Wiedersehen mit Geschichte: Mourinho schlagen, Top-8 festigen
Die Ausgangslage
- Der Abschluss der Champions-League-Vorrunde steht an. Am 8. Spieltag gastiert Real Madrid beim portugiesischen Vertreter Benfica in Lissabon (im REAL TOTAL-Liveticker, im Watchalong und bei DAZN). Für die Königlichen ist das Ziel klar – den ungeliebten Playoffs aus dem Weg zu gehen, und die Vorzeichen dafür könnten kaum besser sein. Mit 15 Punkten belegt Real Madrid aktuell den dritten Platz in der Tabelle, bedeutet: Den Blancos reicht theoretisch ein Punkt für ein Abschneiden auf einen der besten acht Plätze (Achtelfinal-Auslosung wäre dann am 27. Februar). Insgesamt haben neben Arsenal und Bayern noch 13 Teams die Chance auf die direkte Achtelfinal-Qualifikation, doch dank der Tordifferenz von +11 haben die Königlichen im Falle der Punktegleichheit die Nase vorn. So oder so verspricht der letzte Spieltag der Ligaphase wieder einiges an Spannung, und das auch für die Mannschaft von Cheftrainer Álvaro Arbeloa. Denn die Heimstädte von Benfica ist keine geringere als das Estádio da Luz – jenes Stadion, indem Real Madrid 2014 mit „La Décima“ eine neue Erfolgsära einleitete. Doch auch das eigentliche Duell gegen die Portugiesen stellt eine Besonderheit dar – zuletzt traten beide Mannschaften im Viertelfinale des Europokals der Landesmeister in der Saison 1964/65 aufeinander. Somit ist die letzte Begegnung bereits über 60 Jahre her. Eigentlich hätte es bereits in der Saison 2021/22 ein mögliches Wiedersehen geben können – bei der damaligen Auslosung der Achtelfinals in der Königsklasse wurde mit Villarreal und Manchester United ein Duell ausgelost, welches bereits in der Gruppenphase stattfand, wodurch die gesamte Ziehung wiederholt werden musste. Für Real Madrid lautete der damalige Gegner dann nicht mehr Benfica, sondern PSG – der Rest ist Geschichte! Vier Jahre später kommt es nun zum erst vierten Duell zwischen den Portugiesen und den Königlichen.
Der Gegner
- Mit nur zwei Siegen und fünf Niederlagen steht SL Benfica vor dem letzten Spieltag auf Tabellenplatz 29. Somit ist ein Sieg gegen die Königlichen Pflicht, um sich noch eine Chance (!) auf einen Playoff-Platz +zu sichern. Dabei wird das Duell gegen den spanischen Rekordmeister vor allem für den Cheftrainer der Portugiesen ein ganz Besonderes werden – José Mourinho. Der 63-Jährige war von 2010 bis 2013 selbst an der Seitenlinie der Madrilenen tätig und traf dort Entscheidungen, die manche für untragbar hielten, den Klub aber dennoch auf einen neuen Kurs brachten. Aber auch auf der Trainerbank bekommt es Mourinho mit einem alten Bekannten zu tun, denn Real-Coach Alvaro Arbeola war zu jener Zeit einer von Mourinhos größten Unterstützern und somit einer seiner loyalsten Spieler in Madrid. Im Hier und Jetzt gilt es für den Portugiesen und seine Mannschaft jedoch zu beweisen, dass sie auch auf der großen Bühne und unter Druck überzeugen können. Denn vor allem bei Spitzenduellen wie gegen Chelsea (0:1), Newcastle (0:3), Bayer Leverkusen (0:1) oder kürzlich gegen Juventus (0:2) konnte Benfica keinen einzigen Treffer selbst erzielen – der einzige Lichtblick war der 2:0-Erfolg am 6. Spieltag gegen Napoli. Um gegen die Königlichen überzeugen zu können, wird Mourinho auch auf die Torgefahr von Vangelis Pavlidis zählen müssen. Der 27-Jährige traf zuletzt bei der Generalprobe am vergangenen Sonntag gegen Estrela Amadora (4:0) doppelt und ist mit wettbewerbsübergreifend 26 Toren aus 36 Einsätzen die Lebensverssicherung in der Offensive.
Voraussichtliche Startelf: Trubin – Dedić, Araújo, Otamendi, Dahl – Aursnes, Barrenechea, Barreiro – Prestianni, Pavlidis, Sudakov.
