BUNTE BÜHNE BASKETBALL (52)
Ryan Schwieger neu in Hagen, Wes Dreamer neu in Göttingen.
Die, die Lunte gerochen haben, bessern nach oder rüsten auf: Mit Phoenix Hagen, der BG Göttingen und den HAKRO Merlins Crailsheim haben die drei führenden Teams der Tabelle der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA auch nach dem Rückrundenstart mit teils spektakulären Personalien nochmals für Aufsehen gesorgt. Und damit in ihrem Bemühen, am Ende der Saison in die BBL aufsteigen beziehungsweise zurückkehren zu wollen, deutliche Ausrufezeichen gesetzt.
Beginnen wir beim Erzrivalen der GIESSEN 46ers, nämlich Phoenix Hagen. Für die Volmestädter wird künftig Ryan Schwieger auflaufen. „Mit seiner Größe und seinem Playmaking gibt er uns auf dem Flügel eine Dimension, die wir in dieser Form bislang nicht im Kader hatten. Er bringt als ProA-Meister und international beachteter Profi einiges an Erfahrung mit, wovon wir auf vielen Ebenen profitieren werden“, freut sich Cheftrainer Chris Harris auf den 1,99 Meter großen Modellathleten, der dem Kader beim 100:67-Erfolg bei den EPG Baskets Koblenz allerdings noch nicht angehörte. Schwieger stand in jenem Team von RASTA Vechta, das nach einem 3:1-Erfolg über Gießen im Playoff-Halbfinale 2022/23 den Sprung in die BBL glückte. Nach dem Aufstieg blieb er Vechta bis vergangenen Sommer treu, ehe es ihn nach Litauen zu Juventus Utena zog. Von dort aus ging es im November zu den Baskets Würzburg in die Bundesliga, wo er als siebter Ausländer jedoch primär nur in der Champions League auflief. Als sich Vechta einst im Mai 2023 gegen die 46ers behauptete und im US-Center Tajuan Agee seinen überragenden Akteur hatte, glänzte Schwieger mit 15, zwei, zehn und 17 Punkten.
Weil sich Kevin Buckingham am Knie verletzt hat, inzwischen operiert wurde und noch mehrere Wochen ausfallen wird, hat auch die BG Göttingen in ihrem Bemühen, sofort wieder in die BBL zurückkehren zu wollen, auf dem Transfermarkt nochmals zugeschlagen. Mit Wes Dreamer hat sich dabei ein Forward den Süd-Niedersachsen angeschlossen, den Trainer Fabian Strauß noch aus seiner Zeit bei den Dresden Titans bestens kennt. Der 25-Jährige kam aktuell vom tschechischen Champions-League-Teilnehmer ERA Basketball Nymburk in die Universitätsstadt. Er erhielt einen Vertrag bis Saisonende. Der aus dem US-Bundesstaat Nebraska stammende Profi startete seine Karriere aber bei den Sachsen, bei denen er zum Leistungsträger avancierte. In 29 Partien stand der 2,01 Meter große Dreamer durchschnittlich rund 30 Minuten auf dem Parkett. In dieser Zeit erzielte er 17 Punkte (40 Prozent Dreier-Trefferquote) und holte acht Rebounds. Zudem kam Dreamer auf starke acht Double-Doubles. Seine beste Leistung zeigte er in der vergangenen Saison gegen den BBC Bayreuth mit 39 Punkten und 15 Rebounds. Mit diesen guten Statistiken empfahl sich der Forward für stärkere Vereine und wechselte im Sommer nach Frankreich, um die Spielzeit bei Le Mans Sarthe zu beenden. Die Franzosen mussten sich im Playoff-Viertelfinale dem EuroLeague-Team AS Monaco geschlagen geben. Für Le Mans absolvierte der BG-Neuzugang nur noch die restlichen fünf Begegnungen. Danach unterschrieb Dreamer einen Vertrag in Nymburk. Dort kam er 13 Mal in der tschechischen Liga (20 Minuten, acht Punkte, fünf Rebounds) und sechsmal in der Champions League (17 Minuten, sieben Punkte, drei Rebounds) zum Einsatz.
