Donald Trump setzt offenbar nicht mehr auf eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus – und verlagert die Verantwortung. US-Präsident Donald Trump hat signalisiert, dass er die Militäraktion gegen den Iran auch ohne eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus beenden will. Das berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Berater des Präsidenten. Demnach würde eine Operation zur Sicherung der wichtigen Handelsroute vorerst ausgesetzt. In den vergangenen Tagen sei Trump zu dem Schluss gekommen, dass ein entsprechender Einsatz des US-Militärs den Konflikt deutlich über seinen geplanten Zeitraum verlängern würde, so das "Wall Street Journal". Stattdessen wolle Trump die iranische Marine und deren Raketenarsenal schwächen und die aktuellen Kampfhandlungen herunterfahren. Zugleich relativierte Trump die Bedeutung der Meerenge. In einem Interview mit der "New York Post" sagte er, die Straße von Hormus werde sich nach dem Ende der Kampfhandlungen "automatisch" wieder öffnen. Sein Ziel sei gewesen, den Iran an Atomwaffen zu hindern. "Wenn wir gehen, wird die Straße automatisch offen sein", erklärte Trump. US-Verteidigungsminister unter Druck: Hegseth wollte wohl Insider-Handel starten Harvard-Historikerin Lepore: "Eine furchtbare Dummheit von Trump" Zeitgleich soll diplomatischer Druck auf Teheran ausgeübt werden, um den freien Handelsfluss wiederherzustellen. Sollte das scheitern, würden die USA ihre europäischen und Golf-Verbündeten dazu drängen, die Führung bei der Öffnung der Meerenge zu übernehmen, so zitiert die US-Zeitung Regierungsvertreter. Am Dienstagmorgen forderte Trump andere Staaten dazu auf, selbst eine Operation zu starten, um die Kontrolle über die Meerenge dem Iran zu entreißen. Dabei kritisierte er unter anderem Länder wie Großbritannien dafür, sich nicht an der US-israelischen Mission gegen die Islamische Republik beteiligt zu haben. "Bringt endlich Mut auf, geht in die Straße und nehmt sie euch einfach. Ihr werdet lernen müssen, selbst zu kämpfen – die USA werden euch nicht mehr helfen, so wie ihr uns auch nicht geholfen habt", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social . US-Strategiewechsel im Iran-Konflikt US-Außenminister Marco Rubio sagte dem arabischen Sender Al Jazeera am Montag, dass die laufende Militäroperation zur Erreichung der US-Ziele innerhalb weniger Wochen abgeschlossen sein werde. "Dann werden wir uns mit der Frage der Straße von Hormus befassen – und es wird am Iran liegen zu entscheiden", so Rubio. Oder eine Koalition von Staaten weltweit werde "mit Beteiligung der USA" sicherstellen, dass sie geöffnet werde, "auf die eine oder andere Weise." Finanzminister Scott Bessent brachte in einem Interview mit Fox News die Möglichkeit ins Spiel, dass die USA oder eine multinationale Koalition Tanker eskortieren könnten – ohne jedoch besondere Dringlichkeit für eine sofortige Öffnung erkennen zu lassen. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots werden durch die Meerenge transportiert. Je länger die Straße von Hormus geschlossen bleibt, desto stärker belastet dies die Weltwirtschaft und treibt die Energiepreise nach oben. Trump und sein Kabinett betonten zuletzt wiederholt, dass die Meerenge für Europa, den Nahen Osten und Asien weitaus wichtiger sei als für die USA und nicht entscheidend für die amerikanische Energieversorgung. Dennoch stieg der US-Ölpreis am Montag erstmals seit 2022 auf über 100 Dollar pro Barrel. Einige Finanzanalysten prognostizieren sogar einen Anstieg auf bis zu 200 Dollar, sollte der Krieg die Wasserstraße dauerhaft beeinträchtigen.