Iran-Krieg: Wadephul sieht gemeinsame G7-Linie mit USA bei Iran-Krieg
Vor der Abreise zum G7-Treffen in Frankreich hatte US-Außenminister Rubio Kritik an den Europäern wegen des Iran-Kriegs unterstrichen. Am Ende scheint ein Zerwürfnis der Staatenrunde vermieden.
Außenminister Johann Wadephul sieht nach Beratungen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio eine gemeinsame Linie der G7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien im Iran-Krieg. "Das war ein wirklich ernsthaftes, ein gutes Gespräch", sagte der CDU-Politiker nach dem Treffen im Kreis der G7-Außenminister bei Paris. Er fügte hinzu: "Es gab und es gibt keine Anforderung der Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere an uns, vor Ende der Kampfhandlungen einen militärischen Beitrag zu leisten."
Auf die Frage, wie die Stimmung bei den Gesprächen mit Rubio gewesen sei, sagte Wadephul: "Die war gut, die war freundschaftlich, die war konstruktiv, aber natürlich auch der Ernsthaftigkeit der ganzen Situation angemessen." Die sicherheitspolitische Lage sei schwierig genug, es müsse eine Eskalation verhindert werden. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen spüren wir überall, insbesondere in Europa, schon ganz erheblich." Aus diesem Grund habe man "wirklich sehr ausführlich über diese Fragen miteinander diskutiert. Und es gibt überhaupt gar keinen Dissens".
Wadephul sieht Anzeichen für Gespräche der USA mit Iran
Man sei sich einig gewesen, dass Teheran gut beraten sei, jetzt in ernsthafte Verhandlungen mit den USA einzusteigen, sagte Wadephul. "Es gibt erste Anzeichen, die zuversichtlich stimmen können, dass solche Gespräche stattfinden sollen." Er hatte am Morgen im Deutschlandfunk gesagt, es gebe Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans, das wohl "in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden" solle.
Der Bundesaußenminister ergänzte nach dem Treffen, die Runde eine die feste Überzeugung, dass von Iran kurz- und langfristig keine Gefahr für die Region, darüber hinaus und auch für die Weltwirtschaft ausgehen dürfe. Er habe erneut unterstrichen, dass auch G7-Partner wie Deutschland nach Beendigung der Kampfhandlungen einen Beitrag zur Sicherung der Lage leisten könnten. Deutschland sei diplomatisch aktiv und stimme das eng mit den Partnern ab.
Zur "Gruppe der Sieben" gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. US-Außenminister Marco Rubio war im Gegensatz zu seinen Kollegen erst in der Nacht zum zweiten und letzten Tag des Treffens angereist.