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Russische Düngemittel gehen mit einem neuen Rekord in die Geschichte ein

Von Olga Samofalowa

Dmitri Patruschew, der stellvertretende Ministerpräsident der Russischen Föderation, erklärte bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin:

"Am Ende des Jahres soll die Menge der produzierten Düngemittel 65 Millionen Tonnen überschreiten – das heißt, wir sind mit diesen Produkten voll versorgt."

Im vergangenen Jahr wurde bereits ein historischer Rekord aufgestellt: Es wurden 63 Millionen Tonnen Düngemittel produziert und davon 42 Millionen Tonnen exportiert.

Somit wird in diesem Jahr ein neuer historischer Rekord bei der Düngemittelproduktion erwartet. Das bedeutet, dass Russland seine weltweite Führungsposition in dieser Branche behalten wird. Es liegt nur hinter China zurück, was das Produktionsvolumen angeht, bleibt aber die Nummer eins beim Exportvolumen.

Nach Angaben des Russischen Düngemittelherstellerverbandes wird der Export in diesem Jahr um zwei Millionen Tonnen auf 42 Millionen Tonnen steigen. Darüber hinaus wird Russland einen neuen Rekord bei den Düngemittellieferungen nach Indien aufstellen und 1,7 Millionen Tonnen russischer Düngemittel liefern.

Laut Patruschew werden etwa 70 Prozent der in Russland produzierten Düngemittel exportiert. Durch diese umfangreichen Auslandslieferungen erzielt die Branche ihren Hauptgewinn. Dadurch können die Düngemittel für russische Agrarproduzenten erschwinglich gehalten werden.

Dieser Wirtschaftszweig wächst in Russland seit bereits 16 Jahren stetig. Während im Jahr 2008 in Russland 32,9 Millionen Tonnen produziert wurden, waren es nach Angaben des Russischen Verbandes der Düngemittelhersteller im Jahr 2024 fast doppelt so viel – 63 Millionen Tonnen.

Diese Erfolge lassen sich durch eine ganze Reihe von Gründen erklären. Erstens stieg die Nachfrage nach Düngemitteln innerhalb Russlands dank der Entwicklung und Investitionen in die Landwirtschaft stetig an. Seit 2014 lagen die Ernteerträge in Russland nie unter 100 Millionen Tonnen. In Russland werden jährlich mehr als 125 Millionen Tonnen Getreide geerntet. Der Export von Agrarprodukten hat in Bezug auf den Wert längst einen der einst profitabelsten Wirtschaftszweige überholt – den Verkauf von Waffen.

In der Folge stieg der Verbrauch von Düngemitteln in der russischen Agrar- und Lebensmittelindustrie seit 2008 um mehr als das 2,5-Fache und erreichte im Jahr 2023 6,1 Millionen Tonnen (umgerechnet auf 100 Prozent Nährstoffe), wie der Russische Verband der Düngemittelhersteller feststellt. Darüber hinaus sind die Produkte der Branche in den Bergbau- und Verarbeitungsindustrien des Landes sehr gefragt.

Auch die technologische Entwicklung und die Herstellung neuer Düngemitteltypen hätten einen Einfluss auf die Situation gehabt, sagt Dmitri Baranow, führender Experte der Finanzverwaltungsgesellschaft Finam Management. Die Landwirte werden mit den modernsten Arten und Marken von Mineraldüngern versorgt, sowohl in flüssiger als auch in granulierter Form. Der Aufbau eines Systems für Lagerung und Umschlag von Düngemitteln von Kaliningrad bis Petropawlowsk-Kamtschatski werde fortgesetzt, wie der Verband mitteilt.

Ein dritter wichtiger Grund für die Entwicklung der Branche ist das enorme Exportpotenzial in Verbindung mit einer starken staatlichen Unterstützung der Branche. Nach Angaben des Russischen Verbandes der Düngemittelhersteller wurden von 2013 bis 2023 fast zwei Billionen Rubel in die Branche investiert. Dadurch gelang es, die Produktion technologisch zu modernisieren und ein Drittel des gesamten Produktionszuwachses an Mineraldüngern auf dem Planeten zu erzielen. Dmitri Baranow sagt:

"Das Interesse der Investoren an der Düngemittelproduktion ist nach wie vor groß, da diese Branche hervorragende Exportperspektiven bietet: Weltweit besteht weiterhin eine stabile Nachfrage nach Düngemitteln. Verschiedenen Schätzungen zufolge könnte die Düngemittelproduktion in Russland bis zum Jahr 2030 auf 80 Millionen Tonnen pro Jahr ansteigen, wobei bis zu 90 Prozent der Produktion exportiert werden könnten. Das macht die Branche für Investoren sehr attraktiv."