Personelles und voraussichtliche Aufstellung
- Für das Duell gegen Benfica Lissabon muss Cheftrainer Arbeloa neben Éder Militão und Ferland Mendy auf die noch nicht fitten Trent Alexander-Arnold und Antonio Rüdiger verzichten. Zwar haben die beiden zuletzt genannten teilweise schon wieder mit der Mannschaft trainiert, ein Comeback ist aber frühestens am Wochenende gegen Rayo geplant. Álvaro Carreras und Kylian Mbappé, welche es im Training am Montag noch ruhiger angegangen haben, stehen zum Abschluss der Champions-League-Vorrunde wieder zur Verfügung. Mit Blick auf die Startelf wird Thibaut Courtois wieder zwischen den Pfosten stehen, während Aurélien Tchouaméni wieder in die Abwehr rückt, um mit Dean Huijsen das Innenverteidiger-Duo zu bilden. Federico Valverde dürfte wieder als Rechtsverteidiger aushelfen und auch Alvaro Carreras könnte auf der Linksverteidigerposition gegen seinen früheren Arbeitgeber auflaufen. Im Mittelfeld hingegen dürfte Arbeloa wie auch gegen Villarreal auf Eduardo Camavinga, Jude Bellingham und Arda Güler setzen, während Franco Mastantuono im Verbund mit Vinicius Junior und Kylian Mbappé auf Torejagd gehen.
- Verletzt: Éder Militão (Muskelriss), Ferland Mendy (angeschlagen), Antonio Rüdiger (noch nicht fit), Trent Alexander-Arnold (noch nicht fit)
Die Stimmen zum Spiel
Álvaro Arbeloa (Cheftrainer Real Madrid): „Natürlich ist er (Mourinho) ein Vorbild, aber es wird niemals jemanden wie José geben, das ist unmöglich. Jeder, der ihn imitieren oder sein möchte, wie er, wird kläglich scheitern. Das ist mir seit dem ersten Tag klar und mein Erfolg wird darin bestehen, ich selbst zu sein. Aber in meine Arbeit als Álvaro Arbeloa fließt natürlich ein Teil von ihm ein, von all dem, was ich fußballerisch, taktisch und kommunikativ von ihm lernen konnte.Ich habe versucht, viel von ihm mitzunehmen. Morgen sehen wir uns und am Ende zählen die 90 Minuten. Er wird gewinnen wollen, so ambitioniert, wie er ist und ich will das auch.“
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José Mourinho (Cheftrainer Benfica Lissabon): „Ich will, dass es ihm (Arbeloa) gut ergeht. Real Madrid kann von jedem Trainer trainiert werden und dann will ich, dass es gut läuft. Dann stelle dir mal vor, wie sehr ich will, dass es für Real Madrid unter Arbeloa gut läuft. Ich will nur, dass es morgen für ihn schlecht läuft. Danach will ich, dass es für ihn immer gut läuft. Immer, denn ich mag Real Madrid und Álvaro sehr. Ich kann ihn als Trainer nicht analysieren, weil ich ihn als Trainer nicht kenne. Ich sehe nur Ergebnisse, habe nicht mit meinen Augen seinen Werdegang in der Jugend von Madrid verfolgt. Ich kann ihm keine Ratschläge geben. Er soll glücklich sein. Heutzutage Trainer zu sein, ist eine sehr schwierige Mission, weil es immer Leute gibt, die mehr wissen als du, die täglich über dich reden, dich täglich kritisieren. Es ist sehr schwierig. Für Leute wie Álvaro, die jetzt anfangen, ist es wichtig, dass man es gerne macht.“
Statistiken und Besonderes
- GESAMTBILANZ: Real Madrid und Benfica standen sich bislang in erst drei Pflichtspielen gegenüber, wobei das letzte Duell schon 60 Jahre zurück liegt. Dabei verbuchte der Spanische Rekordmeister einen Sieg und zwei Niederlagen, darunter Reals erste Niederlage in einem Europapokal-Finale, wonach für Benfica ein bis heute andauernder Fluch begann. Torbilanz 6:11 aus Sicht von Real Madrid.
- GENERATIONENDUELL AUF DER TRAINERBANK: Während Mourinhos Zeit als Real-Trainer war Álvaro Arbeloa als Spieler eine Schlüsselfigur und sein verlängerter Arm auf dem Platz. Beide Trainer verkörpern auch die gleichen Tugenden: Disziplin, Opferbereitschaft und bedingungslose Identifikation mit dem Plan des Trainers. Mit dem bevorstehenden Duell treffen dabei zwei Generationen mit einer gemeinsamen Vergangenheit aufeinander.
- SCHIEDSRICHTER: Das letzte Duell der Champions-League-Vorrunde wird vom Italiener Davide Massa geleitet. Der 44-Jährige pfeift bereits seit der Saison 2018/19 in der Champions League und leitete bislang eine Partie der Königlichen. Im Achtelfinal-Rückspiel gegen RB Leipzig (1:1) in der Saison 2023/24 stand der Italiener auf dem Platz.
- WIEDERSEHEN: Beim Duell zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon kommt es für Álvaro Carreras zu einem Wiedersehen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber. Der 22-Jährige war bereits von Juli 2017 bis September 2020 in Reals Jugend aktiv und kehrte nach mehreren Leihstationen über Manchester United, Preston und Granada im vergangen Sommer von Benfica zurück in die spanische Hauptstadt.
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