BUNTE BÜHNE BASKETBALL (57)
ProA-Schlusslicht Uni Baskets Münster lässt Topscorer Nick McMullen gen Spanien ziehen.
Zunächst einmal eine Neuigkeit von hinter den Kulissen, denn das Resultat des Spitzenspiels zwischen Phoenix Hagen und der BG Göttingen vom 6. März bleibt bestehen. Die mit 80:91 unterlegenen Gäste aus dem südlichen Niedersachsen hatten in Person ihres Kapitäns Mathis Mönnighoff unmittelbar nach Spielende Protest eingelegt, diesen in den Tagen danach aber nicht weiterverfolgt. Unmittelbar nach Beginn der Partie war es in der Ischelandhalle zu einem Ausfall der Spieluhr gekommen, so dass die Partie, die zu diesem Zeitpunkt erst wenige Sekunden alt war, für fast eine halbe Stunde unterbrochen werden musste. Da dieser Break jedoch keine unmittelbaren Folgen für den Ausgang der Begegnung hatte, ließ der BBL-Absteiger den Protest versanden.
Die Pleite an der Volme war die zweite von insgesamt dreien in Serie, denn auch zuvor bei den Bozic Estriche Knights Kirchheim (86:87) als auch danach gegen die GIESSEN 46ers (80:86) hatten die „Veilchen“ den Kürzeren gezogen. Im Ringen um ihr Heimrecht in den Playoffs meldete sich die Mannschaft von Cheftrainer Fabian Strauß dann aber am vergangenen Wochenende mit einem 100:55-Erfolg bei Schlusslicht Uni Baskets Münster eindrucksvoll zurück. Der doppelte Punktgewinn fiel der BG Göttingen leichter als erwartet, schließlich mussten die Ostwestfalen auf ihren bisherigen Topscorer Nick McMullen verzichten. Münster löste vergangene Woche den ursprünglich bis Saisonende gültigen Vertrag mit dem 23-Jährigen laut Pressemitteilung „einvernehmlich“ auf, weil der US-Forward eine neue sportliche Herausforderung in Spanien annehmen wird. Die Westfälischen Nachrichten indes schreiben von „anderen Beweggründen“ für die Trennung und von einem „ungewöhnlichen Zeitpunkt“, schließlich steht der Truppe von Coach Götz Rohdewald sportlich das Wasser bis zum Hals. Durch die Kader-Rückkehr des lange angeschlagenen Adam Touray waren die Uni Baskets angeblich in der Lage, der Bitte von McMullen zu entsprechen. Der US-Amerikaner war im August letzten Jahres nach Münster und damit erstmals nach Europa gewechselt. In der ProA kam er in 26 Spielen zum Einsatz und war mit durchschnittlich 14 Punkten bisher bester Werfer und mit knapp zehn Rebounds pro Partie auch der stärkste Rebounder der Uni Baskets. Touray bestritt indes erst seine vierte Partie für Münster, nachdem er sich zum Saisonstark gegen die Artland Dragons an der Bandscheibe verletzt hatte.
Auch bei den um den Klassenverbleib ringenden SBB Baskets Wolmirstedt hat es eine Veränderung im Kader gegeben, denn Aufstiegsheld Lennard Winter gehört nicht mehr zum Team. Den 25-Jährigen plagt eine langwierige Knieverletzung, wegen der er in dieser Spielzeit noch kleine Partie bestreiten konnte. Nun haben die Verantwortlichen den Vertrag mit dem Shooting Guard „in beiderseitigem Einvernehmen“, so ein Facebook-Post der Truppe aus der Nähe von Magdeburg, aufgelöst.
Bei anderen Clubs stellen sich personelle Probleme aufgrund von Verletzungen ein. So auch bei den EPG Baskets Koblenz, die einige Wochen auf ihren serbischen Scharfschützen Aleksa Kovacevic verzichten müssen. Der 24-Jährige hat sich bei der unerwarteten 96:113-Heimniederlage gegen die RheinStars Köln eine Wadenverletzung zugezogen. Der Pointguard, der im November mit 42 Punkten gegen die Artland Dragons für Aufsehen sorgte, wird der Truppe vom Deutschen Eck frühestens in der Crunchtime der Saison wieder zur Verfügung stehen.
Bei der Bayer Giants Leverkusen indes steht C.J. Oldham auf der Ausfallliste. Der Big Man der „Riesen vom Rhein“ plagt sich schon länger mit einer Fußverletzung herum, die er eigentlich konservativ auskurieren wollte. Inzwischen hat sich jedoch herausgestellt, dass eine Operation unabdingbar war, so dass die Saison 2025/26 für den 34-Jährige gelaufen ist. „Der Fuß ist nicht so verheilt wie gewünscht, und nach einigen Auskünften, die wir eingeholt hatten, lag die Entscheidung nahe, dass sich C.J. operieren lassen sollte. Da er auch in Zukunft noch professionellen Basketball spielen möchte, war dies die beste Entscheidung. Seine Gesundheit hat für uns höchste Priorität“, so Sportdirektor Hansi Gnad.
