Mordfall Julia B.: Die Vorwürfe lauten Vergewaltigung und Körperverletzung
Heidelberg. (hob) Kommt im Fall der getöteten Heidelbergerin Julia B. nun Licht ins Dunkel? Ab Freitag, 16. Februar (9 Uhr, Saal 1 des Landgerichts), wird sich Johann N., der Lebensgefährte der 26-Jährigen, vor Gericht verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor. Es wird der erste große Fall des neuen Vorsitzenden der Schwurgerichtskammer Jochen Herkle.
Alles sieht nach einem aufwendigen Indizienprozess aus. Johann N., der seit dem 17. August in Untersuchungshaft sitzt, schweigt zum Tatvorwurf. Er gibt nur zu, dass er Streit mit seiner Freundin gehabt habe. Ab 12. August wurde sie vermisst. Wie ihr Mercedes aber nach Mannheim kam, wo ihn Ermittler am 15. August in den Quadraten fanden, ist nicht bekannt.
Unklar bleibt auch, warum die Leiche an der A 5 in Zwingenberg abgelegt wurde, wo sie erst am 1. September gefunden wurde. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Erstickungstod aus. Die Schwurgerichtskammer hat für den komplizierten Fall neun Verhandlungstage angesetzt. Viele Zeugen müssen vernommen werden. Ebenfalls geladen sind ein psychiatrischer Sachverständiger und ein Rechtsmediziner.
Mit dem Urteil wird am 22. März gerechnet. Darüber hinaus beginnen in den nächsten Wochen noch einige andere Strafprozesse, wie Landgerichtssprecher Friedrich Schütter am Dienstag bekannt gab.
Vergewaltigung und Körperverletzung lauten die Vorwürfe der Anklage gegen Timo D.. Der Mann soll von Dezember 2016 bis Juli 2017 seine Partnerin an unterschiedlichen Orten, unter anderem auch in Heidelberg, schwer misshandelt und missbraucht haben. Er soll sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Prozessauftakt ist am Mittwoch, 14. Februar, 8.45 Uhr.
Sechs Kilogramm Marihuana waren in einem Paket versteckt, dass von Spanien nach Deutschland geschickt wurde. Zwei Brüder aus Leimen müssen sich deshalb ab April vor dem Landgericht verantworten.
Wegen Betrugs in 60 Fällen könnte ein Kreditvermittler im April verurteilt werden. Der Mann soll zahlreichen Personen ein Darlehen gegeben haben, von denen er wusste, dass sie das Geld nicht zurückzahlen können. Dabei soll er eine Provision von 250.000 Euro eingestrichen haben. Der Beschuldigte sitzt in Untersuchungshaft.