Die Düngemittelproduktion sei auch durch verschiedene staatliche Maßnahmen unterstützt worden, beispielsweise durch spezielle Investitionsverträge, Investitionsschutzabkommen, verschiedene Vergünstigungen und andere Schritte. Der Experte fügt hinzu:

"Darüber hinaus sind Düngemittel eines der Schlüsselelemente für die Ernährungssicherheit des Landes, und Russland ist ein großer Produzent und Exporteur davon, was ebenfalls Investoren in die Branche lockt."

Russische Düngemittel sind weltweit bekannt und erfreuen sich großer Beliebtheit. Selbst die ständigen Beschränkungen der EU für den Kauf russischer Düngemittel sind in erster Linie ein Schlag für die europäischen Landwirte, während die russischen Hersteller problemlos andere Absatzmärkte finden.

Im Vergleich zu anderen Akteuren, darunter auch europäischen Herstellern, haben russische Düngemittel mehrere wichtige Wettbewerbsvorteile. Nach dem Verzicht auf russisches Gas gehörten die Hersteller von Stickstoffdüngemitteln in der EU zu den ersten, die aufgrund der Verteuerung der Rohstoffe mit einer schweren Krise konfrontiert waren.

Der Hauptvorteil der russischen Düngemittelindustrie sind die niedrigen Gaspreise, die für die Herstellung von Stickstoffdüngern von entscheidender Bedeutung sind. Der zweite Vorteil ist das Vorhandensein großer Produktionskapazitäten für die Herstellung verschiedener Düngemitteltypen im Land sowie ein gut ausgebautes Logistik- und Transportnetz, das die Lieferung von Düngemitteln sowohl an Landwirte im Inland als auch an ausländische Abnehmer ermöglicht. Drittens sind die Energie- und Arbeitskosten sowie die Logistikkosten in Russland geringer, was die Wettbewerbsfähigkeit einheimischer Düngemittel erhöht, sagt Baranow.

Gleichzeitig bleiben die Inlandspreise für Düngemittel niedrig, da sie vom Staat reguliert werden: Bis Dezember des Jahres 2025 sind sie auf dem Niveau vom September 2022 festgesetzt. Die Exportpreise decken hingegen alle Kosten und die Unterstützung der lokalen Landwirte durch die Hersteller mehr als ab. Wichtig ist, dass die Düngemittelhersteller vor der Ausführung von Exporten verpflichtet sind, Düngemittel zu den festgelegten Preisen auf den Binnenmarkt zu liefern, erklärt der Experte. Er fügt hinzu:

"Die Exportpreise bleiben aufgrund der weltweiten Nachfrage und der Exportbeschränkungen einer Reihe von Ländern auf einem relativ hohen Niveau."

Russische Düngemittel werden von mehr als 100 Ländern gekauft. Die größten Abnehmer sind Brasilien, das im Jahr 2024 Düngemittel im Wert von 4,2 Milliarden US-Dollar importierte, Indien (1,6 Milliarden US-Dollar), China (1,3 Milliarden US-Dollar) und die USA (1,3 Milliarden US-Dollar). Nordamerika kauft weiterhin unsere Düngemittel, obwohl die Lieferungen aus unserem Land in die EU und die USA aufgrund von Sanktionen und hohen Zöllen zurückgegangen sind. Gleichzeitig habe Russland seine Düngemittellieferungen in die BRICS-Länder und andere Staaten des Globalen Südens, darunter Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika, erhöht, sagt Baranow. Der Anteil der Düngemittellieferungen aus Russland in befreundete Länder lag im Jahr 2024 bei über 78 Prozent.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 7. Oktober 2025 auf der Website der Zeitung "Wsgljad" erschienen.

Olga Samofalowa ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung "Wsgljad".

Mehr zum Thema – USA können von russischem Uran einfach nicht genug kriegen

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