Region Heidelberg: Binnen 24 Stunden fiel so viel Regen wie sonst in einem halben Monat
Region Heidelberg. (cm/bmi) Am gestrigen Dienstag regnete es nur einmal. Dafür aber den ganzen Tag. Der Dauerregen hatte und hat rund um Heidelberg Auswirkungen. Die RNZ fasst diese zusammen.
Die Regenmengen in der Region rund um Heidelberg waren beträchtlich: Binnen 24 Stunden fiel rund die Hälfte an Regen, die normalerweise sonst in einem ganzen Mai fällt. Gislinde Phieler, die seit über 40 Jahren dem Deutschen Wetterdienst den täglichen Niederschlag in Wilhelmsfeld durchgibt, maß um 18 Uhr 52,5 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden. In Nußloch registrierte der Hobbymeteorologe Jürgen Scheuermann 36,9 Liter in 24 Stunden, wie er im sozialen Netzwerk Facebook berichtete.
Die Schwanenfamilie in Neckargemünd mit den frisch geschlüpften Küken dürfte durch das Hochwasser - anders als das noch brütende Schwanenpaar an der Alten Brücke in Heidelberg - keine großen Probleme bekommen. Die Stadt geht davon aus, dass die Küken inzwischen groß genug sind und von ihren Eltern Nelli und Nelson vor der Flut in Sicherheit gebracht werden. Von den ursprünglich neun Küken, die vor etwa zwei Wochen geschlüpft waren, sind noch sieben übrig. Sie ziehen munter ihre Bahnen auf Neckar und Elsenz.
Die Parkplätze am Neckar sind sowohl in Neckarsteinach als auch in Neckargemünd wegen Überflutung gesperrt. In Neckarsteinach wurde der kleine Lauer bereits am Montagabend dichtgemacht, als kein Auto mehr auf dem Parkplatz stand. Am gestrigen Dienstagvormittag war er dann schon überflutet, wie Herold Pfeifer berichtete. "Alles im grünen Bereich", meinte der Bürgermeister angesichts der Prognose. "Das Hochwasser schlucken wir weg."
In Neckargemünd ging Mario Horvath von der Stadtverwaltung davon aus, dass die Parkplätze am Neckarlauer, in der Rainbach, in Kleingemünd am "Schwanen" und der Parkplatz unter der Friedensbrücke überflutet werden. Ob der Campingplatz überflutet wird, war noch nicht sicher. Der Betreiber wird laut Stadt rechtzeitig informiert. Auch die Fußwege am Neckar wurden gesperrt.
Die Fähre zwischen dem Neckargemünder Ortsteil Neckarhäuserhof und dem Neckarsteinacher Stadtteil Neckarhausen hat am gestrigen Dienstag ihren Betrieb eingestellt. Sie kann voraussichtlich erst am Freitag wieder verkehren.
Die Freibäder blieben weitgehend leer. "Bei uns herrscht gähnende Leere", berichtete Leimens Bäderparkchef Rudi Kuhn. Zumindest am Nachmittag. Am Morgen kamen zuverlässig die Frühschwimmer, um im 24 Grad warmen Wasser fleißig ihre Bahnen zu ziehen. "Die lassen sich von keinem Wetter abschrecken", schmunzelte Kuhn. Die Gruppe bestehe aus 20 bis 50 Personen - mal mehr und mal weniger.
Der Bürgerspaziergang für einen Ideenaustausch zur geplanten Landesgartenschau zwischen Nußloch und Leimen ist am gestrigen Dienstagnachmittag ins Wasser gefallen. Wann die Veranstaltung nachgeholt wird, steht noch nicht fest.