Leimen: Kinder kommen im evangelischen Zentrum unter
Leimen. (fre) Für die Kinder im Stadtteil Gauangelloch gibt es ab dem nächsten Kindergartenjahr mehr Platz: Die Stadt erweitert ihren eigenen Friedrich-Fröbel-Kindergarten in das benachbarte Zentrum der evangelischen Kirchengemeinde. Dort soll wegen der großen Nachfrage am Ort eine zusätzliche Kindergartengruppe mit verlängerten Öffnungszeiten eingerichtet werden. Doch mit der Zweitnutzung der Räumlichkeiten durch die Kirchengemeinde gibt es "eine Kröte, die wir schlucken müssen". So formulierte es Oberbürgermeister Hans D. Reinwald.
Aufgegriffen wurde diese Zweitnutzung durch kirchliche Gruppen - bei aller Zustimmung zu dem neuen Kindergartenangebot - insbesondere von Ralf Frühwirt (GALL) und Klaus Feuchter (FDP). Sei es realistisch, so Frühwirt, dass der Gruppenraum nach Betreuungsschluss inklusive Mobiliar täglich freigeräumt werde, um am nächsten Morgen wieder komplett eingerichtet zur Verfügung zu stehen? Auf die Hausmeisterei komme jedenfalls viel Arbeit zu - Personalkosten für die Stadt.
Noch einen Schritt weiter ging Feuchter (FDP). Abends würden sich Erwachsene mit ihren Straßenschuhen in den Räumlichkeiten aufhalten, am nächsten Morgen müsse bis 7 Uhr aber alles wieder picobello sein: "Wer putzt da?"
"Die Reinigung wird in unserer Verantwortung liegen", räumte der OB ein, der auch keinen Hehl daraus machte, dass er von der Fremdvergabe der Reinigungsleistungen weder begeistert, noch überzeugt ist. Um wirklich gut zu putzen, seien bei externen Firmen die Zeiten viel zu knapp kalkuliert. Er strebe das Reinigen und insbesondere die Hausmeisterei mit stadteigenen Kräften an und "zur Not stellen wir jemanden ein".
Das war es offensichtlich, was die beiden Fraktionssprecher hatten hören wollen. Denn gegen die zusätzliche Kindergartengruppe und den Vertrag mit der Kirchengemeinde hatten sie genauso wenig wie alle anderen. Richard Bader (CDU) sprach von der Beseitigung eines Engpasses und Peter Sandner (SPD) hoffte, dass für diesen Engpass die dreijährige Vertragsdauer ausreiche. Christine Schilling (FW) verwies auf die aktuellen Nöte von Eltern, die nicht wüssten, ob sie ihr zweites Kind ebenfalls in Gauangelloch betreuen lassen könnten. Einhellig war ebenfalls der Dank an die evangelische Kirchengemeinde und an Pfarrer Johannes Beisel.
Der Vertrag sieht eine dreijährige Nutzung des Gemeindesaals durch eine städtische Kindergartengruppe vor. Deren Einrichtung erfordert Investitionen von etwas über 100.000 Euro, die von der Stadt übernommen werden. Kindgerechte Toiletten gehören dazu, eine neue Elektrik, eine Faltwand als Raumteiler und die Herrichtung des Außenbereichs, der mit dem bestehenden Fröbelkindergarten verknüpft werden soll. Etwa 40.000 Euro entfallen davon auf Maßnahmen, die schwerpunktmäßig dem Gemeindezentrum und damit der Kirchengemeinde zugute kommen. Diese Investitionen werden mit der Miete von rund 950 Euro verrechnet, die von der Stadt für die rund 136 Quadratmeter zu zahlen ist.