Rekord bei Handelsüberschuss: China trotzt US-Zöllen mit boomenden Exporten auf andere Märkte
China hat am Mittwoch einen rekordmäßigen Handelsüberschuss gemeldet. Demnach erreichte der Kennwert im Jahr 2025 fast 1,2 Billionen US-Dollar. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters wurde dies dank eines Booms der Exporte auf Märkte außerhalb der USA möglich, da chinesische Produzenten angesichts der rigorosen US-Zollpolitik versuchten, andere Abnehmer für sich zu gewinnen. Die Umorientierung auf Südostasien, Afrika und Lateinamerika zahlte sich somit aus.
China's trade ends 2025 with record $1.2 trillion surplus despite Trump tariff jolt https://t.co/17izzqZUIF https://t.co/17izzqZUIF
— Reuters (@Reuters) January 14, 2026
Im Laufe des vergangenen Jahres knackte der monatliche Exportüberschuss siebenmal die 100-Milliarden-Marke, während dies im Jahr 2024 nur einmal geschehen war. Nach Reuters-Angaben wurde dieser Trend zum Teil durch die Schwächung der chinesischen Währung Yuan begünstigt. Obwohl der asiatische Riese weniger Waren in die USA exportierte, beeinträchtigte die scharfe US-Zollpolitik kaum Chinas Handel mit dem Rest der Welt.
Die von Reuters befragten Analysten gehen davon aus, dass das Reich der Mitte auch im laufenden Jahr seine Präsenz auf dem globalen Markt immer weiter ausbauen wird. Sie verweisen darauf, dass chinesische Unternehmen schnell Produktionsstätten in anderen Ländern einrichten, die ihnen ebenfalls den Zugang zum US- und zum EU-Markt gewähren, aber mit weniger Zolldruck. Zum steigenden Exportüberschuss wird auch die erhöhte weltweite Nachfrage nach Chips und Elektronikgeräten beitragen.
Fred Neumann, Chefökonom für Asien bei der Bank HSBC, erklärte in diesem Kontext gegenüber Reuters:
"Chinas Wirtschaft bleibt außerordentlich wettbewerbsfähig. Obwohl dies Fortschritte bei der Produktivität und die steigende technologische Entwicklung der chinesischen Hersteller widerspiegelt, stecken dahinter auch die schwache innere Nachfrage und die daraus resultierenden Überkapazitäten."
Im Jahr 2025 wurde China mit den von US-Präsident Donald Trump verhängten Zöllen konfrontiert, seitdem der Republikaner ins Weiße Haus zurückgekehrt war und sich das Ziel gesetzt hatte, die Importe sowohl aus dem asiatischen Riesen als auch aus anderen Ländern zu reduzieren. Trump zufolge sollten die globalen Zölle die US-Wirtschaft stärken. Peking warnte Washington, dass es in einem Zollkrieg keine Gewinner geben könne.
Der US-Präsident nutzte dieses Mittel aber auch, um andere Regierungen politisch unter Druck zu setzen. Zuletzt kündigte der Republikaner Strafzölle in Höhe von 25 Prozent für jene Länder an, die mit Iran Geschäfte machen.
Mehr zum Thema ‒ China warnt USA vor Iran-Sekundärzöllen: "Werden legitime Rechte und Interessen beherzt verteidigen"