Walldürn: Wenig Straftaten und dazu eine sehr gute Aufklärungsquote
Walldürn. (jam) "Die Kriminalitätsbelastung in Walldürn liegt auf einem gleichbleibend niedrigem Niveau", stellte Werner Broßmann, der Leiter des Buchener Polizeireviers, am Montag in der Sitzung des Gemeinderats fest. Der 58-Jährige hatte dem Gremium dort das Kriminalitätslagebild 2019 präsentiert.
In der Wallfahrtsstadt sind im vergangenen Jahr 405 Straftaten bekannt geworden. Damit liegt man unter dem Fünfjahresschnitt. Das sind 16 Delikte mehr als noch im Vorjahr, aber 60 weniger als 2017, als die Ermittlungsgruppe "Rauschgift" zusätzliche Straftaten ermittelt hatte. Die Häufigkeitszahl, die die Kriminalitätsbelastung in unterschiedlich großen Städten vergleichbar macht, zeigt, dass Walldürn im baden-württembergischen Vergleich sehr sicher ist. Innerhalb des Neckar-Odenwald-Kreises nimmt die Garnisonsstadt jedoch einen unrühmlichen dritten Platz ein: Nur in Adelsheim und Osterburken werden pro 100.000 Einwohnern mehr Straftaten begangen.
"Einen absoluten Spitzenwert in Baden-Württemberg", so Broßmann, belegt Walldürn mit seiner Aufklärungsquote von 71,6 Prozent (Landkreis: 68,1 Prozent; Land: 60,8 Prozent). Der Revierleiter führt das hervorragende Ergebnis auf die gute Zusammenarbeit mit Stadt und Bürgern zurück: "Wir haben viele Zeugenhinweise aus der Bevölkerung bekommen, die zur Aufklärung von Straftaten beigetragen haben."
Konkret gab es 2019 eine Straftat gegen das Leben, sechs gegen die sexuelle Selbstbestimmung (2018: 10), zwei Raubdelikte, 39 Körperverletzungsdelikte (2018: 55) und einen Wohnungseinbruchdiebstahl. Auf einem Fünfjahrestief befinden sich die Sachbeschädigungen. "Schön, dass wir diese Problematik zuletzt besser in den Griff bekommen haben", kommentierte Bürgermeister Markus Günther die neuen Zahlen. Dagegen sind die Betrugsdelikte von 79 auf 110 Fälle stark angestiegen. "Dieses Phänomen verzeichnen wir im gesamten Zuständigkeitsbereich", so Broßmann. Schuld sei das Online-Geschäft.
Ein "relativ positives Bild" zeichnet der Revierleiter bei den Verkehrsunfällen. Die Zahl der Verletzten habe sich leicht (von 33 auf 29) reduziert, die der Schwerverletzten drastisch (von 17 auf 2). Als Schwerpunkte für 2020 nannte Broßmann die Kriminalitätsbekämpfung, die Verkehrsüberwachung und die Prävention. Denn: "Es ist wichtiger, Straftaten zu verhindern, als sie aufzuklären oder zu ermitteln." Ihm zufolge habe Corona die Arbeit der Polizei maßgeblich geprägt. Dabei berichtete er von Anlaufschwierigkeiten, die "sich ständig ändernden Rechtsvorschriften zu überwachen".