Die Zeit von Xabi Alonso bei Real Madrid ist vorbei. Die Hintergründe zu seinem Aus werfen Fragen auf. Knapp ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt bei Real Madrid muss Xabi Alonso seinen Posten schon wieder räumen. Die Madrilenen gaben die Trennung vom einstigen Meistertrainer von Bayer Leverkusen einen Tag nach der Clásico-Pleite im Supercup gegen den FC Barcelona (2:3) bekannt. Eigentlich hatte er den Job im Sommer mit hohen Erwartungen angetreten. Doch es kam anders. Die spanische Zeitung "AS" schrieb nun von einer "qualvollen Zeit für fast alle Beteiligten". Der Abschied erfolgte laut einer Vereinsmitteilung von Montagabend in "gegenseitigem Einvernehmen". Der spanischen Sportzeitung "Marca" zufolge sei von der Klubführung vorgeschlagen worden, dass eine Trennung das Beste sei. Alonso habe die Situation daraufhin verstanden, hieß es. "Mundo Deportivo" berichtete hingegen, dass Real-Präsident Florentino Pérez eigenmächtig beschlossen haben soll, Alonso frühzeitig zu entlassen. Xabi Alonso: Gefeuert von einem Exzentriker "Eine Freude, für dich zu spielen": Superstar Mbappé reagiert auf Alonso-Aus Die "Marca" warf dem 44-Jährigen vor, dass er sein "Rock'n'Roll"-Versprechen nicht eingehalten habe. Und: "Dem Team fehlte es fast immer an Elan und Energie." Tenor der internationalen Analysen war, dass es Alonso nicht gelungen sei, den Spielstil, mit dem er einst Bayer Leverkusen zum Double, bestehend aus Meisterschaft und Pokalsieg, geführt hatte, in Madrid zu implementieren. Zudem wurde das angeblich angespannte Verhältnis zu Teilen seiner Mannschaft thematisiert. Seit Wochen hatten sich Berichte gehäuft: In der Kabine herrsche ein "kalter Krieg", hieß es beispielsweise, Superstars wie Vinícius Júnior oder Jude Bellingham sollen mächtig unzufrieden gewesen sein. Zuletzt deuteten aber kleine Indizien darauf hin, dass die Kabine wieder hinter dem 44-Jährigen stehen könnte. Stürmer Kylian Mbappé meldete sich etwa mit einer persönlichen Botschaft an seinen nun Ex-Trainer. "Es war eine kurze Zeit, aber es war mir eine Freude, für dich zu spielen und von dir zu lernen", schrieb der französische Angreifer auf Instagram und dankte dem 44-jährigen Spanier dafür, "dass du mir vom ersten Tag an Vertrauen geschenkt hast". Profis erfahren offenbar erst spät vom Aus Für Mbappé und die Mannschaft sei das Aus laut der "Marca" plötzlich gekommen. Niemand habe diese dramatische Entwicklung im Klub kommen sehen, berichtete das Blatt. Dazu kommt: Einige Profis sollen vom Alonso-Aus erst durch die offizielle Klubmitteilung erfahren haben. In der spanischen La Liga liegt Madrid mit vier Punkten hinter dem Meister und Pokalsieger Barcelona. Dazu gewann der Rekordsieger in der Champions-League-Ligaphase vier seiner sechs bisherigen Partien, zwei Niederlagen gab es gegen den FC Liverpool (0:1) und Manchester City (1:2). Die Party gegen City Anfang Dezember war bereits als persönliches "Endspiel" für Alonso ausgerufen worden, trotz der Niederlage durfte der gebürtige Baske weitermachen. In Madrid übernimmt Álvaro Arbeloa, zuletzt Trainer der zweiten Mannschaft. Alonsos früherer Mitspieler bei Real wird am Dienstag vorgestellt und soll einen Tag später im Achtelfinale der Copa del Rey beim Zweitligisten Albacete Balompié erstmals auf der Bank sitzen.