Starlink-Terminals im Gepäck: Diplomatischer Streit zwischen Iran und Niederlanden
Diplomaten genießen aufgrund ihres Status an Flughäfen etwas mehr Freiheiten, als andere Reisende. So ist ihr persönliches Gepäck von der Zollkontrolle befreit, sofern nicht triftige Gründe für die Vermutung vorliegen, dass es Gegenstände enthält, deren Einfuhr nach dem Recht des Einreisestaates verboten ist. Eben darum geht es offenbar in einem diplomatischen Streit, der bereits am 28. Januar zwischen Iran und den Niederlanden entbrannt war und jetzt auch in der Öffentlichkeit ausgetragen wird.
Kurz nach dem Abflauen einer massiven Protestwelle gegen die Führung der Islamischen Republik wurde ein niederländischer Diplomat bei der Ankunft am Flughafen Teheran von Zollmitarbeitern gebeten, sein Gepäck durchleuchten zu lassen. Der Mann weigerte sich aber, und der Koffer wurde im Einklang mit den geltenden Vorschriften beschlagnahmt. Einige Tage später forderte ein anderer Mitarbeiter der niederländischen Botschaft, das Gepäck freizugeben. Trotz seines Protests wurde der Koffer offiziell durchsucht. Darin fanden die Zollbeamten unter anderem Satellitentelefone und Starlinks-Terminals. Die iranischen Behörden veröffentlichten ein entsprechendes Video.
Dutch diplomat’s suitcase seized at Iran’s Imam Khomeini international airport after refusing x-ray scan; Starlink devices, satellite telephones and advanced wireless devices found pic.twitter.com/19uYs9BUdL
— Ounka (@OunkaOnX) February 24, 2026
Am Dienstag bestellte das niederländische Außenministerium den iranischen Botschafter ein, um ihm eine Protestnote wegen der Beschlagnahmung des Gepäcks am Flughafen Teheran zu übergeben. Das Vorgehen des iranischen Zolls wird darin als "inakzeptabel" kritisiert. Weitere Einzelheiten teilte das Ministerium nicht mit.
Ende Januar hatte der Chef der Wirtschaftssicherheitspolizei, Hossein Rahimi, bekannt gegeben, dass man in Iran 108 verbotene Starlink-Terminals beschlagnahmt habe. Gleichzeitig berichtete die Zeitschrift The Wall Street Journal, dass die US-Regierung vor dem Hintergrund der massenhaften Proteste in der Islamischen Republik Tausende von Starlink-Terminals ins Land eingeschleust habe.
Die massenhaften Proteste in Iran waren am 28. Dezember ausgebrochen, nachdem die Nationalwährung Rial stark an Wert verloren hatte. In der Hauptstadt Teheran schlossen zahlreiche Händler ihre Geschäfte und gingen auf die Straße. Bei Zusammenstößen mit der Polizei kamen in der Folge laut Schätzungen von Menschenrechtlern tausende Menschen ums Leben.
US-Präsident Donald Trump drohte Iran mit einem militärischen Durchgreifen, sollte die Führung in Teheran die Demonstrationen weiterhin gewaltsam unterdrücken. Gleichzeitig rief er die "iranischen Patrioten" dazu auf, die Staatsinstitutionen zu besetzen, und behauptete, dass Hilfe bereits "unterwegs" sei. Später ruderte der Republikaner beim Thema Proteste zwar zurück, stellte aber ein Ultimatum, dass die Führung in Teheran auf ihr Atomprogramm verzichten solle. Als Druckmittel schickte Trump Flugzeugträger in die Region.
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