Für Reisen in die USA bekommen Europäer in diesem Jahr Rabatt. Doch ihre Arbeitsplätze könnten noch unsicherer werden. Für Touristen mit großen Reiseplänen gibt es in diesem Jahr gute Nachrichten: Der Dollar wird schwächer, die Kaufkraft des Euro steigt. Wer also eine Reise in die USA in Erwägung zieht, kann billiger fliegen, preiswerter übernachten und einkaufen als in den Jahren zuvor. Es gibt mehr Leistung fürs Geld (wenn man nicht gerade in einen Nationalpark will, da zahlen Ausländer seit Neuestem einen satten Aufschlag). Und weil es dem amerikanischen Präsidenten sehr recht ist, dass seine Währung in den Keller geht, kann man sich mit dem Buchen und Bezahlen vielleicht sogar noch ein bisschen Zeit lassen. Die Schwächephase wird mutmaßlich anhalten, mit freundlicher Billigung der US-Politik. Die US-Regierung tut im Augenblick eine Menge, um den Dollar weichzumachen. Natürlich geht es dabei nicht um Erleichterungen für die Reisekasse europäischer Touristen. Ein niedriger Dollarkurs, so kalkuliert die Regierung, macht es für US-Unternehmen leichter, ihre Ware ins Ausland zu verkaufen. Umgekehrt wird die Einfuhr teurer, sodass amerikanische Kunden auf ausländische Ware verzichten und stattdessen Einheimisches kaufen. Unter dem Strich profitiert die amerikanische Volkswirtschaft und das Rekord-Leistungsbilanzdefizit der USA sinkt. So denkt der Präsident. Dollar bleibt Leitwährung der Welt Der Dollar ist immer noch die Leitwährung der Welt, und er wird es auf absehbare Zeit bleiben. Turbulenzen um die amerikanische Währung betreffen nicht nur die Amerikaner, Reiselustige und ein paar bedauernswerte Exporteure aus dem Euroraum. Sie betreffen über die Hälfte der weltweiten Währungsreserven, und darüber hinaus nahezu alle Währungssicherungsgeschäfte. Weder der Euro noch der chinesische Yuan können den Dollar ersetzen. Deshalb wettet die US-Regierung darauf, ihre Staatsverschuldung auch in Zukunft in Form von Anleihen in alle Welt verkaufen zu können, und dafür einen niedrigeren Zins zu bezahlen, als das andere Länder mit einer Verschuldung in Höhe von 130 Prozent des Bruttoinlandsproduktes normalerweise tun müssten. Trumps Wette ist riskant Diese Wette ist plausibel, aber riskant. Während der Grönlandturbulenzen der vergangenen Wochen brachte ein Währungsexperte der Deutsche Bank Research die drohende Gefahr für die USA auf eine kurze Formel: "Europa besitzt Grönland , und es besitzt auch viele Staatsanleihen". Soll heißen: Würden sich europäische Pensionsfonds, Anleger und Notenbanken wegen der Unzuverlässigkeit der US-Regierung von ihren Beständen trennen und keine neuen Anleihen mehr kaufen, würde das Zins-Privileg der Weltleitwährung schmelzen wie die Grönland-Gletscher im Klimawandel . Die Zinsen würden steigen und den ohnehin prekären Haushalt der USA in weitere Schwierigkeiten bringen. Gegen eine solche Entwicklung wäre nicht nur die US-Regierung machtlos. Auch die Notenbank Federal Reserve hätte kaum Mittel dagegen in der Hand. Dollar-Abwertung wirkt wie zusätzlicher Zoll Während sich deutsche und europäische Urlauber also möglicherweise demnächst an den Stränden Floridas vergnügen, könnte sich in ihrer Nähe ein Wirbelsturm zusammenbrauen. Sollte der Konflikt wieder eskalieren, würde das Getränk an der amerikanischen Strandbar zwar erst mal noch günstiger. Nach der Rückkehr würden die Urlauber aus der Euro-Region allerdings merken, dass ihre Arbeitsplätze unterdessen wackliger geworden sind. Denn eine weitere Abwertung der amerikanischen Währung wirkt wie ein zusätzlicher Einfuhrzoll. Deutsche Autos, französischer Wein und niederländische Pharma-Produkte werden noch einmal teurer und damit vermutlich seltener gekauft. Die Freude an der Schnäppchen-Reise würde mittelfristig in ihr Gegenteil verkehrt. Schon deshalb können weder Europas Regierungen noch seine Reisegesellschaft ein Interesse an noch niedrigeren Dollarkursen haben. Mit den US-Staatsanleihen haben sie ein scharfes Schwert, wenn es ihnen im Ernstfall gelingen würde, die Investoren zu einer "Sell America"-Initiative zusammenzubringen. Dieses Instrument vorzuzeigen, kann helfen, es gar nicht erst benutzen zu müssen. Der Trost für Touristen liegt ebenfalls nahe: Unter den preisgünstigsten Reiseländern für deutsche Urlauber rangierte im vergangenen Jahr Portugal ganz vorn.