Während die einen von einem herben Rückschlag sprechen, geben sich die anderen kämpferisch: So reagieren die Parteien auf das vorläufige Wahlergebnis in Rheinland-Pfalz. Nach den ersten Prognosen und Hochrechnungen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz melden sich die Parteien mit sehr unterschiedlichen Reaktionen zu Wort. Während die CDU bereits den Anspruch auf einen Regierungswechsel erhebt, feiert die AfD ihr historisch starkes Abschneiden. Der amtierende Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat Alexander Schweitzer sagte: "Wir haben gekämpft wie die Löwen" und verweist auf ein starkes Ergebnis im Vergleich zum Bundestrend, in dem die SPD deutlich schlechter abschneidet als in Rheinland-Pfalz. Er sei trotz dieses Ergebnisses voller Dankbarkeit, fuhr Schweitzer fort. "Ich war stolz darauf, dass wir fair gespielt haben." Die SPD habe einen "Sprint gegen den Berg" laufen müssen. Spitzenkandidaten betonen fairen Wahlkampf CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder sieht seine Partei klar in der Führungsrolle. Im ZDF spricht auch er von einem "äußerst fairen Wahlkampf" und macht zugleich deutlich: "Es wird ohne uns in den nächsten Jahren nicht mehr regiert." Mit Blick auf eine mögliche Zusammenarbeit mit der SPD fordert er einen klaren Politikwechsel. "Da kann es nur einen Wechsel geben. Ansonsten würden wir vollkommen unglaubwürdig werden", sagt Schnieder. Eine Koalition mit der AfD schließt er aus. Überblick: Alle Entwicklungen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz Newsblog: AfD erreicht in RLP wohl eigenes Wahlziel – Linke bangen Die AfD wertet ihr Ergebnis dagegen als Bestätigung ihres Kurses. Spitzenkandidat Jan Bollinger sagt, seine Partei habe deutlich gemacht, dass das Land Probleme habe und es eine Kraft brauche, die Politik "für die Bürger" und "für das eigene Land" mache. Zugleich erhöht er den Druck auf die CDU. Sie müsse sich nun entscheiden, ob sie den "roten Filz" abschaffen oder Teil davon werden wolle. Auch aus der Opposition heraus könne die AfD viel bewegen, sagt Bollinger. Bei der SPD ist der Ton deutlich gedrückter. Generalsekretär Tim Klüssendorf spricht von einem "herben Rückschlag" für seine Partei. Das Ergebnis müsse auch auf Bundesebene besprochen werden. Man werde nun im Präsidium und im Parteivorstand Fragen stellen müssen, sagt er. Zugleich warnt Klüssendorf vor einer Personaldiskussion und fordert stattdessen, die SPD müsse jetzt in die Offensive kommen und anstehenden Reformen mitgestalten. Banaszak: "Wirklich gutes Ergebnis" Die Grünen zeigen sich trotz schwieriger Ausgangslage zufrieden. Parteichef Felix Banaszak nennt das Abschneiden ein "wirklich gutes Ergebnis". Im ZDF betont er, es habe nicht an den Grünen gelegen, dass die bisherige Regierung nicht fortgesetzt werden könne. Das Ergebnis führt er auf Geschlossenheit und eine klare Themenfokussierung zurück. Die Grünen nähmen nun den Oppositionsauftrag an, sagt Banaszak. Auch die Linke versucht, ihrer knappen Niederlage etwas Positives abzugewinnen. Laut Prognose verpasst sie mit 4,5 Prozent wohl den Einzug in den Landtag. Parteichef Jan van Aken zeigt sich dennoch kämpferisch. Die Partei sei "auf dem richtigen Weg", sagt er. In fünf Jahren wolle die Linke dann in den Landtag einziehen. Zugleich lobt er Spitzenkandidatin Rebecca Ruppert, die einen "ganz tollen Wahlkampf" hingelegt habe.