Prädikat Spätlese: Qualitätswein aus faulen Trauben
- wie ein verspäteter Bote im Rheingau die erste berühmte Spätlese möglich macht,
- warum ein Fürstabt im 18. Jahrhundert auf weniger Menge, aber bessere Qualität setzt,
- und wie verschrumpelte, von Edelfäule befallene Trauben zu kostbarem Wein werden.
Seit mehr als tausend Jahren wird am Johannisberg im Rheingau Wein angebaut. Doch im Jahr 1775 geschieht dort ein kleines "Ohngefähr", wie man damals Zufall sagt: Der Bote, der die Erlaubnis zur Lese aus Fulda bringen soll, kommt viel zu spät zurück. Die Trauben hängen länger am Stock, schrumpeln, werden von einem Pilz befallen. Die Mönche haben keine Wahl, sie keltern trotzdem.
Das Ergebnis überrascht alle: ein süßer, aromatischer Wein, wie ihn noch niemand gekostet hat. Aus diesem Missgeschick wird eine neue Regel. Fortan wartet man bewusst länger mit der Ernte. So entsteht die Spätlese, ein Zufallsprodukt, das den Johannisberg weltberühmt macht.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Leo Gros (Weinkenner und Liebhaber, Chemiker)
- Stefan Doktor (Geschäftsführer Weingut Johannisberg)
- die Rheingauer Weinprinzessin "Alina"
Weiterführende Links:
- Planet Wissen: Geschichte des Weins
- Dom Pérignon: Der Mönch und der Champagner-Mythos
- Vom Fusel zum Qualitätswein? Das Weinpanscherurteil
- Thomas Jefferson, amerikanischer Präsident (Geburtstag 13.04.1743)
Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!
Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.
Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Marko Rösseler
Redaktion: Carolin Rückl , Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann ]]>