Studie zeigt, dass verarbeitete Lebensmittel euch dick machen und das Krebsrisiko erhöhen — das solltet ihr stattdessen essen
Ein Experiment: Verbringt zwei Wochen lang im Krankenhaus und esst nur extrem verarbeitete Lebensmittel wie Hot Dogs, Muffins, Ravioli aus der Dose und Hühnersalat.
Mit dem Ergebnis wärt ihr unzufrieden — vor allem, wenn ihr eigentlich abnehmen wollt.
Aber genau das taten 20 Männer und Frauen in einer kürzlich durchgeführten, streng kontrollierten Studie des National Institute of Health (NIH) in den USA. Diese Teilnehmer nahmen in den zwei Wochen voller ultra-verarbeiteter Lebensmittel etwa einen Kilogramm zu. Im Gegensatz zu den zwei Wochen, in denen nur unverarbeitete Lebensmittel serviert wurden, aßen die Teilnehmer außerdem etwa 500 Kalorien mehr pro Tag. Das ist gerade beim Abnehmen, wenn man auf die Kalorien achtet, nicht wünschenswert.
Es dreht sich nicht immer nur alles um Nährstoffe
Die Forscher hinter der Studie — die am vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurde — fanden heraus, dass diese Unstimmigkeit darauf zurückzuführen ist, dass die Teilnehmer die verarbeiteten Lebensmittel aßen. Bei der Studie wurde darauf geachtet, dass bei beiden Ernährungsformen die gleiche Menge an Nährstoffen enthalten ist — also Salz, Fett, Zucker, Eiweiß, Ballaststoffe und Kohlenhydrate.
„Zum ersten Mal können wir sagen, dass es unabhängig von den Nährstoffen einen kausalen Zusammenhang gibt, der die Unterschiede bei der Kalorienzufuhr und Gewichtszunahme fördert“, sagte der leitende Forscher der Studie, Kevin Hall, zu Business Insider.
Verarbeitete Lebensmittel erhöhen die Sterbewahrscheinlichkeit
Sein Team ist sich noch nicht sicher, warum verarbeitete Lebensmittel uns hungriger machen, aber sie haben ein paar fundierte Hypothesen. Zum einen gehen sie davon aus, dass der Unterschied im Kalorienverbrauch etwas mit der Art und Weise zu tun haben könnte, wie frische Lebensmittel auf die Hormone im Körper wirken, die euren Appetit regulieren (Ghrelin) und den Hunger unterdrücken (PYY). Außerdem essen Menschen unverarbeitete Lebensmittel langsamer als verarbeitete, was eurem Körper genug Zeit gibt, um euch zu signalisieren, dass ihr satt seid. Aus diesem Grund solltet ihr euch mit dem Essen Zeit lassen, damit ihr nicht zu viel esst und damit beispielsweise den Abnehm-Prozess behindert.
Doch neben dem Zusammenhang zwischen verarbeiteten Lebensmitteln und dem Überessen gibt es noch weitere Verknüpfungen. Laut früheren Untersuchungen können diese Art von Lebensmitteln auch jegliche Krankheiten begünstigen: Menschen, die sie regelmäßig konsumieren, haben ein höheres Krebs- und Sterberisiko als andere.
Hier könnt ihr sehen, worauf ihr bei eurem Essen achten solltet und was ihr lieber vermeidet. Diese Tipps könnt ihr gerade beim Abnehmen gut anwenden.
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Der Unterschied zwischen verarbeiteten und unverarbeiteten Lebensmitteln
Forscher klassifizieren „ultra-verarbeitete“ Lebensmittel als Produkte, die im Allgemeinen industriell hergestellt werden. Sie sind mit Zusatzstoffen und Konservierungsmitteln wie Süßungs- und Verdickungsmitteln versetzt. In der Regel werden diese Produkte in Plastik oder Dosen verpackt. Wahrscheinlich steht Maissirup auf der Zutatenliste eines extrem verarbeiteten Lebensmittels oder vielleicht einige umgeesterte Öle (Ersatz für Transfette, die heute weitgehend verboten sind). Das kann zur Folge haben, dass sich in diesen Produkte versteckte Kalorien befinden, die ihr vor allem beim Abnehmen vermeiden wollt. Diese Kalorien könntet ihr allerdings umgehen, wenn ihr euch euer Essen selbst zubereitet.
Unverarbeitete Lebensmittel hingegen sind Rohprodukte wie frisches Obst und Gemüse, geschmacksneutraler Joghurt, selbst zubereitetes Fleisch und Vollkornprodukte. Diese Sachen sind nicht nur für Menschen geeignet, die gerade abnehmen, denn jeder sollte versuchen, auf eine gesunde Ernährung zu achten.
Aber Lebensmittel müssen nicht völlig frisch sein, um als unverarbeitet gelten zu können. In der NIH-Studie setzten die Forscher auf das Nova-Nahrungsmittelbewertungssystem, das Lebensmittel als unverarbeitet kennzeichnet, wenn sie essbare Teile von Pflanzen (einschließlich Nüssen), Tieren, Pilzen, Algen oder Wasser sind. Daher ist es in Ordnung, Zutaten einzufrieren, zu kochen, zu fermentieren oder zu kühlen. Aber im Gegensatz zu ihren verarbeiteten Versionen werden unverarbeitete Lebensmittel nicht gepökelt oder schon vorher gesalzen.
Die Studienautoren erläuterten und fotografierten die Mahlzeiten, die sie ihren 20 Teilnehmern zubereiteten — sowohl die verarbeiteten als auch die unverarbeiteten Versionen.
Hier ist eine der verarbeiteten Frühstücksvarianten:
Dieses verarbeitete Frühstück beinhaltet Eier aus Eipulver, Puten-Speck und Scheiblettenkäse auf einem englischen Muffin mit Kroketten und Ketchup als Beilage. Der Orangensaft wurde mit zusätzlichen Ballaststoffen angereichert.
Eines der verarbeiteten Mittagessen war eine lecker aussehende Quesadilla, die mit Truthahn, verschiedenen Käsesorten und Bohnenmus aus der Dose serviert wurde. Ich persönlich fand das enttäuschend, da es wie etwas klingt, das ich auch zu Hause machen könnte. So auch ein Hühnersalat-Sandwich, das aus konserviertem Hühnerfleisch, Gurken-Relish und Mayonnaise zubereitet wird — eines der extrem verarbeiteten Abendessen.
Während der unverarbeiteten Ernährungswochen aßen die Teilnehmer mehr Obst und Gemüse und ließen Beilagen wie Kroketten aus.
So sahen unverarbeitete Lebensmittel im Labor aus: ein Joghurt-Parfait
Dieses unverarbeitete Frühstück enthält ein Parfait aus griechischem Joghurt mit Erdbeeren, Bananen, Walnüssen, Salz, Olivenöl und Apfelstücken. Dazu gab es eine Zitronen-Limonade (frisch gepresst).
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