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Olympische Winterspiele: "Ich wäre lieber nach München gefahren"

Von Joachim Klaehn

Heidelberg. Ein Gespräch über Doping, passende Kleiderwahl und die Zukunft der Spiele/ Von Joachim Klaehn

Herr Hölz, wie groß ist denn die Freude auf die Winterspiele bei Ihnen?

Die Vorfreude ist groß. Olympische Spiele haben viel Flair. Ich würde mich in diesen Tagen - ehrlich gesagt - aber mehr freuen, wenn wir alle nach München fahren würden. München hatte sich ja für 2018 beworben, aber wir haben es nicht geschafft, bekanntlich auch 2022 nicht geschafft. Das bedaure ich sehr, denn die Spiele in Südkorea sind, vorsichtig gesagt, doch eher virtuell.

Ihr Snowboard-Verband gilt als klein aber fein …

Richtig. Wir sind jetzt 13 Boarder(innen) und rechnen uns zwei bis drei Medaillen aus. Die Hauptantriebskraft für mich ist immer der Sport. Ich bin nicht der VIP-Terrassenpräsident, sondern der Athletenpräsident.

Sie waren im Vorfeld wie jeder andere Repräsentant bei der Einkleidung in München, haben rund 60 Kleidungsstücke erhalten. Ist dies spannend oder eher nervig?

(Lacht) Es ist eben "olympische" Pflicht, es war zum Glück etwas reduziert gegenüber Sotschi. Das Outfit ist vorgegeben, es gibt ein Büchlein zur Kleiderordnung, etwa für die Zeremonien oder wenn der Bundespräsident kommt. Ich habe zwei große Reisetaschen sowie einen Ski- respektive Snowboardsack dabei. Den nehme ich mit, damit ich möglichst nah direkt am Hang bei den Athleten bin.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat als Ziel ausgegeben, mehr als die 19 Medaillen von Sotschi zu holen. Gleichzeitig hat er zu Demut und Realismus aufgerufen. Wie sehr beeinflusst die Medaillenbilanz das Fördersystem der jeweiligen Verbände?

Sehr. Jede Medaille, die wir holen, hilft uns in der Diskussion um die Finanzen für die nächsten vier Jahre. Die Währung im Leistungssport sind Medaillen und nicht nur "meine" Snowboarder - Athleten gehen natürlich dorthin, um zu gewinnen. Es kommt darauf an, auf Knopfdruck Höchstleistung abzurufen. Da muss alles zusammenpassen.

Welchen Stellenwert hat der Wintersport im Gesamtkontext, gerade auch im Vergleich zu Sommerspielen?

Ich habe beides erlebt, im Winter mit Funktionen, im Sommer als Gast. Im Winter ist alles sehr viel konzentrierter, man kennt sich untereinander, es ist wie ein großes Familientreffen. An dieser Stelle sind Olympische Spiele ein Highlight. Wenn du von einer Wintersport-WM zurückkehrst, gibt es keinen Empfang in Frankfurt auf dem Römer. Was Emotionen anbetrifft, ist die Breitflächigkeit der Sommerdisziplinen größer. Als gesamte Sportnation Deutschland müssen wir freilich vor den deutschen Wintersportlern den Hut ziehen, wenn man berücksichtigt, wie groß der deutsche Anteil am gesamten Alpenraum ist. Noch mal: Ich hätte es klasse gefunden, wenn Winterspiele in München stattgefunden hätten.

Das IOC schreibt sich den Kampf gegen Doping auf die Fahnen. Wäre ein Komplettausschluss Russland nicht ein überzeugendes Signal für die olympische Idee gewesen?

Warum war das, was unmittelbar jetzt vor Olympiabeginn stattfindet, nicht bereits vor einem Jahr möglich? Die gleichen Fakten waren da schon bekannt. Wenn man das betrügerische System als Ganzes angeht, dann muss man auch in den Konsequenzen dabei bleiben. Aus dieser Logik heraus hätte das IOC Russland ausschließen müssen. Ich habe allerdings auch zwei Herzen in meiner Brust: Für die russischen Sportler, sofern sie nachweislich, z.B. durch die WADA getestet, sauber sind, wäre es schon schade, nicht dabei zu sein. Auch in Russland gibt es großartige Sportler, die keine Doper sind. Aber klar: In der Sache wäre der Ausschluss nur konsequent gewesen.

Warum ist es nicht geschehen?

