Walldorf: Gemeinde-Fuhrpark wird auf Elektromobilität umgerüstet
Walldorf. (rö) Der Walldorfer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, den kommunalen Fuhrpark schrittweise mit Elektrofahrzeugen zu erneuern. Das hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt. Die Zustimmung erfolgte unter der Bedingung, dass die jeweiligen Anforderungsprofile auch durch die Elektrofahrzeuge erfüllt werden - für die Feuerwehr oder Sonderfahrzeuge des Bauhofs sieht man das derzeit noch nicht als gegeben an. Die gleiche Vorgehensweise empfiehlt der Gemeinderat mit dem Beschluss auch dem Aufsichtsrat der Stadtwerke und dem Astorstiftungsrat.
Hans Wölz (Grüne) begründete den Antrag seiner Fraktion unter anderem mit dem European Energy Award, dessen Zertifizierungsverfahren die Stadt im vergangenen Jahr zum zweiten Mal erfolgreich durchlaufen hat. Weitere Schritte seien notwendig, so Wölz, "ein Handlungsfeld ist die Mobilität". Die Bevölkerung und Gäste der Stadt profitierten von sauberer und leiser Mobilität, regionale Unternehmen von neuen Geschäftsfeldern und die Stadt verbessere ihre Position in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz. Da mit den städtischen Fahrzeugen überwiegend "kurze Strecken" zurückgelegt würden, sei auch die derzeitige Batteriereichweite von 200 Kilometern kein Nachteil. "Es braucht jetzt Taten für Klima und Umweltschutz", sagte Wölz.
"Wir schließen uns an", erklärte Bürgermeisterin Christiane Staab. Die Verwaltung hatte in ihrer Vorlage darauf hingewiesen, dass Elektrofahrzeuge für den innerstädtischen Verkehr, das Haupteinsatzgebiet des kommunalen Fuhrparks, "ideal" seien. Alles andere als eine schrittweise Erneuerung, wie sie auch von den Grünen vorgeschlagen worden war, mache aber "volkswirtschaftlich keinen Sinn". Einer "sukzessiven Anschaffung, wenn die jeweiligen Anforderungen erfüllt werden", konnte für die CDU Uwe Lindner zustimmen, trotz des Hinweises auf die geringe Reichweite und die hohen Anschaffungskosten. Lorenz Kachler (SPD) schlug vor, bei den ersten Anschaffungen auf Leasing-Modelle zu setzen: Dann sei man nicht so lange an die Fahrzeuge gebunden und könne die neusten Entwicklungen nutzen. Mit dem Ausbau der Elektromobilität sei man auch gezwungen, das Netz der Ladestationen auszubauen, sagte er.
"Strom gilt als saubere Alternative", sagte Günter Lukey (FDP), allerdings gebe es derzeit auch noch viele Nachteile: so die starke Belastung der Umwelt bei der Akkuherstellung und die Entsorgung der Batterien als Sondermüll. Die FDP wolle sich dem Antrag nicht verschließen, "aber der Stein der Weisen wurde nicht gefunden", so Lukey.