Aufstiegsanwärter Nummer drei sind die HAKRO Merlins Crailsheim, die mit Xavier Johnson (wir berichteten) einen neuen Pointguard an Land gezogen und sich dafür von Keyshaun Langley getrennt hatten. Wie der Club in einer Pressemitteilung verkündete, sei die Vertragsauflösung „in beiderseitigem Einvernehmen“ erfolgt. In seinen 16 ProA-Partien in dieser Saison gelangen ihm in durchschnittlich 21 Minuten zehn Punkte. Kaum war die Trennung perfekt, tauchte der 25-Jährige bei Basket Brno in Tschechien auf. Bei der 84:101-Niederlage gegen Srsni Pisek stand Langley 25 Minuten auf dem Parkett und zeichnete für acht Zähler verantwortlich.
Das ursprünglich nach der Trennung von Florian Wedell als Interimslösung angedachte Duo Lukas Hofer/Nils Scheller wird den BBC Bayreuth nun doch bis zum Saisonende coachen. „Uns war bewusst, dass Lukas und Nils ein ProA-Team erfolgreich trainieren können. In den vergangenen Wochen haben sie eindrucksvoll gezeigt, dass sie unserer aktuellen Situation gewachsen sind. Beide ergänzen sich in ihrem Auftreten und in ihren Fähigkeiten hervorragend“, begründete Geschäftsführer Friedrich Hartung den Schritt. Der 33-jährige gebürtige Österreicher Lukas Hofer bekleidet dabei nominell die Rolle des Headcoachs und vertritt den Club in dieser Funktion vor allem in der Außendarstellung. Ihm zur Seite steht der 26-jährige Nils Scheller, der vor der Saison aus Hagen nach Bayreuth gewechselt ist. In Hagen war er zuletzt als Assistenztrainer von Cheftrainer Chris Harris aktiv und sollte in Bayreuth zunächst den Fokus auf die Entwicklung des NBBL-Teams legen. Lukas Hofer ist bereits in seiner zweiten Saison beim BBC. Zuvor war er Spieler in der 2. österreichischen Bundesliga, bevor er mit den Union Deutsch Wagram Alligators in eben jener Klasse als Trainer den Vizemeistertitel errang. Außerdem betreute er die österreichische U16-Nationalmannschaft, unter anderem bei der EM 2022. Kaum hatte sich der Club für das Duo entschieden, setzte es ausschließlich Niederlagen; und dies unisono gegen Aufsteiger. Nach dem 82:90 bei den RheinStars Köln, dem 92:103 gegen die Paderborn Baskets und dem ernüchternden 65:99 bei den Bayer Giants Leverkusen, die ihren ersten Sieg nach zuvor zwölf Niederlagen feierten, sind die Wagnerstädter auf ProA-Rang 15 abgerutscht.
Und dann sind da noch eben jene Bayer Giants Leverkusen, die Lök Lol Wur in die Farbenstadt geholt haben. Der Nationalspieler des Süd-Sudan, der auch einen US-Pass besitzt, trug zuletzt das Trikot der College Park Skyhawks, dem Farmteam der Atlanta Hawks in der NBA-G-League. Doch nach vier Wochen endete die Zeit des 25-Jährigen ohne einen Profieinsatz. Immerhin erhielt Wur im Nationaldress des Süd-Sudan, der auf dem 24. Rang der Weltrangliste steht, im ersten WM-Qualifikationsfenster im November eine Chance, sich zu beweisen. So erzielte er beispielsweise gegen Libyen und gegen die Kap Verden je zehn Zähler. Zum Kantersieg über den BBC Bayreuth steuerte Wur acht Punkte und fünf Rebounds bei.
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