Es gab zwei Reports von Richard McLaren und der Oswald-Kommission. Die Frage ist, warum wurden diese nicht früher auf den Weg gebracht? Die jüngste Entscheidung des Sportgerichtshofs CAS zugunsten der Athleten deutet darauf hin, dass das System der NOKs und der unabhängigen Antidoping-Agenturen künftig optimiert werden muss. Das sollte unter Beteiligung des IOC und anderer sogenannter Stakeholder und einer notwendigerweise unabhängigen WADA erfolgen. Aus meiner NADA-Vergangenheit muss ich sagen: Ich lege diesbezüglich für keinen Athleten meine Hand ins Feuer - gehe aber zu Beginn von Nachforschungen von einer Unschuldsvermutung und der Eigenverantwortung der Athleten aus. Dann muss es zu korrekten Verfahren kommen und natürlich auch zu regelkonformen Bestrafungen.

Südkorea steht für umfassende Technologisierung. Perfektion ist das eine, Seele das andere bei Olympia. Welche Atmosphäre erleben wir?

Das ist sicherlich ein wunder Punkt. Südkorea ist wirtschaftlich und technologisch sehr fortgeschritten, ein sehr höfliches, gastfreundliches Land. Politisch ist das Land differenziert zu bewerten, insbesondere was demokratische Prozesse anbetrifft - erinnern wir uns an den Regierungswechsel vor ein paar Monaten. Viele Menschen befürchten, es könnten Samsung-Spiele werden. Eine internationale Organisation wie das IOC darf sich nicht instrumentalisieren lassen, und sollte vor Ort den kulturellen und sozialen Gegebenheiten und Werten der Menschen vermehrt Beachtung schenken.

Der Mount Gariwang, an dem die Skiwettbewerbe ausgetragen werden, ist ein heiliger Berg. Dort gab es den besten Ginseng, dort wurden wegen Olympia Familien enteignet und 60.000 Bäume gefällt. Nimmt der Wahnsinn kein Ende?

Sie haben recht. Für ein sportliches Großereignis solche Maßnahmen und solchen Raubbau an der Natur zu ergreifen bzw. zu betreiben, ist eher kritisch zu bewerten. Solche elementaren Probleme hätte es in der Großregion München nicht gegeben. Ich kann München und Hamburg in gewisser Weise verstehen, dass die Bevölkerung gesagt hat, solchen Gigantismus machen wir nicht mit. Aber: Warum sollte es nicht gemeinsame Winterspiele von Deutschland, Österreich und der Schweiz geben? Ich träume davon.

Es könnten in Asien nun sehr, sehr politische Spiele werden …

Politische Auswüchse gab es ja schon immer. Nehmen wir München 1972 mit dem palästinensischen Attentat auf israelische Sportler. Möge der liebe Gott verhindern, dass so etwas noch mal passiert. Ich glaube, wir werden Spiele erleben, die in gewissen Fragestellungen auch an einer eine Art Scheideweg sind - so bewerten es auch prominente IOC- Mitglieder wie Richard Pound, z.B. in Sachen Doping, in Sachen Wahl der Ausrichterorte, in Sachen gesellschaftliche Verantwortung.

Bietet Pyeongchang mehr Chancen als Risiken, um die politisch-gesellschaftliche Spaltung auf der koreanischen Halbinsel zu überwinden?

Ich glaube schon. Der Sport kann Völker verbindend sein. Das war übrigens auch 1972 der Fall, als Athleten aus der Bundesrepublik und der DDR gegeneinander angetreten sind. Sportler sprechen dieselbe Sprache, gehen locker miteinander um. Das ist alles ganz natürlich.

Thema Wettkampfstätten und Athletendorf - deren Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr gegeben?

Das ist in der Tat ein gefährlicher Teil des Gigantismus. In Sotschi wurden angabegemäß inzwischen teilweise Häuser des Athletendorfes dem Erdboden gleich gemacht. In Pyeongchang wohnen leider einige Athleten gar nicht im olympischen Dorf, sondern in sogenannten Außenquartieren, mit anderen Supportfunktionen im Vergleich zum Athletendorf mit dort offener Mensa. In den Außenquartieren stehen dann nur andere Restaurants zur Verfügung mit der Konsequenz, dass dem Thema Doping und der Kontrolle von Verpflegung und Ernährung dort nicht der Stellenwert zugeschrieben werden kann, der eigentlich für alle Teilnehmer gleich sein sollte.

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