Haushalt im Gemeinderat: Hüffenhardt investiert im großen Stil
Von Nadine Slaby
Hüffenhardt. Über den Haushalt für das bereits laufende Jahr hatten die Hüffenhardter Gemeinderäte am vergangenen Donnerstagabend zu entscheiden. Kämmerer Alexander Zipf stellte dem Gremium das Zahlenwerk vor. Besonders war dabei, dass es sich in diesem Jahr um den ersten nach neuem Haushaltsrecht (Doppik) erstellten Gemeindehaushalt in Hüffenhardt handelt. Das heißt, die bisherige Aufschlüsselung nach Verwaltungs- und Vermögenshaushalt wird nun vom Ergebnis- und Finanzhaushalt abgelöst.
Der Ergebnishaushalt enthält dabei alle dem Haushaltsjahr zuzurechnenden wirtschaftlichen Erträge und Aufwendungen sowie Abschreibungen, Auflösung von Sonderposten, Rückstellungen und interne Leistungsverrechnungen. Der Finanzhaushalt umfasst die Ein- und Ausgaben aus laufender Verwaltungstätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Er ist gewissermaßen die Cash-Flow-Rechnung zur Sicherung der Liquidität der Gemeinde. In der Doppik müssen die Haushalte nicht mehr ausgeglichen sein, da sie über mehrere Jahre verrechnet werden.
Der Haushalt 2017, so Zipf, kam noch ohne die geplante Kreditaufnahme von 550.000 Euro aus. Voraussichtlich müssten nur 200.000 aus dem Vermögenshaushalt entnommen werden. Ein abschließendes Ergebnis konnte er allerdings noch nicht präsentieren, da einige Zahlen noch auf Schätzungen beruhten.
Der für 2018 erstellte Finanzhaushalt sieht Investitionsauszahlungen von 1.389.034 Euro vor. Dieser hohe Betrag ist darauf zurückzuführen, das im vergangenen Jahr nicht alle geplanten Maßnahmen abgeschlossen wurden. Da jedoch bei der Haushaltsumstellung keine Reste gebildet werden dürfen, wurden diese Maßnahmen, wie beispielsweise die Außenanlage des Kindergartens in Kälbertshausen oder auch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, erneut veranschlagt. Weitere Investitionen im laufenden Jahr sind der Medienentwicklungsplan für die Grundschule in Hüffenhardt (35.000 Euro), die Umwidmung der Sportgaststätte als Lager für die Vereine (10.000 Euro), der Umbau des Tennisplatzes zum Bolzplatz (100.000 Euro) sowie der Kinderspielplatz Bergstraße (80.000 Euro).
Um das alles stemmen zu können, kommt die Gemeinde neben den laufenden Verwaltungskosten nicht umhin, den bereits 2017 geplanten Kredit in Höhe von 550.000 Euro aufzunehmen. Dieser sichert hauptsächlich die Liquidität der Gemeinde.
Der Ergebnishaushalt 2018 weist Erträge von 4.222.577 Euro und Aufwendungen von 5.181.391 Euro und damit ein Minus von 958.814 Euro aus. Das zeigt, dass die Gemeinde mehr Ressourcen verbraucht, als sie erwirtschaftet, so Hauptamtsleiterin Daniela Maahs. "Noch ist es nicht gravierend", meinte sie. Aber die Gemeinde müsse sich künftig Gedanken machen, wie sie ihre Einnahmen erhöhen könne. Das heißt für die Bürger, dass sich Steuern und Gebühren, zum Beispiel für das Abwasser oder aber die Friedhofsnutzung, erhöhen werden. Gerade beim Friedhof sei man schon länger in einer "deutlichen Unterdeckung" und dafür bereits vom Regierungspräsidium gerügt worden.
Die Gemeinderäte stimmten der vorgelegten Haushaltssatzung mit Haushaltsplan ebenso einstimmig zu wie der Annahme der 2017 eingegangenen Spenden in Höhe von 980 Euro.
Bei den Bekanntgaben erläuterte Bürgermeister Walter Neff, dass eine Sportstättenprüfung der Mehrzweckhalle Hüffenhardt viele Mängel ergeben habe. Die Halle müsse deswegen in den nächsten Jahren einer umfassenden Modernisierung im Inneren unterzogen werden. Die Brandverhütungsschau in der Grundschule habe zudem gezeigt, dass neben dem baulichen zweiten Rettungsweg auch Rauchschutztüren im Gebäude umgerüstet werden müssen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 5000 Euro. Die Aufträge wurden bereits vergeben.
Des Weiteren musste kurzfristig der Brenner der Heizung ausgetauscht werden. Nach einem Defekt hätte er nicht mehr mit vertretbarem Aufwand instand gesetzt werden können. Dies schlägt mit weiteren 2000 Euro zu Buche. Der Schaden durch einen Wasserrohrbruch in der Bücherei (Rostschaden) halte sich aufgrund des schnellen Handelns des Büchereiteams und von Ortsbaumeister Torsten Hahn in Grenzen.