Für die ProB-Basketballer von LOK Bernau hat dagegen der Aufstieg höchste Priorität. Bei einer Pressekonferenz in ihrer Sparkassen-Arena verkündeten sie, dass sie das Lizenzierungsverfahren für die ProA eingeleitet haben. Die Truppe von US-Cheftrainer Dan Oppland, einst Spieler von „Frenki“ Ignjatovic bei den MLP Academics Heidelberg, liegt zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde auf Rang zwei hinter den ETB Miners aus Essen und möchte alles daransetzen, sich über die Playoffs fürs deutsche Unterhaus zu qualifizieren. Den GIESSEN 46ers, sollten sie nicht in die BBL aufsteigen, „droht“ damit jedenfalls die weiteste Auswärtsfahrt der kommenden Saison. Denn Bernau im Landkreis Barnim in Brandenburg liegt rund 545 Kilometer von Gießen entfernt …
Und dann ist da noch der ehemalige Profi und Trainer der GIESSEN 46ers, Vladi Bogojevic. In der RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?“ räumte der Ex-Nationalspieler am Montagabend 64.000 Euro ab. Er plauderte aus dem Nähkästchen und sprach über seine Zeit als Basketballer, in der er dreimal deutscher Meister und einmal Pokalsieger wurde sowie Deutschland bei zwei Europameisterschaften – unter anderem an der Seite von NBA-Legende Dirk Nowitzki, vertrat. Den ersten Lacher des Publikums hatte Bogojevic bereits nach ein paar Fragen auf seiner Seite, als Moderator Günther Jauch ihm alternative deutsche Begriffe nahelegen wollte. Jauchs Erklärung: „Zum Beispiel: Ein Pilot heißt im Deutschen nicht Pilot, sondern Luftfahrzeugführer. Eine Ampel heißt nicht Ampel, sondern Lichtzeichenanlage. Eine Briefmarke ist keine Briefmarke, sondern ein Postwertzeichen.“ Die Antwort: „Ich finde das toll. Ich bin so lange in Deutschland und habe jetzt gerade drei neue Wörter gelernt.“ Anschließend offenbarte Bogojevic, der derzeit als Assistenztrainer bei ALBA Berlin unter Vertrag steht, seinen Werdegang im deutschen Basketball. Er berichtete, wie er im Jahr 1992 wegen des Kriegs über die Balkan-Route von Serbien nach Deutschland floh und im Anschluss zu einem Probetraining beim MTV 1846 Gießen kam. Dort gelang Bogojevic der sportliche Durchbruch, außerdem wurde er eingebürgert. „Der Deutsche Basketball-Bund hatte Interesse, mich spielberechtigt zu bekommen. Es gab damals einige Leute, zum Beispiel den ehemaligen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, der aus Gießen kommt und früher Basketball gespielt hat. Es könnte sein, dass das alles eine Rolle gespielt hat bei der Beschleunigung der Einbürgerung“, erzählte der 57-malige Nationalspieler. Bogojevic eilte in der Folge fast mühelos und stets mit der richtigen Antwort von Frage zu Frage. Bei 64.000 Euro zockte der ehemalige Profisportler und nahm mithilfe des knifflig ausgefallenen Publikum-Jokers die richtige Lösung. Danach war sein Lauf allerdings zu Ende. Die 125.000-Euro-Frage lautete: „Bei mehr als der Hälfte der zehn meistverkauften Zeitschriften in Deutschland steht was im Mittelpunkt?“ Als Antwortmöglichkeiten standen zur Auswahl A) Klatsch & Tratsch, B) Haus & Garten, C) TV-Programm oder D) Politik. Bogojevic hatte zwar eine Tendenz, stieg aber aus. „Das weiß ich nicht und würde an dieser Stelle dann auch aufhören.“ Die richtige Entscheidung. Seine Vorahnung bezüglich Antwortmöglichkeit A war nämlich falsch. Die richtige Lösung wäre das TV-Programm gewesen. Auf Jauchs Abschlussfrage, was der Nowitzki-Mitspieler denn mit dem gewonnenen Geld anfangen würde, antwortete seine als Begleitung mitgekommene Frau: „Wir bauen gerade ein Haus, dafür wird Geld benötigt.“ Dafür legte Vladi Bogojevic am Montag eine solide Grundlage.
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