Christian Baron: Eine Wehrdienstdebatte ohne Klassenfrage ist verlogen
Soldaten sind Mörder. Dieser Satz war immer wahr. Seit Kurt Tucholsky ihn im Jahr 1931 in der Weltbühne schrieb, war er mehrmals Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen, weil Militärangehörige sich persönlich beleidigt fühlten. Zwischen 1992 und 1995 gab das Bundesverfassungsgericht dem Ausspruch gleich dreimal seinen Segen. Daraufhin veröffentlichte der Satiriker Wiglaf Droste 1996 das Gedicht Sind Soldaten Faxgeräte, in dem er prophetisch reimte: „Sind sie vielleicht Käsesocken / Die auf Pils und Deutschland schwören? / Und gern ›Tote Hosen‹ hören? / Wenn sie auf der Stube hocken.“ Sinnigerweise war es Campino, Kriegsdienstverweigerer und Barde der Popmusikkapelle Die Toten Hosen, der sich 2022 als einer
Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag.