Champagnersegeln an Schwedens Südküste – Drachen Grandprix in Skanör
Vom 29. Juli bis zum 2. September 2025 wurde das verschlafene, malerische Fischerdorf Skanör in Südschweden zum Hotspot der internationalen Drachenszene. Eingeladen hatte ein kleiner, aber äußerst engagierter schwedischer Segelclub – und was für ein Feld sie versammelten: 38 Boote aus 11 Nationen, darunter nur sechs Corinthian-Crews, traten zum internationalen Grandprix der Drachen an. Eine Regatta auf Weltklasse-Niveau!
Wir – das Team um Miguel Bargallo (MYC), Hans Feil (CYC) und ich, Roman Schmitt (MYC) – reisten nach einer sportlichen 19-Stunden-Autofahrt am Montag an. Die Zeit reichte gerade noch, um das Boot aufzubauen und wiegen zu lassen. Der Wind blies allerdings zu stark, sodass das Kranen verschoben werden musste – willkommen in Skandinavien!
Mittwoch – Wellenreiten mit 21+ Knoten
Endlich auf dem Wasser! Mit satten 21 bis 22 Knoten Wind, knackiger Strömung und kurzer Welle ging es direkt zur Sache. Die Wettfahrtleitung zeigte Mut und startete ein Rennen – das war echtes Segeln für Fortgeschrittene! Körperlich fordernd, technisch anspruchsvoll und taktisch herausfordernd. Weitere Starts wurden wegen des Windes auf den nächsten Tag verschoben – eine weise Entscheidung.
Donnerstag – Drei Rennen, drei Mal Adrenalin pur
Der Donnerstag verlangte alles ab. Früh am Morgen hieß es: Heavy Genua runter, Medium drauf, Wanten entspannen – das Revier präsentierte sich mit mittelgroßer Welle und stärkerer Strömung. Es wurden zwei normale und ein längeres Rennen gesegelt. Gegen 18 Uhr liefen wir erschöpft, aber zufrieden im Hafen ein. Die Belohnung: schwedische Fischspezialitäten, gesponserter Champagner von Yanmar und Sonne satt. So fühlt sich Champagnersegeln an!
Freitag – Leichtwind, Galaabend und internationales Flair
Das Wetter beruhigte sich, die Light-Genua kam zum Einsatz. Zwei Rennen bei bestem Sonnenschein zeigten ein anderes, taktisch feineres Segelbild. Der Abend gipfelte im großen Galadinner – stilvoll, herzlich, international. Besonders viele schwedische und dänische Teams, aber auch Boote aus Hongkong, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden machten den Abend unvergesslich.
Ein kleiner Aufruf an alle MYCler: Die Drachen-Weltmeisterschaft 2026 findet in Hongkong statt – es wird ein spezielles Transportsystem für europäische Boote angeboten. Wer die Weltklasse erleben will, sollte sich diesen Event vormerken!
Samstag – Taktisches Glanzstück im Regen
Der letzte Regattatag begann nass: Regen und wieder ein Genuawechsel. Die Medium-Genua war erneut gefragt. Bei trickreichen Bedingungen gelang uns unser stärkster Auftritt: Nach einem Black-Flag-Start fanden wir uns an der Luvtonne auf Rang 6, das Rennen beendeten wir auf Platz 13. Auch im zweiten Rennen hielten wir uns im vorderen Feld – Platz 17. Die Luft ist dort oben extrem dünn – und herrlich herausfordernd.
Fazit – Skandinavisches Segelglück pur
Das Schiff kam fast unversehrt durch die Woche, das Wetter zeigte sich überwiegend von seiner besten Seite, die Organisation war herzlich und professionell – und die Erfahrung? Unbezahlbar!
Mit einem Crewgewicht von 278 Kilogramm packten wir schließlich zusammen und machten uns auf den Heimweg Richtung Starnberg – erfüllt von großartigen Erinnerungen, einer top Regattawoche und dem Wissen: Wir kommen wieder.
Euer
Roman Schmitt