Elztal-Dallau: Bauvorhaben, Unwetter und sportliches Wild
Von Peter Lahr
Elztal-Dallau. Zur ersten Elztaler Gemeinderatssitzung im neuen Jahr konnte Bürgermeister Marco Eckl 30 Zuhörer begrüßen. Gut gefüllt war auch das Programm, das die Gemeinderäte im öffentlichen Teil abarbeiteten. Einen Schwerpunkt bildeten dabei Bauvorhaben.
Doch zunächst oblag es dem Gremium, grünes Licht für eine "Personalie" zu geben. Aus "wichtigen Gründen" scheidet Gemeinderat Gerd Ehret aus. Seit 2009 vertrat er die Freien Wähler (FW) im Ortschafts- und Gemeinderat. Da Ehret seine Mitgliedschaft bei den FW bereits zum Jahresende 2017 beendet hat, wollte er nun auch sein Mandat niederlegen. Für ihn rückte Günter Mazugo nach. "Für neun Jahre ehrenamtliches Wirken für die Gemeinde", bedankte sich Marco Eckl bei Ehret, nachdem beide entsprechenden Anträge das Gremium einstimmig passiert hatten. Mazugo wurde im Anschluss verpflichtet.
Da der Dallauer Edeka-Markt an seinem jetzigen Standort nicht zukunftsfähig sei, will ein Investor einen neuen Markt mit 1500 qm Verkaufsfläche errichten - schräg gegenüber dem jetzigen Standort, zwischen der B 27 und dem Elzbach. Die Vorgeschichte des Projekts, den formellen Verfahrensablauf und den aktuellen Stand der Planungen erläuterten Marius Bergmann und Jürgen Glaser von Mosbacher Planungsbüro IFK. Obschon man erst am Anfang des Aufstellungsbeschlusses stehe, erinnerte Bürgermeister Eckl daran, dass die Frist zum Roden des Geländes Ende Februar ablaufe, wolle man nicht ein weiteres Jahr verlieren.
"Wir haben planerisch keine grüne Wiese. Sie wurde bereits als Gewerbefläche ausgewiesen. Dieser Bebauungsplan soll jetzt nur noch geändert werden", relativierte Glaser den später einstimmig gefassten Beschluss zur Ausweisung des "Sondergebiets".
Zwar verfüge Dallau nicht über eine zentralörtliche Funktion, was eigentlich Voraussetzung für einen Markt dieser Größenordnung sei, doch könne man sich hier auf eine Ausnahme berufen, erlaube der Neubau doch die Grundsicherung der Bevölkerung, führte Glaser aus. Die jetzige Böschungssituation zur B 27 soll erhalten bleiben. Auf dem Niveau des jetzigen Feldwegs will man die Parkplätze (im Süden) und den Neubau mit Markt und Bäckerei/Café errichten. Da das Areal im Bereich eines 100-jährigen Hochwassers liege, werde es zum Elzbach aufgeschüttet. Erhalten bleiben soll jedoch der Entwässerungsgraben und der bestehende kleine Teich, zu welchem man fünf Meter Abstand halten wolle. Der Neubau soll maximal 82 Meter lang und 8,50 Meter hoch sein.
Einstimmig beschloss der Gemeinderat vier Baugesuche für Wohn-, Geschäfts- und Bürogebäude in Muckental, Neckarburken und Auerbach. Zudem eine Bauvoranfrage für die Überdachung eines bestehenden Reitplatzes in Muckental.
Länger und kontrovers diskutiert - auch mit Zuhörern - wurde die Bauvoranfrage für zwei Wohngebäude in Dallau. Im Linken Weiler beabsichtigt die Johannes-Diakonie, eine betreute, ambulante Wohngruppe zu eröffnen. "Wir befinden uns in einem Prozess der Dezentralisierung", erklärten Manfred Ahmend und Jürgen Rossnagel. Da man hier barrierefreies, rollstuhlgerechtes Wohnen ermöglichen wolle, seien die zu erwartenden Mieter im fortgeschrittenen Alter. Zumindest theoretisch sei aber auch möglich, dass im Zeichen der Inklusion andere Mieter einzögen, etwa eine Studierenden-WG. Fragen nach der Betreuung der Bewohner und einem Ansprechpartner für die Anwohner dominierten die Diskussionsrunde. Die "zurückhaltende" Informationspolitik der Verantwortlichen im Vorfeld wurden dabei kritisiert. Zudem die in der Bauvoranfrage noch offen gelassene Frage der Stellplätze. Den letzten Punkt nahm der Gemeinderat in den einstimmig gefassten (bei drei Enthaltungen), positiven Beschluss noch auf.
Schnell bewilligt waren diverse Spenden an verschiedene Abteilungen der Feuerwehr. Zwei unerfreuliche Informationen musste Bürgermeister Eckl: "Wir sind seit Freitag ohne Internet im Rathaus", lautete die erste. Zudem habe Schwarzwild den Dallauer Sportplatz heimgesucht, was eine Reparatur des Rasenplatzes notwendig mache.
Einen ausführlichen Kurzbericht zum Unwettergeschehen am 3./4. Januar gab Bauamtsleiter Christoph Tanecker. Er versprach, die neuralgischen Punkte je nach Dringlichkeit abzuarbeiten - so weit technisch möglich.