Die Zahl auswanderungswilliger Deutscher nimmt seit Jahren zu. Der Kauf einer Immobilie in fremder Währung hat Tücken. Aber der Derivatemarkt kann helfen. Donald Trumps Zollpolitik im Frühjahr 2025 eröffnete vielen Anlegern die Möglichkeit, am Aktienmarkt günstig einzusteigen. Die Verwerfungen durch Äußerungen und Aktionen des US-Präsidenten sind hinlänglich bekannt, eignen sich jedoch auch, um den Mehrwert des Derivatemarktes für deutsche Anleger zu illustrieren. Vor rund zehn Monaten haben wir in diesem Zusammenhang den Immobilienmarkt in Südafrika , insbesondere in der Kapstadt-Region, thematisiert. Die Preise befanden sich im Aufwärtstrend, und vor allem deutsche Investoren erwarben verstärkt Wohnungen und Häuser rund ums Kap. Im Frühjahr 2025 wertete der südafrikanische Rand dann plötzlich und ungewöhnlich stark ab. Hintergrund war unter anderem die Zollpolitik Donald Trumps, da Südafrika nicht zu den bevorzugten Ländern des US-Präsidenten zählt, um es vorsichtig zu formulieren. Hinzu kamen politische Spannungen, unter anderem ausgelöst durch den damaligen Berater und Freund Trumps, Elon Musk , der der südafrikanischen Regierung umgekehrten Rassismus vorwarf. Infolge dieser Gemengelage fiel der Rand zeitweise auf nahezu 22 Rand je Euro, nachdem er kurz vorher bei 19 Rand gelegen hatte. Absicherung des Immobilienkaufs Ein aufmerksamer Leser dieser Kolumne meldete sich daraufhin über unseren Börsendienst – mit einem konkreten Anliegen. Er plante den Erwerb einer Immobilie in Südafrika im Gegenwert von rund 100.000 Euro, allerdings mit zeitlichem Vorlauf. Den günstigen Wechselkurs von knapp 22 Rand je Euro wollte er sich jedoch bereits sichern und fragte nach einer kostengünstigen Umsetzung. Für deutsche Anleger besteht hierfür die Möglichkeit, den Derivatemarkt zu nutzen. Konkret stellten wir ihm einen Turbo-Optionsschein auf die Entwicklung des Euro gegenüber dem südafrikanischen Rand vor. Das Produkt hatte einen Hebel von fünf, was bedeutet, dass die Wechselkursbewegung – in beide Richtungen – mit dem Faktor fünf abgebildet wird. Um den günstigen Randkurs abzusichern, benötigte man somit ein Produkt, das auf eine Aufwertung des Rands setzt, also effektiv short – fallend – auf den Euro gegenüber dem Rand ist. Um einen Gegenwert von 200.000 Euro abzusichern, waren bei einem Hebel von rund zehn folglich 20.000 Euro Kapitaleinsatz erforderlich. Umgesetzt wurde dies über einen Turbo-Optionsschein des Emittenten BNP Paribas (WKN PF2LBG), der im April 2025 zu einem Kurs von 20 Euro notierte. Hauspreis dank Absicherung nahezu gleich – in Euro Inzwischen hat sich der südafrikanische Rand bis auf etwa 19,5 Rand je Euro erholt und damit in den vergangenen zehn Monaten um rund zehn Prozent zugelegt. Entsprechend ist das damals mit Hebel zehn ausgestattete Derivat um rund 100 Prozent gestiegen und hat damit exakt das getan, wofür es gedacht war: die Aufwertung des Rands abzusichern. Aus dem Einsatz von 20.000 Euro im Turbo-Optionsschein wurden 40.000 Euro. Gleichzeitig hat sich der Euro-Gegenwert der ursprünglich geplanten 100.000 Euro in Rand gerechnet deutlich verändert – nämlich auf 112.000 Euro. An diesem Beispiel lässt sich der Mehrwert von Derivaten gut erkennen. Wäre die Spekulation nicht aufgegangen und der Rand weiter gefallen, hätte das Derivat zwar einen Verlust ausgewiesen, seinen Zweck aber dennoch erfüllt: Der Anleger hätte die Immobilie dann zu einem noch günstigeren Wechselkurs erwerben können. Gewinn oder Verlust eines Derivats lassen sich daher nie isoliert beurteilen, sondern müssen stets im Zusammenhang mit der jeweiligen Absicherungsstrategie und dem Gesamtportfolio betrachtet werden. Zum Schluss übrigens eine Einschätzung zum Immobilienmarkt am Kap ein Jahr später: "Die Preise sind in Euro durch die Decke gegangen und manche Käufer scheinen fast jeden Preis zu bezahlen", so Maja Kramer, die als Maklerin seit drei Jahrzehnten den Markt am Kap begleitet. "Nach unserer Erfahrung der letzten 30 Jahre hat sich speziell in gefragten Gegenden wie Camps Bay oder Hout Bay eine Blase gebildet und dort sind Häuser schlicht zu teuer." Auch andere Makler argumentieren in diese Richtung. Deutsche Käufer sollten also nicht nur den Rand, sondern auch den absoluten Preis von Haus und Wohnung rund um Kapstadt genau kalkulieren. Die Rechnung und Absicherungsmöglichkeiten in Fremdwährungen bieten Derivateemittenten wie BNP, Morgan Stanley oder J.P. Morgan natürlich auch auf den US-Dollar , aber auch auf Exoten wie Złoty, Forint, schwedische Krone oder neuseeländischen Dollar an.