Ergebnissen. Hoffnung setzt das Unternehmen nun auf den neuen Titel "Battlefield 6", nachdem der Vorgänger kommerziell und in der Spielerschaft hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Größter Deal seiner Art Laut "Wall Street Journal" handelt es sich um die größte Private-Equity-finanzierte Übernahme aller Zeiten. Mit dem Vollzug der Transaktion verschwindet EA aus dem Börsenhandel. Die Firma bleibt unter Führung von CEO Andrew Wilson bestehen. Der Hauptsitz im kalifornischen Redwood City soll erhalten bleiben. In einer Stellungnahme bezeichnete Wilson die Übernahme als "eine eindrucksvolle Anerkennung" der Arbeit der Beschäftigten. Wilson leitet das Unternehmen seit 2013 und hatte zuvor unter anderem das "FIFA"-Geschäft verantwortet. Auffällig an dem Deal ist die Beteiligung von Jared Kushner. In der ersten Amtszeit von Donald Trump war sein Schwiegersohn als Berater im Weißen Haus tätig. Nach seiner politischen Laufbahn gründete er die Investmentfirma Affinity Partners. Kurz darauf investierte Saudi-Arabien zwei Milliarden US-Dollar in Kushners Firma. Das Königreich ist damit nicht allein: Laut einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC stammen 99 Prozent der Gelder von Affinity Partners aus internationalen Quellen, darunter Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Nähe zu ausländischen Staatsfonds und Kushners früherer Regierungsrolle sorgen für Kritik – auch aus Reihen der Republikaner. Der republikanische Abgeordnete James R. Comer erklärte in einem Interview mit CNN , Kushner habe mit seinem Vorgehen "die Grenze der Ethik überschritten".