Heidelberg: Nachbarn importieren doch kein Trinkwasser
Heidelberg. (hö) Auch wenn die Stadtwerke Heidelberg kein Wasser mehr aus Edingen-Neckarhausen beziehen wollen, weil das durch das Chemiesalz TFA belastet ist, nutzt man in der Nachbargemeinde weiter das eigene Grundwasser. Denn anders, als es im RNZ-Artikel zu lesen stand, verzichtete man dort doch auf den geplanten Bezug von Wasser aus Heidelberg und Mannheim. Ursprünglich war tatsächlich geplant, in das Leitungsnetz auf eigene Kosten 750.000 Euro zu investieren, um das Wasser importieren zu können, wie Elke Hugo, Geschäftsführerin des Wasserverbands, der RNZ erklärte.
Doch dann tagte im letzten Oktober ein Runder Tisch, und das Umweltbundesamt machte für Edingen-Neckarhausen eine Einzelfallbetrachtung. Weil die Behörde zeitgleich den Empfehlungswert für TFA von 10 auf 30 Mikrogramm pro Liter erhöht hatte, in der Gemeinde aber maximal 23 Mikrogramm gemessen wurden, entschloss man sich, dass die Edinger und Neckarhäuser weiter ihr eigenes Grundwasser trinken dürfen - zumindest so lange, wie es keinen allgemeinen Leitwert des Umweltbundesamtes gibt. Dieser soll erst in einem Jahr vorliegen. "Dann werden vielleicht die Karten neu gemischt", so Hugo. Alles steht und fällt mit der gerade angelaufenen Langzeitstudie des Umweltbundesamts, weil man über TFA so wenig weiß.