Von Gottfried Benn bis Haftbefehl: Dichte Dichter und was die Literaturgeschichte lehrt
„Den Ich-Zerfall, den süßen, tiefersehnten, / Den gibst du mir: Schon ist die Kehle rau, / schon ist der fremde Klang an unerwähnten / Gebilden meines Ichs am Unterbau.“ Jetzt, wo alle gerade die neue Netflix-Doku über den Künstler Haftbefehl schauen – klingt das nicht wie eine ziemlich coole und zudem kluge deutsche Rapzeile, die man auch einem „Ghetto-Goethe“ zugetraut hätte? Zumindest der erste Teil – der zweite wirkt da schon ein bisschen bildungshuberisch, verkopft, fast schon zu bekifft.
Schreiben im Rausch
Gottfried Benn haute diese Zeilen für sein Gedicht „Cocain“ im Jahr 1917 raus. Der Dichter schnupfte angeblich nur für kurze Zeit, um einmal diese „Trance-Zustände innerer Konzentratio
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