Der FC Bayern verspielte zuletzt fünf Punkte Vorsprung in der Meisterschaft. Ein gefährlicher Trend. Und jetzt kommt der unangenehmste Gegner überhaupt. Den Start ins neue Jahr haben sie sich beim FC Bayern definitiv anders vorgestellt. Denn nach der besten Hinrunde der Klubgeschichte steckt der Rekordmeister, der bis dahin fast unverwundbar wirkte, nun plötzlich in der Mini-Krise. Nach der ersten Saisonniederlage, die die Bayern zuletzt überraschend gegen den FC Augsburg kassierten (1:2) kamen sie nämlich auch bei Aufsteiger Hamburger SV nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Aus zuvor noch komfortablen elf Punkten Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund sind so innerhalb einer Woche nur noch sechs Zähler geworden. Ein gefährlicher und besorgniserregender Trend, der sich da abzeichnet. Plötzlich ist von einer vermeintlichen Vorentscheidung in der Bundesliga oder gar einer möglichen März-Meisterschaft der Bayern keine Rede mehr. Nach ihren überraschenden Patzern gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel stehen die Münchner jetzt vor einer wegweisenden Woche, was den weiteren Saisonverlauf angeht. Am Sonntag ist die TSG 1899 Hoffenheim in der Münchner Arena zu Gast, nur drei Tage später RB Leipzig im Pokalviertelfinale. Der Überraschungstabellendritte Hoffenheim hat alle fünf Ligaspiele im laufenden Kalenderjahr gewonnen und reist dementsprechend mit viel Selbstvertrauen im Gepäck an. Die formstarken Kraichgauer sind der wohl unangenehmste Gegner, auf den die Bayern momentan in der Liga überhaupt treffen könnten. Der BVB könnte mit einem Sieg am Samstag in Wolfsburg zumindest kurzfristig sogar bis auf drei Punkte an die Bayern heranrücken und schon vor Anpfiff des Sonntagsspiels des Tabellenführers so weiter Druck aufbauen. Ausgerechnet vor dem Schlüsselspiel bangen die Bayern nun auch noch um den Einsatz ihres Toptorjägers Harry Kane , der in dieser Woche aufgrund einer starken Erkältung mehrere Tage angeschlagen mit dem Training pausieren musste. Werden die Bayern jetzt etwa nervös? Sollte es Hoffenheim tatsächlich gelingen, in München zu punkten oder gar zu gewinnen, wäre der Kampf um die Meisterschaft endgültig wieder neu eröffnet. Am 28. Februar müssen die Bayern dann nämlich auch noch in Dortmund antreten, zum direkten und möglicherweise vorentscheidenden Duell um die Meisterschaft. Das wäre ganz nach dem Geschmack von BVB-Kapitän Nico Schlotterbeck , der zuletzt schon mal eine Kampfansage Richtung München schickte. "Man muss als BVB langsam auch mal den Anspruch haben, den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden. Die Jungs und ich wollen angreifen", sagte der Nationalspieler bei DAZN. Werden die Bayern in Anbetracht ihrer jüngsten Patzer da etwa nervös? "Wir haben jetzt einen sehr, sehr komplizierten Januar hinter uns mit diesen sieben Spielen in 20 Tagen. Wir sind jetzt froh, dass der vorbei ist", sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl . "Und jetzt können wir ein Stück weit eben auch vom Kopf her mal abspannen, vom Kopf her mal runterfahren." Da sich die Münchner – im Gegensatz zum BVB – in der Champions League direkt fürs Achtelfinale qualifiziert haben und nicht den Umweg über die Playoffs nehmen müssen, erwartet sie im Vergleich ein eher ruhiger Monat. Zumindest, was die Anzahl der Spieltermine betrifft: Die Bayern haben im Februar nämlich nur eine Englische Woche mit zwei Partien und insgesamt nur fünf Pflichtspiele. "Es fühlt sich nicht wie eine schlechte Phase an" Von einer Mini-Krise wollen sie beim FC Bayern jedenfalls nichts wissen. "Es fühlt sich nicht so an, als würden wir in einer schlechten Phase stecken", sagte Abwehrspieler Jonathan Tah bei Sky. Richtig sei aber, dass die Gegner sich besser an den Bayern-Stil anpassten, weil sie "ausreichend Zeit hatten, sich anzuschauen, was Vincent Kompany möchte. Da müssen wir uns wieder adaptieren." Vielleicht, so Tah weiter, "ist das gerade genau diese Phase, die jetzt schon wieder vorbei sein kann". In der Münchner Mannschaftskabine herrsche jedenfalls der Geist vor, "dass wir jeden Gegner schlagen können", betonte der Nationalspieler. "Ich glaube, in dieser Saison ist alles drin für uns." Das gilt es für die Bayern am Sonntag gegen Hoffenheim sowie am Mittwoch gegen Leipzig zu beweisen.