Nur noch etwa 50 Tiere leben im Golf von Mexiko – der Rice-Brydewal gehört zu den seltensten Säugetieren der Welt. Jetzt droht ihm das Aussterben. Er taucht nur selten vor Menschen auf, bewegt sich nachts oft nahe der Wasseroberfläche und lebt zurückgezogen im Golf von Mexiko . Der Rice-Brydewal wird mehr als zwölf Meter lang, doch von seiner Art gibt es nur noch rund 50 Tiere. Damit zählt er zu den seltensten Meeressäugern der Welt. Schon heute bedrohen Zusammenstöße mit Schiffen, der Verlust von Nahrung und die Folgen menschlicher Eingriffe in seinen Lebensraum. Nun könnte ausgerechnet eine politische Entscheidung in Washington den Druck auf die letzten Tiere weiter erhöhen. Die US-Regierung hat für neue Pläne zur Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko ein zentrales Artenschutzgesetz ausgehebelt. Auslöser ist die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran . Die USA sind bereits der größte Erdölproduzent der Welt, doch wollen jetzt ihre Förderung sogar noch ausweiten. Deshalb fallen Schutzmaßnahmen für den stark bedrohten Wal weg. US-Artenschutzkomitee hebelt Artenschutzgesetz aus Dem Vorhaben der US-Regierung stand dabei zunächst ein Artenschutzgesetz im Weg, das das Aussterben gefährdeter Arten verhindern soll. Um mögliche Umweltklagen gegen die Energieproduktion zu verhindern, rief Donald Trump mit seinem Kabinett den sogenannten "God Squad", auf Deutsch: "Göttertruppe", wieder ins Leben. Trump-Rede zum Iran-Krieg: Alles ein einziger, großer Masterplan Verhandlung am Supreme Court: Trumps Frontalangriff auf die US-Verfassung Dieser Ausschuss mit offiziellem Namen Endangered Species Committee (Komitee für bedrohte Spezies) tagte seit seiner Gründung 1978 erst zweimal. Er besteht aus sechs ständigen Mitgliedern: dem Innenminister, dem Landwirtschaftsminister, dem Sekretär des Heeres, dem Vorsitzenden des Rats der Wirtschaftsberater, dem Administrator der Umweltschutzbehörde und dem Administrator der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde. Das Gremium hebelte mithilfe einer Ausnahmeregelung am 1. April 2026 das Artenschutzgesetz aus "Gründen der nationalen Sicherheit" faktisch aus, damit Unternehmen möglichst ungehindert Öl und Gas fördern können. Mit der Aufhebung werden Umweltklagen blockiert und Schutzmaßnahmen wie Tempolimits für Schiffe oder Einschränkungen bei seismischen Tests gestrichen sowie höhere Fördermengen von Gas und Öl möglich. Stark bedrohter Wal besonders betroffen Eines der Lebewesen, das das Artenschutzgesetz vor der Ölförderung schützen sollte, ist der Rice-Brydewal, der mit seinen nur noch 50 existierenden Exemplaren zur am stärksten vom Aussterben bedrohten Tierart weltweit gehört. Er ist durch Kollisionen mit Schiffen während seiner nächtlichen Ruhezeiten in der Nähe der Wasseroberfläche sowie durch die mangelnde Nahrungsquelle infolge menschlicher Überfischung seiner Gewässer ohnehin gefährdet. Durch vermehrte Rohstoffförderung könnte der Wal nun aussterben. Durch die Deepwater-Horizon-Katastrophe 2010, bei der infolge einer Explosion auf einer Bohrinsel des internationalen Ölkonzerns BP eine Ölpest den Golf von Mexiko über Monate hinweg verunreinigte, starben etwa 17 Prozent der Rice-Brydewale. "Wenn Trump hier Erfolg hat, könnte er die erste Person in der Geschichte sein, die wissentlich eine Art von der Erde ausrottet. So prekär ist die Lage des Rice-Wals", sagte Patrick Parenteau, seinerzeit am Endangered Species Act beteiligter Rechtswissenschaftler, der "Associated Press". Parenteau wies darauf hin, dass es nicht nötig gewesen sei, das Artenschutzgesetz außer Kraft zu setzen. Unternehmen hätten trotz rechtlicher Auseinandersetzungen um den vom Aussterben bedrohten Wal weiterhin im Golf nach Öl suchen können. Infolge der Entscheidung der "Göttertruppe" haben mehrere Tier- und Umweltschutzorganisationen rechtliche Schritte angekündigt. Bei vorherigen Abstimmungen des Gremiums waren Sachverständigengutachten, öffentliche Anhörungen und gerichtliche Überprüfungen in den Prozess mit eingebunden worden. Darauf wurde diesmal verzichtet, nicht einmal ein formeller Antrag wurde eingereicht. Das sowie die extrem kurze Zeitspanne zwischen Ankündigung und Beschluss geben Kritikern Grund zur Annahme, die US-Regierung wolle die zivilgesellschaftliche Kontrolle umgehen.