Der Konflikt zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten droht zu eskalieren. Militärisch sind die USA im Vorteil, doch einen Trumpf haben die Lateinamerikaner. In den vergangenen Wochen haben die Vereinigten Staaten ihre Aggression in der Karibik auf eine neue Stufe gehoben. Unter dem Vorwand, gegen Drogenkartelle aus Kolumbien und Venezuela vorzugehen, schickte die Trump-Regierung mehrere Kriegsschiffe vor die venezolanische Küste und ließ Bomber in die Nähe von Venezuelas Luftraum fliegen. Doch bei den Drohgebärden bleibt es nicht: Mehrfach hat die US-Marine in den vergangenen Wochen venezolanische Boote zerstört, die angeblich Drogen transportierten. Belege dafür legte die US-Regierung bislang nicht vor. Mindestens 43 Menschen wurden bei diesen Angriffen getötet. Die Sorge vor einem Krieg in der Karibik ist groß – ebenso wie das militärische Ungleichgewicht zwischen den Staaten. Konflikt mit Venezuela: USA schicken Langstreckenbomber in die Karibik Antwort auf Trumps Drohung: Venezuela beginnt Militärmanöver vor Küste Ein Ass hat das vom autoritären Präsidenten Maduro regierte lateinamerikanische Land wohl dennoch gegen die US-Amerikaner im Ärmel: Die Luft-Boden-Rakete Ch-31 aus russischer Produktion, deren Stärke insbesondere im Kampf gegen feindliche Kriegsschiffe liegt. Wie das Fachportal "The War Zone" berichtet, sollen venezolanische Kampfflugzeuge vom Typ Su-30MK2V den Einsatz der Rakete in den vergangenen Wochen geübt haben. US-Marine schützt Spezialschiff gegen Raketenangriff Die Ch-31 gilt als besonders schwer abzufangen. Sie erreicht die 3,5-fache Schallgeschwindigkeit und kann Schiffe in Wellenhöhe mit abrupten Manövern anfliegen – eine Herausforderung selbst für die modernen Verteidigungssysteme der US-Flotte. Laut "The War Zone" verfügt Venezuela insbesondere über die Version der Ch-31, die eine Reichweite von etwa 50 Kilometern hat. Ob das Land auch die modernisierte Langstreckenversion Ch-31AD mit einer Reichweite von rund 150 Kilometern im Arsenal hat, ist nicht bekannt. Die US-Marine ist mit mehreren Kriegsschiffen in der Region präsent, darunter ein amphibisches Einsatzgeschwader mit über 4.500 Soldaten. Auch Spezialschiffe wie die "Ocean Trader" operieren in Küstennähe – das Unterstützungsschiff hat keine eigene Raketenabwehr. Die Pentagon-Führung scheint das Risiko durch die venezolanischen Ch-31-Raketen dennoch ernst zu nehmen: Unter anderem eskortiert ein Lenkwaffenkreuzer das Spezialschiff, um es im Falle eines Angriffs zu schützen. Ein Angriff könnte einer Kriegserklärung gleichkommen Zwar besitzt die US-Navy laut Einschätzungen die Fähigkeiten, Angriffe mit Ch-31-Raketen abzuwehren. Dennoch bleibt die Bedrohungslage angesichts der kurzen Reaktionszeit und der Nähe zur Küste komplex, schreibt "The War Zone". Ein Angriff mit Ch-31-Raketen auf ein US-Kriegsschiff hätte wohl drastische Konsequenzen. Das Pentagon könnte eine solche Attacke als Kriegserklärung verstehen. "The War Zone" wertet die jüngsten Übungen der venezolanischen Luftwaffe mit der Rakete deshalb auch als Warnsignal aus Caracas, mit dem Machthaber Maduro die USA von einer größeren Militäroperation mit dem Ziel eines möglichen "Regime Change" abhalten wolle.