Toter in Brandruine: Vermisster Mann tot in Götzinger Brandruine gefunden - Taucheinsatz geplant (Update, plus Video)
Buchen-Götzingen. (Wd) Ein Vermisstenfall, der bereits vor fast fünf Jahren die Menschen im Bereich Buchen-Götzingen beschäftigte, steht möglicherweise kurz vor der Aufklärung. Am 27. Februar 2013 wurde der damals 56-jährige Wolfgang S. als vermisst gemeldet. Von ihm fehlte seither jede Spur. Aber nach dem Brand der Gaststätte "Zum Schwanen" in Götzingen am 13. Januar ergaben sich Hinweise, dass Sch. möglicherweise nicht mehr am Leben ist und sein Leichnam seit seinem Verschwinden in einem Nebengebäude der Gaststätte versteckt worden sein könnte.
Darauf begannen Kriminaltechniker der Kriminalpolizei Heilbronn umgehend damit, den Brandschutt am zerstörten Gebäude akribisch zu untersuchen. Sie konnten am Dienstagnachmittag Leichenteile finden. Ob es sich dabei um die sterblichen Überreste von Wolfgang S. handelt, könne derzeit noch nicht zweifelsfrei gesagt werden, erklärte Oberstaatsanwalt Peter Lintz auf Nachfrage. Es liegt aber nahe, dass dem so ist. Die Leiche sei durch die längere Liegezeit und auch durch den Brand des Scheunengebäudes, das bis auf die Grundmauern abbrannte, in starke Mitleidenschaft gezogen worden. Die Leichenteile wurden zur Begutachtung in das Rechtsmedizinische Institut der Universität nach Heidelberg gebracht.
Die Kriminalpolizei Heilbronn hat zwischenzeitlich einen 54-jährigen Mann aus Götzingen festgenommen. Er steht im dringenden Tatverdacht, Wolfgang S. getötet und den Leichnam anschließend in der Scheune versteckt zu haben. Der Mann habe die Tat bereits gestanden, so Oberstaatsanwalt Lintz.
In Götzingen selbst ist man gestern Nachmittag fassungslos, dass sich dort, in unmittelbarer Umgebung von Kirche und Rathaus, ein solch grausiges Verbrechen ereignet hat und der bis Dienstag spurlos vermisste Mann Opfer eines Tötungsdelikts wurde. In Gruppen stehen Einwohner an der Brandstelle zusammen und erinnern sich an Wolfgang Sch., der von heute auf morgen verschwunden war. Gefunden wurde er in den verkohlten Überresten der völlig niedergebrannten Scheune, die von den Kriminaltechnikern akribisch untersucht wurden.
Über die Hintergründe des blutigen Verbrechens schweigt die Staatsanwaltschaft ebenso wie über die Identität des mutmaßlichen Täters. "Aus ermittlungstaktischen Gründen", wie Peter Lintz sagt.
Die Staatsanwaltschaft Mosbach hat gegen den dringend Tatverdächtigen einen Haftbefehl wegen Totschlags beantragt, wie Oberstaatsanwalt Peter Lintz von der Staatsanwaltschaft Mosbach der RNZ bestätigte. Der Haftbefehl wurde gestern Nachmittag von einem Haftrichter beim Amtsgericht Mosbach in Vollzug gesetzt. Der 54-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Ob der Brand der Gaststätte in einem Zusammenhang mit der damaligen Tat steht, kann derzeit noch nicht bestätigt werden, erklärte Oberstaatsanwalt Lintz. Die Ursache des Brandes sei nach wie vor unklar.
Die Kriminalpolizei Heilbronn hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, um die weiteren Umstände der Tat aufzuklären. Wie die Beamten mitteilen, ist am morgigen Freitag ein Taucheinsatz im Bereich Buchen-Götzingen geplant, der im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt steht.
Update: 25. Januar, 16.46 Uhr